Enttäuschung ist groß

WM-Stammtisch der NNP: "Wir waren zu schlecht!"

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Die Enttäuschung ist groß beim WM-Stammtisch der NNP. Helmut Griesand, Udo Lüngen und Takashi Sudo rechnen nun mit einem Rücktritt von Bundestrainer Jogi Löw. Nur Edmund Menges verweist auf dessen große Erfolge und will, dass er bleibt.

Schweden ist gerade in Führung gegangen gegen Mexiko, da unkt Udo Lüngen: „Wir nähern uns dem Losentscheid.“ Vorausgesetzt, Deutschland gewinnt 1:0 gegen Südkorea. Da steht es noch 0:0. Wie grausam dieses Spiel endet, ahnt keiner.

Ein paar Minuten später, Sami Khedira ist sehr zur Erleichterung von Takashi Sudo und Udo Lüngen ausgewechselt worden, sagt Edmund Menges einen klugen Satz: „Wenn wir ausscheiden, gehen wir wenigstens Brasilien aus dem Weg. . .“ Genau so wird es kommen.

Am Ende eines enttäuschenden Spiels und einer verdienten Niederlage gegen Südkorea nimmt der WM-Stammtisch der NNP mit großer Erleichterung im Bowlhouse in der Stadthalle die Worte von Jogi Löw zur Kenntnis, Deutschland sei verdient ausgeschieden bei der Fußball-WM. So formuliert es auch Helmut Griesand direkt nach dem Abpfiff: „Wir waren zu schlecht.“

Zu schlecht gegen Mexiko. Zu schlecht gegen Schweden. Zu schlecht gegen Südkorea. „Ich dachte, dass Schweden-Spiel ist ein Wachmacher“, sagt Takashi Sudo. Das dachten alle. Eine Illusion.

Vor dem Spiel sind alle noch optimistisch und setzen auf einen Sieg gegen Südkorea. Edmund glaubt immerhin an ein 2:1 und kommentiert die getippten Siege von Takashi und Helmut (jeweils 4:0) und Udo (3:0) mit einem: „Optimismus ist ja gut, aber zu viel Optimismus auch nicht.“ Udo stört das wenig: „In den ersten zehn Minuten schießen wir das 1:0 und machen noch in der zweiten Halbzeit das 2:0. In der 70. Minute steht es dann 3:0.“

Er sagt dies, obwohl keiner der Stammtisch-Teilnehmer den Deutschen ein gutes Schulzeugnis bei der WM ausstellen würde – vor der unerwarteten Niederlage gegen Südkorea wohlgemerkt. Maximal eine 4 würde Udo der deutschen Nationalmannschaft geben, Helmut eine 3 bis 4 und Takashi auch, wobei er eher zu einer 4 tendiert. Da ist Edmund mit einer 3 noch gnädig, aber da hat er die erste Halbzeit gegen Südkorea noch nicht gesehen. Danach wird er den Deutschen eine bittere 5 bis 6 ins Zeugnis schreiben.

Udo ist entsetzt, dass der Bundestrainer zu Beginn der zweiten Halbzeit noch keine Wechsel vorgenommen hat: „Das kann doch nicht wahr sein!“ Helmut schüttelt immer wieder den Kopf. Takashi stöhnt bei jedem Fehlpass auf und kommt in seiner Verzweiflung auf die Idee, den technisch versierten Ersatzkeeper der Deutschen ins Mittelfeld zu stecken.

Alle vermissen die Dynamik im deutschen Spiel. Udo fühlt sich bei den Versuchen der Deutschen, ein Tor zu schießen, an „Senioren-Bingo“ erinnert und ist irgendwann so verzweifelt, dass er ausgerechnet Özil den Siegtreffer zutraut. Doch die tapferen Südkoreaner, schon längst ausgeschieden beim Turnier, besiegen den Weltmeister verdient mit 2:0. „Jetzt sind wir wirklich nur noch Bademeister“, sagt Helmut.

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