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"Wieder in der Normalität angekommen"

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Von: Eva Jung

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Kunstvolle Vasen aus dem Betrieb von Brigitte und Walter Herrmann sind ab Sonntag im Hadamarer Glasmuseum zu sehen.
Kunstvolle Vasen aus dem Betrieb von Brigitte und Walter Herrmann sind ab Sonntag im Hadamarer Glasmuseum zu sehen. © Kerstin Kaminsky

Internationaler Museumstag an diesem Sonntag ohne Einschränkungen in den Häusern

Limburg -Am Internationalen Museumstag an diesem Sonntag, 15. Mai, beteiligen sich viele Museen - auch im Nassauer Land. Nach einem komplett digitalen Aktionstag im Jahr 2020 und einem Programm im vergangenen Jahr mit Angeboten im Internet und auch an Ort und Stelle können die Häuser nun wieder ohne Einschränkungen öffnen. In einigen Museen besteht allerdings noch eine Maskenpflicht oder man bittet die Besucher zumindest dringend darum.

Lockdown, Schließung, Öffnung, Testpflicht, Lockdown, Schließung, Öffnung, Testpflicht... und das noch mit Unterschieden zwischen den Bundesländern und Landkreisen - so sah der Museumsalltag in den vergangenen zwei Pandemiejahren aus. "Gott sei Dank sind wir wieder in der Normalität angekommen", sagt Rudolf Conrads vom Lahn-Marmor-Museum in Villmar. Man habe wieder viele Einzelbesucher und Gruppenführungen. "Die Besucherzahlen und die Führungen bewegen sich auf dem Vor-Corona-Niveau", freut sich der Vorsitzender des Beirates der Museumsstiftung.

Stefanie Kesper-Süß, stellvertretende Sprecherin der Stadt Limburg, berichtet für die Städtischen Kunstsammlungen noch von einer zurückhaltenden Nachfrage. Man versuche deshalb publikumsintensive Veranstaltungen zu meiden und Angebote für kleinere Gruppen zu machen - "zum Beispiel mehrere Kurzführungen am Museumstag, je nach Besucheraufkommen".

Welchen Zweck hat ein Museum ohne Besucher? Es kann bewahren und verwahren, aber nicht vermitteln. Und so waren die ausbleibenden Gäste wohl auch die schlimmste Einschränkung für die Museumsverantwortlichen. Gruppenführungen waren nicht möglich, Schulklassen machten keine Ausflüge mehr - und auch begleitende Programme wie Lesungen und Workshops fielen überwiegend aus. Dafür entdeckten die Besucher manchen Ort für sich neu: So war der Barockgarten des Weilburger Schlosses durchgehend geöffnet und erfreute gerade während der Lockdowns viele Gäste.

Viele haben Zeit der

Schließungen genutzt

Die Zeit der Schließungen haben die Museen gut genutzt: Die Ausstellungsräume wurden saniert, Beschreibungen der einzelnen Objekte überarbeitet, viele Bestände sind nun sicherer und systematischer archiviert. "Im Heimatmuseum Brechen hinzugekommen ist ein Modell, das Werner Kentzia erstellt hat. Es stellt Niederbrechen dar, wie es mit Stadtmauer ausgesehen haben könnte", freut sich Alexander Fischbach. Und auch Winfried Martin vom Dorfmuseum im Hadamarer Stadtteil Oberweyer berichtet: "Wir haben die Corona-Zeit genutzt, etwas umzugestalten und haben neue Ausstellungsstücke."

Corona hat vielfach neue Wege aufgezeigt: So war die Beselicher Heimatstube alle zwei Wochen mit einem Beitrag mit lokalen "Blättchen" vertreten. "Damit wurde das Heimatbewusstsein in dieser Zeit bewahrt, ja sogar gestärkt", sagt Heimatstuben-Leiter Franz-Josef Sehr. Außerdem beteiligt sich die Heimatstube am Projekt der "Virtuellen Heimatsammlungen in Hessen" in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen. Dabei geht es um die Online-Vorstellung einzelner Heimatsammlungen und die Präsentation ausgewählter Exponate.

"Die Corona-Pandemie brachte einen Digitalisierungsschub mit sich. Ausstellungen werden künftig mit digitalen Angeboten begleitet sein", verspricht Elisabeth Weymann, die als Sprecherin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen auch für das Weilburger Schloss zuständig ist. Und nicht nur die großen Häuser sind digital dabei: Marcel Wirtz aus Bad Camberg hat die Räume des Heimatmuseums in Brechen fotografiert und für die Homepage der Gemeinde zu einem digitalen Rundgang zusammengestellt. Im Spätsommer soll die Ausstellung mit neu gestaltetem Geschichtsbereich dann auch wieder real öffnen.

Im Lahn-Marmor-Museum gibt es inzwischen Vorträge per Videokonferenz - mit großem Erfolg. "Teilweise schalten sich Teilnehmer aus anderen Ländern Europas zu. Der entfernteste Teilnehmer kam bisher aus Toronto", freut sich Rudolf Conrads. Die Städtischen Kunstsammlungen zeigen inzwischen zu jeder Ausstellung ein kurzes Video auf Youtube, außerdem kann man die Sammlung online betrachten und es gibt regelmäßig Neuigkeiten über die Social-Media-Kanäle der Stadt. "Alle erprobten Formate sollen zukünftig beibehalten werden", berichtet Stefanie Kesper-Süß.

Aufgeben kam übrigens für keines der erwähnten Museen in Frage. "Das Museum hat einen festen Platz im kulturellen Leben", betont Doris Ammelung vom Stadt- und Turmmuseum in Bad Camberg. "Es ganz zu schließen, halte ich für ausgeschlossen."

Das regionale Programm am Internationalen Museumstag: Neue Kunstwerke, neue Ausstellungen, neue Informationen

Limburg: In den Kunstsammlungen der Stadt startet am Sonntag eine neue Ausstellung mit Arbeiten des Künstlers Abi Shek. Der Künstler wird von 11 bis 13 Uhr dabei sein und für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden je nach aktueller Besucherzahl kurze Impuls-Führungen angeboten. Der Eintritt ist frei, geöffnet von 11 bis 17 Uhr.

Hadamar: Das Glasmuseum im Schloss zeigt von 14 bis 18 Uhr die Sonderausstellung "Von Böhmen in den Westerwald - Geschichte der Hadamarer Glasbetriebe". Die Schau, die ursprünglich schon im November starten sollte, wird um 16 Uhr offiziell eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Die Gedenkstätte Hadamar öffnet am Sonntag von 14.30 bis 16 Uhr ihre Türen. Um 14.30 Uhr gibt es eine öffentliche Führung für Besucher ab 14 Jahren. Eine Anmeldung über die Homepage www.gedenkstaette-hadamar.de oder unter <Tel/> (0 64 33) 9 18 45-01 wird empfohlen. Der Eintritt ist frei.

Hadamar-Oberweyer: Der Verschönerungsverein lädt für Sonntag von 14 bis 17 Uhr ein zur Sonderausstellung "Handwerk, Handel und Gewerbe im Wandel der Zeit" im Dorfmuseum in der Schulstraße 1 ein.

Villmar: Am Sonntag gibt es im Lahn-Marmor-Museum ab 14 Uhr ein Erzählcafé zum Thema "Lahnmarmor im Empire State Building" durch. Bei dessen Bau vor 91 Jahren wurden im damals höchsten Gebäude der Welt etwa 10 000 Quadratmeter Lahnmarmor im Parterrebereich eingebaut. Darüber wollen die Veranstalter bei Kaffee und Kuchen mit vielen Bildern berichten. Auch die Besucher sind eingeladen, von ihren Erlebnissen dort zu erzählen. Außerdem kann die Sonderausstellung "Die drei Leben des Unica" besucht werden. Das Museum ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Bad Camberg: Das Stadt- und Turmmuseum wird ab diesem Sonntag wieder wie vor Coronazeiten sonn- und feiertags von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein.

Weilburg: Von 13 bis 17 Uhr gibt es im Barock-Garten die Familien-Aktion "Wissen wächst im Garten". Sie ist der Start einer Reihe, bei der junge Menschen denkmalgeschützte Gärten und Parks erkunden und erste Informationen zu Klimawandel, Biodiversität und Nachhaltigkeit erhalten. Im Schloss selbst startet um 14 Uhr die Sonderführung "1816 - Louise Isabelles Jahr ohne Sommer" mit Erzählungen vom Alltag und dem Kriegsschicksal der letzten residierenden Fürstin in Weilburg. Das Schloss ist von 10 bis 17 geöffnet, es gibt eine Pause von 12 bis 13 Uhr.

Im Rosenhang Museum starten am Sonntag gleich drei Ausstellungen: Um 14 Uhr wird Adria Mouras Schau "Farbnuance" offiziell eröffnet, um 15 Uhr Rashid Al Khalifas "Construction of Light and Shadows" und um 16 Uhr Lilli Elsners "ehe das Auge bricht". Das Museum ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Diez: Im Museum im Grafenschloss geht es von 14 bis 17 Uhr um Schablonenmalerei - vom Entwurf, dem Durchpausen auf Folien, dem Ausschneiden der Motive bis hin zum Schablonieren auf großformatige Blätter oder andere Materialien. Begleitend gibt es eine kleine Sonderausstellung. Material ist zum Selbstkostenpreis von 4 Euro erhältlich. Das Museum ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

(Termine so weit der Redaktion bekannt oder auf der Seite www.museumstag.de veröffentlicht.)

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