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Post-Neuheit in Limburg: Wenn der Paketbote mit dem Lastenrad kommt

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Von: Stefan Dickmann

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Nein, Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) wird nicht demnächst Pakete mit dem Lastenrad ausliefern. Aber bei einer Ausstellung verschiedener Lastenräder mit E-Antrieb auf dem Limburger Neumarkt machte er eine Testfahrt.
Nein, Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) wird nicht demnächst Pakete mit dem Lastenrad ausliefern. Aber bei einer Ausstellung verschiedener Lastenräder mit E-Antrieb auf dem Limburger Neumarkt machte er eine Testfahrt. © Stadt Limburg

In den kommenden Jahren wird sich einiges bei der Paketzustellung in Limburg ändern. Eine der Neuerungen sollen Lastenräder sein, die Pakete ausliefern.

Limburg – Die Limburger werden sich in wenigen Jahren an den Anblick von Lastenrädern in ihrer Innenstadt gewöhnen, die viele Pakete zustellen. Denn die Zukunft liegt nicht allein in der Zustellung durch elektrisch angetriebene Transporter, die trotzdem irgendwo halten müssen und mitunter den Verkehr blockieren. Um den Verkehrsfluss nicht zu behindern, sollen deshalb in einem ersten Schritt mehrere Lieferzonen in der Innenstadt geschaffen werden, wo diese Zustellfahrzeuge stehen dürfen. In einem zweiten Schritt - vermutlich in den nächsten drei Jahren - sollen Mikro-Depots entstehen, die Paketdienste wie DHL, UPS, DPD und Hermes anfahren können, um dort kleineren Pakete zwischenzulagern, die am gleichen Tag auf Lastenräder umgeladen und umweltfreundlich zugestellt werden.

Wie aus dem Citylogistik-Konzept der Stadt Limburg hervorgeht, ist die Errichtung entweder eines von den verschiedenen Paketdiensten gemeinsam genutzten Mikro-Depots möglich oder von zwei bis drei dezentralen Mikro-Depots im Stadtgebiet, wobei der Magistrat die erste Variante bevorzugt. Mit einer Halle auf dem WERKStadt-Gelände stünde auch schon ein solch zentrales Depot zur Verfügung.

Lastenräder bei der Post in Limburg: Regierungs-Koalition und Grüne sind dafür

Die Stadtverordneten werden in ihrer nächsten Sitzung am Montag, 22. November, dieses Citylogistik-Konzept genehmigen, denn im zuständigen Ausschuss stimmten in der Sitzung am Mittwochabend die Koalitionspartner CDU und SPD ebenso dafür wie die Grünen; der Vertreter der FDP enthielt sich der Stimme. Aus den vielen Fragen, die Maximilian Acht (FDP) zu dem Konzept hatte, war hingegen deutliche Skepsis herauszuhören.

Etwas zurückhaltend kommentierte SPD-Fraktionschef Peter Rompf die geplante Citylogistik. Das Konzept sei "sehr ambitioniert, könnte aber funktionieren". Von einem "soliden Konzept" sprach hingegen Barbara Sylla-Belok (Grüne). "Wir sollten damit anfangen, das ist eine ausgesprochen gute Sache für Limburg", sagte sie. Auch ihre Fraktionskollegin Ingrid Horz-Schmachtel und Fraktionssprecher Dr. Sebastian Schaub äußerten sich positiv.

Limburg: Keine höheren Kosten durch Lastenrad-Lieferung von Paketen

Ein Vertreter des mit der Erstellung des Konzepts beauftragten Unternehmens aus Hamburg war per Video in der Sitzung zugeschaltet. Sven Altenburg erklärte, die mit dem Konzept angestrebte Einsparung des durch Dieselabgase entstehenden Atemgifts Stickstoffdioxid sei schon bis zum Jahr 2028 - und damit zwei Jahre früher als vorgesehen - erreichbar. "Zu ambitioniert" sei hingegen die im "Green City Plan" der Stadt formulierte Hoffnung, mit einer Citylogistik 160 tägliche Fahrten mit Transportern einzusparen. Es sei jedoch möglich, jeden Tag rund 500 Pakete auf zehn bis 20 erforderliche Lastenräder zu verlagern.

Einen von Dirk Fredl (CDU) erfragten möglichen Zeitverlust und eventuell höhere Zustellkosten durch das Umladen auf Lastenräder gibt es laut Altenburg nicht - im Gegenteil, die bisher gemachten Erfahrungen zeigten, dass dies trotz zusätzlich eingesetzter Mitarbeiter kostenneutral möglich sei und es auch keine Zeitverluste gebe, weil sich Radfahrer in Städten häufig viel schneller bewegten als Fahrzeuge.

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30 Prozent der Paketlieferungen in Limburg können mit Lastenrädern zugestellt werden

Als Sofortmaßnahme sollen neben der bestehenden Lieferzone in der Hospitalstraße in Höhe von C & A sechs weitere Lieferzonen geschaffen werden: zwei in der oberen Grabenstraße, eine in der Dr.-Wolff-Straße, zwei an der Schiede zwischen Landgericht und Kreishaus und entweder eine weitere an der Hospitalstraße am Brüderhaus oder in der Konrad-Kurzbold-Straße. Das Prinzip: Die Fahrer halten dort und stellen zu Fuß mit Hilfe einer Sackkarre die Pakete zu.

Maximilian Acht (FDP) wollte unter anderem wissen, ob durch die Mikro-Depots Kosten für die Stadt entstehen (nein), ob die Paketdienste so ein Konzept wirklich unterstützen (ja) und was denn mit den ganz großen Paketen für den Einzelhandel geschehe, die nicht auf ein Lastenrad passen (sie werden klassisch zugestellt). Altenburg erklärte, "mit gutem Gewissen" ließen sich 30 Prozent der täglichen Lieferungen mit Lastenrädern zustellen.

Richard Eisenbach (CDU) fremdelt hingegen mit dem vorgesehenen Mikro-Depot in der WERKStadt. "Dann wird die Südstadt abgehängt", befürchtet er. Eisenbach erinnerte daran, im Masterplan Mobilität sei in Höhe des Bahnhofs der Bau einer Brücke nur für Radfahrer und Fußgänger vorgesehen. Eine solche Brücke sei auch für die Citylogistik wichtig. (Stefan Dickmann)

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