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Wie der Bahnhofsplatz aufpoliert werden könnte

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Als mobile Getränkeverkäufer zogen die Studierenden mit dafür präparierten Einkaufswagen über das Areal.
Als mobile Getränkeverkäufer zogen die Studierenden mit dafür präparierten Einkaufswagen über das Areal. © Thorsten Kunz

Studierende stellen Ergebnisse ihrer Analyse vor

Limburg -15 Studierende der Hochschule Rhein-Main Wiesbaden und Rüsselsheim haben zusammen mit ihren Projektleitern Elvira Schulenberg und Prof. Dr. Michael May in einem "Tag der Begegnung" die Ergebnisse der von ihnen durchgeführten Sozialraumanalyse auf dem Bahnhofsvorplatz in Limburg präsentiert. Nachdem sie Ende Mai bereits die vorläufigen Ergebnisse der am Bahnhof durchgeführten Befragungen einem kleinen Kreis um den Ersten Stadtrat Michael Stanke (CDU) vorgestellt hatten, ging es am Mittwoch zum Abschluss der Studie um die Visualisierung ihrer Empfehlungen.

Die Studentinnen und Studenten wollten zeigen, wie die Stadt zur Belebung und zu einem Imagewechsel des Platzes beitragen könnte. Dabei richteten sie sich nach den in der Befragung gesammelten Bürger-Wünschen: mehr Begrünung und Schatten für ein schöneres Ambiente, mehr (und größere) Bänke für den Aufenthalt und die Begegnung, eine Belebung des Platzes durch Märkte, Stände oder Veranstaltungen für Kinder.

Primeln

pflanzen

Dabei hatte die Gruppe zahlreiche Ideen entwickelt. Im Schatten von Büschen und Bäumen stellten sie Klappliegen auf, die auch umgehend von Stammgästen des Bahnhofsvorplatzes in Beschlag genommen wurden. An beschatteten Bierzeltgarnituren luden sie die Passanten zum Malen und zum Pflanzen und Verteilen von Primeln in Blumentöpfen ein.

Am Springbrunnen griffen schon sehr bald die ersten zufällig vorbeispazierenden Eltern und ihre Kinder nach den dort bereitgelegten Keschern und Angeln, um die im Wasser schwimmenden Entchen einzufangen. Und nicht zu vergessen: Als mobile Getränkeverkäufer zogen die Studierenden mit dafür präparierten Einkaufswagen über das Areal, und als wandelnde Litfaßsäulen informierten sie in Bildern über ihre Studie, um so die Gelegenheit zu nutzen, noch einmal mit den Passanten ins Gespräch zu kommen.

Die Erfahrungen dieses Tages sollen ebenfalls in die Studie einfließen. Das Projekt wurde als Praxisarbeit der Studierenden des 5. und 6. Semesters des Fachbereiches Sozialwesen der Hochschule Rhein-Main, mehrheitlich künftige Sozialarbeiter, durchgeführt.

Beobachtungen und zwei Befragungen

Die Studie stützt sich auf Recherchen, Beobachtungen und zwei Befragungen am Bahnhofsvorplatz, wobei die erste im Januar/Februar unter sogenannten "Passageren Personen" stattfand, also unter denjenigen, die den Platz nicht dauerhaft, sondern als Transitpunkt auf dem Weg zum Beispiel zur Arbeit oder zur Schule nutzen. Befragung Nummer zwei im Mai richtete sich an die sogenannten "Nutzenden", also vor allem an Obdach- und Wohnsitzlose sowie "migrantische Männer", die den Ort ein Stück weit als ihr Wohnzimmer betrachten.

Dabei stellte sich heraus, dass der Bahnhofsvorplatz in Sachen Sicherheit besser ist als sein Ruf und trotzdem oder gerade deswegen noch einiges getan werden kann, um ihn für Gelegenheits- und regelmäßige Nutzer zu einem besseren Aufenthaltsort mit positiverem Image zu entwickeln.

Die endgültigen Ergebnisse der Studie, die von der Stadt in Auftrag gegeben worden war, sollen nach der Sommerpause auch in den städtischen Gremien vorgestellt werden. Sie ist eingebettet in den Gesamtkomplex "Sicherheitsempfinden in Limburg" und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Sicht des jeweils anderen mit einzubeziehen. Thorsten Kunz

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