Der Haussperling wurde im Landkreis Limburg-Weilburg bei der Zählung rund 4000 mal gesichtet.
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Der Haussperling wurde im Landkreis Limburg-Weilburg bei der Zählung rund 4000 mal gesichtet.

Erstmals Rotmilane erspäht

Weniger fliegende Gäste im Winter

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Haussperling ist der Star der Wintervögel im Kreis Limburg-Weilburg.

Limburg -Drei Tage lang haben die Vogelfreunde Anfang Januar bei der "Stunde der Wintervögel" Amsel, Drossel, Fink und Star und natürlich auch Haus- und Feldsperlinge gezählt. Jetzt liegt das Ergebnis vor: "Während weniger Kälteflüchtlinge aus dem Norden und Osten zu uns kommen, bleiben immer mehr frostempfindliche Arten ganzjährig bei uns", teilt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mit. Das gilt auch für den Kreis Limburg-Weilburg. Hier beteiligten sich 656 Hobby-Ornithologen und registrierten knapp 17 000 Vögel in 500 Gärten. Und auch hier bestätigt sich der Bundestrend: Die fliegenden Wintergäste blieben aus. "Dafür wurden erstmals Rotmilane erspäht", berichtet Herbert Friedrich, Kreisbeauftragter für den Vogelschutz beim Nabu. "Früher sind die zum Winter immer weggeflogen." Zu Beginn dieses Jahres wurden sechs Rotmilane gezählt.

Spitzenreiter bei der fliegenden Population ist erneut der Haussperling, der bundesweit über eine Million mal und im Kreis immerhin rund 4000 mal gezählt wurde, etwa doppelt so häufig wie die Kohlmeise, die deutlich weniger vorkam als im Vorjahr. Ebenfalls rückläufig ist der erfasste Bestand von Amsel, Blaumeise und Feldsperling. Grund dafür dürfte ein Amsel und Blaumeise tödliches Virus sein, das sich in der Vergangenheit ausbreitete. Der Bestand der Tiere werde somit ausgedünnt, hatte Herbert Friedrich bereits zu Jahresbeginn befürchtet.

Der Steinkauz, der in den vergangenen Jahren in die Region zurückgeholt werden konnte und nach Erkenntnissen von Vogelexperte Friedrich zuletzt in einer Großfamilie von 60 Paaren in der Region unterwegs war, wurde beim aktuellen Zählen ebenfalls entdeckt. Allerdings nur mit vier Tieren. Die erfasste Population der Nilgänse im Kreis gibt der Nabu mit elf an. Besonders an diesem Ergebnis sei, dass Nilgänse eigentlich aus Afrika stammen und dort an nahrungsreichen subtropischen Binnenseen und Flüssen leben, sagt Nabu-Mann Friedrich. Inzwischen gefalle ihnen offensichtlich auch die Lahn.

In Großgruppenstärke sind indes Stare vertreten. Rund 900 Tiere wurden gezählt. Nur Haus- und Feldsperling, Kohl- und Blaumeise und Amsel kamen häufiger vor. Die Anzahl der Stare entspricht in etwa dem Vorjahresergebnis. Interessant sei dabei, dass insbesondere die Stare die Futterhäuschen in den Gärten verschmäht hätten, sagt Herbert Friedrich. Allerdings seien Stare ohnehin "keine Nahrungsspezialisten".

Aber auch andere Vögel bevorzugen seiner Beobachtung zufolge in diesem Jahr das Nahrungsangebot der Natur. Bucheckern und Eicheln im Wald sowie die Früchte der Hainbuche seien begehrt. Das habe er auf seinen Exkursionen festgestellt, sagt der Fachmann.

Die nächste Vogelzählung des Nabu findet zur "Stunde der Gartenvögel" vom 13. bis 16. Mai statt. Davor findet die Kür zum "Vogel des Jahres" statt. Bis 19. März läuft diese Publikumswahl, bei der aus zehn Kandidaten, die zuvor in einer ebenfalls öffentlichen Vorwahl bestimmt werden, einer gewählt. Der fliegt in der Gunst der Vogelfreunde ganz vorne.

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