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Wo Besucher noch geimpft sein müssen

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Von: Sabine Rauch

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Im Limburger St.-Vincenz-Krankenhaus werden die Besuchsregeln zum 1. Oktober noch einmal verschärft.
Im Limburger St.-Vincenz-Krankenhaus werden die Besuchsregeln zum 1. Oktober noch einmal verschärft. © Privat

Unterschiedliche Vorgaben in den Kliniken

Limburg-Weilburg -Kirmes, Oktoberfest, Konzert - alles ist möglich. Jede Menge Menschen auf engstem Raum. Und nach Impf- oder Genesenen-Nachweis fragt niemand mehr, Tests sind freiwillig, nicht mal mehr die Maske ist Pflicht. Als wäre die Pandemie vorbei. Nur in den Krankenhäusern nicht, vor allem im Limburger St. Vincenz. Wer seine Angehörigen besuchen will, braucht dort nicht nur einen aktuellen Corona-Schnelltest, er muss auch nachweisen, dass er gegen das Virus geimpft oder genesen ist. Die Maske ist sowieso Pflicht.

In der Regel hätten die Menschen großes Verständnis für die Schutzmaßnahmen, sagt Nicola von Spee, die Sprecherin des St.-Vincenz-Krankenhauses. „Sie wissen, ein Besuch im Krankenhaus während der Pandemie ist nicht selbstverständlich, und sie sind einfach dankbar, dass sie nach den großen Einschränkungen in der Corona-Hochphase überhaupt wieder ins Haus kommen und ihre Liebsten besuchen können.“ Deshalb mache die Klinik aus gutem Grund von ihrem Hausrecht Gebrauch - „zum Schutz der Patientinnen und Patienten“, aber auch, um die Mitarbeitenden der Klinik vor Infektionen zu schützen.

Das wollen das Kreiskrankenhaus in Weilburg und die Kliniken von Vitos Weil-Lahn natürlich auch. Aber ihnen reichen inzwischen Schnelltest und Maske. Diese Kliniken gehören auch zum Versorgungsgebiet 5 (Wiesbaden-Limburg). Dort hatte man sich mit dem Lockern der Besuchsregeln zum 2. Mai auf die 2 G+-Regel verständigt - schon damals im Gegensatz zu anderen Versorgungsgebieten in Hessen. Denn eine Landes- oder Bundesvorgabe gibt es nicht. Doch längst sind sich da im Versorgungsgebiet 5 nicht mehr alle einig.

„An Angehörige und Patienten denken“

Es sei den Menschen schwer zu vermitteln, dass in allen anderen Bereichen die Regelungen gelockert wurden, nur in Krankenhäusern nicht, sagt Thomas Schulz, der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Weilburg. Man müsse auch an die „Bedürfnisse der Angehörigen und Patienten denken“. Deshalb habe sich der Pandemiestab entschlossen, die Besucherregelung umzustellen.

Wer ins Kreiskrankenhaus will, braucht jetzt nur noch einen Antigen-Test, der nicht älter als 24 Stunden ist. „Fragen nach dem Impfstatus entfallen dann.“ Die Tests können gleich an Ort und Stelle gemacht werden, in einem Test-Center am Parkplatz vor dem Klinikgebäude. Die FFP 2-Maske bleibt ebenfalls Pflicht - im gesamten Haus, auch im Patientenzimmer und zwar für Besucher und Patienten. Wie es weitergeht, müsse man sehen, sagt Thomas Schulz. Der Winter kommt ja noch.

Wenn es nötig sei, werde natürlich auch in den Vitos-Kliniken, beispielsweise in Weilmünster oder Hadamar, die Besucherregelung wieder angepasst, sagt Susanne Rosa, die Sprecherin von Vitos Weil-Lahn. Aber bislang sei es nicht nötig. Dort gilt: Wer zu Besuch will, braucht eine FFP 2-Maske und einen negativen Schnelltest. Mehr nicht. Und das schon seit Wochen. Die Klinik habe Anfang August entschieden, dass es nicht mehr sinnvoll sei, den Impfnachweis zu prüfen, weil sowieso der Großteil der Bevölkerung geimpft oder genesen sei. Und weil ein tagesaktueller Test viel wichtiger und aussagekräftiger sei als eine Impfung vor ein paar Monaten. Mit dieser Haltung machten die Kliniken gute Erfahrungen, sagt Susanne Rosa. Natürlich stiegen auch dort die Infektionszahlen, „Aber wir führen das nicht auf die Besuchsregelungen zurück.“

„Virusausscheidung bei Geimpften geringer“

Das St.-Vincenz-Krankenhaus bleibt bei seiner Regelung. „Wir bitten unsere Besucher einfach um Verständnis dafür, dass wir größtmöglichen, maximalen Schutz für unsere Patientinnen und Patienten, aber auch für unsere Mitarbeitenden gewährleisten möchten.“ Und deshalb gilt ab 1. Oktober auch nur derjenige als geimpft, der dreifach geimpft ist - dann wird aus der 2 G+- die 3 G+-Regel. Die Impfung schütze zwar nicht vollständig vor einer Weitergabe der Infektion, allerdings sorge der Immunschutz für eine deutliche Reduktion der Übertragungswahrscheinlichkeit, zum Beispiel durch die Reduktion der Viruslast in den Atemwegen, sagt Nicola von Spee. „Zudem ist wissenschaftlich validen Studien zufolge erwiesen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch trotz vollständiger Corona-Schutzimpfung PCR-positiv wird, deutlich vermindert ist.“ Außerdem sei die Virusausscheidung bei Personen, die trotz Impfung eine SARS-CoV-2 Infektion haben, geringer und kürzer als bei ungeimpften Personen mit SARS-CoV-2 Infektion.

„Unsere Regeln basieren hauptsächlich auf den gesetzlichen Vorgaben des Landes und des Bundes“, sagt Nicola von Spee. „Unabhängig davon sind wir der Überzeugung, dass der Schutz besonders vulnerabler Menschen über der Gewährung von Individualinteressen steht.“ Beschwerden darüber seien die Ausnahme, ihnen folgt ein Hinweis auf das Hausrecht. „In sehr seltenen Fällen müssen wir darauf hinweisen, dass diese Regelungen in erster Linie dem Schutz derer dienen, die am verletzlichsten sind: kranke Menschen.“

Deshalb gilt von Oktober an die 3G+-Regel, auch für Jugendliche - „selbstverständlich“, sagt Nicola von Spee.

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