Bundestagsabgeordneter Dirk Heidenblut berichtete aus Berlin.
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Bundestagsabgeordneter Dirk Heidenblut berichtete aus Berlin.

Rettungsdienst und Krankenhaus äußern sich

"Wir sind auf einem guten Weg"

  • vonRobin Klöppel
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Video-Talk der SPD Limburg-Weilburg zur "Gesundheitsvorsorge im Wandel der Pandemie"

Limburg -Zu einem Video-Talk zum Thema "Gesundheitsvorsorge im Wandel der Pandemie" hatte der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rabanus für Montagabend eingeladen. Dabei waren der Essener SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Heidenblut als Mitglied des Bundestags-Gesundheitsausschusses sowie der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent des Kreises Limburg-Weilburg, Jörg Sauer (SPD). Aber auch im Rettungsdienst sowie im Krankenhaus Tätige kamen zu Wort.

Die Geschäftsführerin des Kreisverbandes Limburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Petra Kaiser-Schenk, denkt beispielsweise, dass sie viele freiwillige Helfer für Corona-Schutzimpfungen verlieren werde, wenn diesen weiter die Zahlung von Übungsleiterpauschalen vom Land verweigert werde.

Der Bad Camberger Bereitschaftsleiter des DRK, Peter Mors, fühlt sich ein wenig im Stich gelassen, was die Unterstützung bei der Besorgung von Schutzausrüstung sowie fehlende finanzielle Corona-Schutzhilfen betrifft. Das DRK Bad Camberg müsse Rücklagen haben, um in Zukunft neue Fahrzeuge und Materialien finanzieren zu können. Von daher hält Mors es für kontraproduktiv, wenn er diese Rücklagen nun aufbrauchen müsse. Heidenblut versicherte, den angesprochenen Problemen nachzugehen.

Dr. Peter Sahmer, Leiter der Notaufnahme des Limburger St.-Vincenz-Krankenhauses forderte, dass Pflegekräfte viel besser bezahlt werden müssten, um den Notstand an Fachpersonal zu beseitigen. Jörg Sauer findet, bei aller berechtigten Kritik solle man das Positive in den Vordergrund stellen. Im heimischen Kreis sei man in Sachen Corona-Bekämpfung die vergangenen Monate zwar am Limit gewesen, doch trotzdem sei es viel besser als in vielen Regionen im Ausland gelaufen, wenn er beispielsweise an die Bilder von Bergamo denke.

Harte Monate

im Krankenhaus

Sahmer berichtete, dass das Krankenhaus harte Monate hinter sich habe. Jedoch seien stets genug Notfallbetten da gewesen. Auf den Coronaschutz für Mitarbeiter und Patienten werde sehr stark geachtet. Jedoch bedeute das für jeden Patienten ein viel höheren Zeitaufwand, wenn beispielsweise Atemnot als mögliches Corona-Symptom eingestuft werde, mit den damit verbundenen Vorsichtsmaßnahmen. Nun könne man es aber mit Vernunft hinbekommen, Lockerungen zu ermöglichen, sagte Sahmer. Jedoch sei dann jeder einzelne Bürger in der Verantwortung, so achtsam damit umzugehen, "dass uns das nicht wieder alles auf die Füße fällt".

Sebastian Schneider. Leiter des Rettungsdiensts des DRK-Kreisverbands sagte, "dass wir am Rande des Kollaps waren". Die Situation sei aber nie so gewesen, dass nötige Fahrten nicht hätten durchgeführt werden können. Er bat die Bürger, das Thema Corona weiter ernstzunehmen, auch wenn jeder in sein normales Leben zurück wolle. Denn wenn jetzt vieles überstürzt werde, komme möglicherweise noch eine dritte Welle.

Heidenblut berichtete, dass derzeit mehr Corona-Impfstoff da sei, als verimpft werden könne. Wenn unter anderem im Limburger Impfzentrum nicht genügend ankomme, sei das eher ein Logistik- als ein Beschaffungsproblem. Die Organisation der Impfungen sei aber Sache der Länder, die dies ausdrücklich so gewollt hätten. Das Mitglied des Gesundheitsausschusses sagte, dass im zweiten Quartal des Jahres genügend Impfdosen da sein würden, dass jeder seine Erstimpfung bekommen könne. Es sagte aber auch, dass nicht überall Impfzentren seien und manche Bürger folglich schlecht dorthin kämen. Von daher forderte der SPD-Abgeordnete, dass künftig auch Impfungen bei Hausärzten möglich sein müssten. Der Limburger Stadtrat Richard Hasselbächer sagte, dass erst einmal das Impfzentrum genügend Dosen bekommen müsse.

Marco Krelowetz aus Elz fragte, ob es nicht möglich sei, wenn viele Angemeldete nicht erschienen, die Impfdosen anderen Interessenten anzubieten, die noch nicht dran seien. Sauer antwortete, dass gar nicht viele Impftermine nicht wahrgenommen würden. Die Impfstoffe könnten besser gelagert werden als anfangs. Von daher sei Zeit, eine Liste mit weiteren priorisierten Impfwilligen abzutelefonieren und diesen die freien Impfdosen anzubieten.

Sauer berichtete, dass sich nach noch hohen Infiziertenzahlen im Dezember die Situation beruhigt habe. "Wir sind auf einem guten Weg." Dank der Impfungen hofft er, dass Senioren ihre Enkel bald wieder treffen könnten. Das sei für diese ganz wichtig. Auch Sahmer sagte, dass die Situation im Limburger Krankenhaus wieder Richtung Normalbetrieb gehe. Zu den Höchstzeiten Ende des Jahres hätten dort 90 Covid-19-Patienten gelegen. Derzeit seien es nur noch 16.

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