Aushubarbeiten für die geplante Tiefgarage zweier Häuser mit insgesamt 42 Wohnungen: Im Hintergrund sind die Wohnhäuser der Austraße zu sehen. Einige der Anwohner beklagen die zu dichte Bebauung auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei.
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Aushubarbeiten für die geplante Tiefgarage zweier Häuser mit insgesamt 42 Wohnungen: Im Hintergrund sind die Wohnhäuser der Austraße zu sehen. Einige der Anwohner beklagen die zu dichte Bebauung auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei.

Limburg

Umstrittenes Projekt: Anwohner legen Widersprüche gegen Bau ein – "Es bleibt uns nichts anderes übrig"

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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In Limburg beklagen Anwohner zu dichte Bebauung auf dem ehemaligen Gärtnereigelände in der Nähe des Marktplatzes.

Limburg - Der Bau zweier Mehrfamilienhäuser in der Nähe des Marktplatzes in Limburg bleibt umstritten. Gegen die Baugenehmigung für die beiden geplanten Häuser zwischen der Austraße und der Straße "Am Zehntenstein" sind bei der Stadt Widersprüche eingegangen. Das bestätigt der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach.

Ein Widerspruch stammt von mehreren Anwohnern der Austraße, wie Winfried Sailer mitteilt. Neben den Widersprüchen, über die die Stadtverwaltung zu befinden hat, läuft bereits seit Mitte Dezember eine Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel gegen den Bebauungsplan.

"Es bleibt uns nichts anderes übrig", begründet Sailer diese Klage. "Die geplanten Wohnhäuser verändern das komplette Quartier, weil 80 Prozent der Grundfläche bebaut wird. Bei den Nachbargrundstücken sind es nur 50 Prozent. Das ist nicht verträglich für das Quartier." Die beiden neuen Wohnhäuser würden so dicht an den bestehenden Häusern gebaut, dass manch Anwohner ab der Mittagszeit kein Sonnenlicht mehr sehen könnte.

Umstrittener Bau in Limburg: Zwei Jahre Bauzeit für 42 Wohnungen

Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei sollen bis zum Frühjahr 2023 die beiden mehrstöckigen Wohnhäuser mit insgesamt 42 Eigentumswohnungen entstehen. Am 10. März war der symbolische Spatenstich mit den Investoren, die zugleich die Architekten sind. Derzeit laufen Aushubarbeiten, weil zunächst eine Tiefgarage mit insgesamt 60 Parkplätzen mit Ein- und Ausfahrt an der Austraße entsteht.

Sailer kritisiert neben dem Bauvorhaben auch das Genehmigungsverfahren, das viele Fragen aufwerfe. So hätte der vom Bürgermeister seiner Ansicht nach erst sehr spät unterschriebene Satzungsbeschluss viel früher veröffentlicht werden können. Da sei offenbar auf Zeit gespielt worden, mutmaßt Sailer. Denn erst nach der offiziellen Unterzeichnung sei eine Klage erst möglich.

Ob auch gegen die Baugenehmigung geklagt werde, steht noch nicht fest. Erst einmal müsse die Stadt über die Widersprüche entscheiden - nach Sailers Angaben sind zwei Widersprüche eingelegt worden. Und erst wenn diese abgelehnt würden, sei eine Klage möglich. Und die sei im Wesentlichen abhängig von der Expertise des eingeschalteten Rechtsanwalts, der nach der vorgelegte Begründung für eine Ablehnung des Widerspruchs entscheiden müsse, ob eine Klage Aussicht auf Erfolg habe.

Widersprüche gegen Baugenehmigung in Limburg: Investoren beauftragten Rechtsanwalt

Die beiden Investoren des Wohnparks "Am Zehntenstein" hatten bereits im September im Gespräch mit dieser Zeitung bekannt gegeben, einen eigenen Rechtsanwalt beauftragt zu haben, weil sie schon damals mit einer Klage gegen eine Baugenehmigung gerechnet hatten.

Sie hatten zudem die Vorwürfe einiger Anwohner zurückgewiesen. Auf dem Gelände dürfe gebaut werden, es werde sich exakt an alle Vorgaben des Baugesetzbuches gehalten, und diese Vorgaben würden nicht einmal in Gänze ausgereizt. Beide Mehrfamilienhäuser sollen rund 15 Meter (inklusive Staffelgeschoss) hoch werden, was deutlich unter dem Dachfirst der Nachbarhäuser bleibe, hätten selbst einen Abstand von elf Metern zueinander, lägen zu den Nachbarhäusern "Am Zehntenstein" 17 Meter entfernt und zur bestehenden Bebauung in Richtung Austraße 23 bis 24 Meter entfernt.

"Eine fixe Frist, bis wann über einen Widerspruch entschieden werden muss, gibt es nicht", teilt der Sprecher der Stadt weiter mit. "Wird jedoch über einen Widerspruch ohne sachlichen Grund nicht innerhalb einer angemessen Frist (grundsätzlich mindestens drei Monate) entschieden, kann der Widerspruchsführer eine sogenannte Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht erheben." (Stefan Dickmann) Rund um Limburg stößt auch der Impfstart bei Hausärzten auf großes Interesse. Doch längst sind nicht alle Fragen beantwortet.

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