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Das Mundipharma-Verwaltungsgebäude II könnte neuer Sitz der Limburger Stadtverwaltung werden.

Stadtverordnete entscheiden

Zieht die städtische Verwaltung um?

Es geht um eine Investition in Höhe von 7,2 Millionen Euro, über die die Stadtverordneten bald entscheiden: So viel müsste die Stadt Limburg bezahlen, um mit großen Teilen der Verwaltung auf die Dietkircher Höhe umzuziehen. Für die Bürger soll sich trotzdem wenig ändern: 90 Prozent ihrer Anliegen sollen sie weiterhin in der Innenstadt erledigen können.

Soll die Stadt einen großen Teil des Geländes des Pharmaunternehmens Mundipharma auf der Dietkircher Höhe kaufen, um dort einen neuen Verwaltungssitz zu errichten? Darüber wird die Limburger Stadtverordnetenversammlung am Montag, 27. August, entscheiden. Um die Entscheidung vorzubereiten, kommt der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, 16. August, zu einer Sondersitzung zusammen. Im Rathaus wird der Magistrat von 19.15 Uhr an die Ergebnisse seiner Untersuchungen, Gutachten und mehr vorstellen. Eine möglichst große Öffentlichkeit ist gewünscht, deshalb steht der große Sitzungssaal auch mit seiner Erweiterung zur Verfügung.

Das Verwaltungsgebäude II des bisherigen Mundipharma-Standorts, das Unternehmen verlässt Limburg und hat künftig mit deutlich reduzierter Belegschaft den Sitz in Frankfurt, könnte bald der Stadtverwaltung dienen. Das Rathaus als Anlaufstation für die Bürger soll in der Innenstadt bleiben. Dazu wird im alten Rathaus ein Bürgerbüro geschaffen, in dem die Dienstleistungen der Verwaltung gebündelt angeboten werden. Rund 90 Prozent der bisherigen Besuche von Bürgern sollen laut Verwaltung in der Innenstadt mit ihren Standorten altes Rathaus, Bahnhofsplatz (Ordnungsamt) und Brüderhaus (Standesamt, Amt für soziale Betreuung) erledigt werden können.

Im März hatte die Stadtverordnetenversammlung dem Magistrat den Auftrag erteilt, alle notwendigen Verträge für einen Kauf des Areals unterschriftsreif vorzulegen. Zuvor hatten Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) und der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) das Interesse der Stadt an einem Erwerb öffentlich bekundet und zugleich angekündigt, dies möglichst mit dem Bistum als Partner anzustreben, das auf der Suche nach neuen Verwaltungsräumen ist.

Das Bistum hat seine Entscheidung bereits getroffen und will das Verwaltungsgebäude I übernehmen und einen Kaufpreis von 3,68 Millionen Euro dafür zahlen. Die Stadt hatte von Beginn an das neuere Verwaltungsgebäude II im Blick, das ausreichend Platz für die Verwaltung bietet. Für die Stadt bleibt damit ein Kaufpreis in Höhe von 7,22 Millionen Euro. Darin enthalten ist nicht nur das VG II, sondern auch das Conference Center (CC), das sich zwischen den beiden Verwaltungsgebäuden befindet. Zu dem Areal gehören auch entsprechende Parkplätze.

Für die Nutzung des CC zeichnen sich ebenfalls Lösungen ab. Ein Geschoss wird „Fidelio Healthcare“ übernehmen. Das neue Unternehmen wird die Produktion am Standort weiter betreiben und auch die damit verbundenen Gebäude (Produktionshalle, Hochregallager) übernehmen. Für das zweite Obergeschoss gibt es ebenfalls einen Interessenten, der langfristig mieten möchte, was allerdings einen Umbau bedingt. Das Ordinariat wiederum hat großes Interesse daran, die Tagungsräume im CC mit zu nutzen. Mundipharma hat angekündigt, den Gesamtkaufpreis in Höhe 10,9 Millionen Euro in den neuen Standort von Fidelio Healthcare zur Verfügung zu stellen.

Neben dem Bürgerbüro im alten Rathaus, dort sollen auch weiterhin alle Sitzungen der Stadtverwaltung stattfinden, ist eine verbesserte Anbindung an die Stadtlinie eine weitere wichtige Voraussetzung. Geplant ist, einen 30-Minuten-Takt zwischen Innenstadt und der Dietkircher Höhe anzubieten. red

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