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Wer mitten in Limburg wohnt, hat es schwer, auf der Straße einen Parkplatz finden. Die Stadtverordneten haben eine Lösung auf den Weg gebracht.  (Symbolfoto)

Verkehr in Limburg an der Lahn

Politiker fassen Plan, um Parkplatz-Problem in der Kernstadt zu beheben

Wer mitten in Limburg wohnt, hat es schwer, auf der Straße einen Parkplatz finden. Die Stadtverordneten haben eine Lösung auf den Weg gebracht. 

Limburg – Die verkehrsgünstige Lage Limburgs ist Fluch und Segen zugleich. Der Fluch besteht unter anderem darin, dass Limburg ein idealer Treffpunkt für Pendler ist. Die fahren eine relativ kurze Strecke mit dem Auto in die Stadt, suchen sich dort einen kostenlosen Parkplatz und bilden mit anderen Pendlern eine Fahrgemeinschaft.

Was jeden Gretanisten begeistert, treibt Anwohnern zunehmend die Zornesröte ins Gesicht. Denn viele dieser Pendler suchen sich bevorzugt kostenlose Parkplätze in Wohngebieten. Wer keine eigene Garage oder Parkmöglichkeit auf seinem Grundstück hat, muss oft lange nach einer Parklücke suchen.

Auf Antrag der CDU-Fraktion haben sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung "für die Einrichtung neuer und die Ausweitung existierender Anwohnerparkzonen in der Kernstadt" ausgesprochen. Der Magistrat soll nun einen Bericht vorlegen über die existierenden Anwohnerparkzonen in der Kernstadt. Er soll außerdem unterschiedliche Modelle des Anwohnerparkens vorstellen wie zum Beispiel Anwohnerparken kombiniert mit gebührenpflichtigem Parken oder alternativ mit zeitlich befristetem Parken. Und schließlich soll der Magistrat alle Straßen in der Kernstadt auflisten, in denen seiner Meinung nach neue Anwohnerparkplätze ausgewiesen werden können und dürfen.

Limburg: Idee für Parkplatz-Modell mit Zeitbeschränkung 

"Die Nutzungskonflikte nehmen zu", begründete der Stadtverordnete Dr. Stefan Schäfer (CDU) den Antrag seiner Fraktion. Er wies dabei explizit auf Fahrgemeinschaften von Pendlern hin, die in Wohngebieten parkten, um anschließend in einem Auto Richtung Frankfurt zu fahren. Seine Fraktion könne sich gut ein Modell vorstellen, bei dem in Wohngebieten Anwohner immer parken dürfen und Besucher befristet auf maximal vier Stunden, nachzuweisen mit Parkscheibe. Die Pendler müssten sich dann zwangsläufig andere Parkflächen suchen.

Es gehe ausdrücklich nicht darum, neue Parkplätze auszuweisen, sagte Schäfer an die Adresse des Fraktionssprechers der Grünen, Dr. Sebastian Schaub. Der hatte zuvor einen Änderungsantrag verteilt, in der Annahme, es gehe bei dem CDU-Antrag auch darum, neue, zusätzliche Parkflächen in der Kernstadt zu schaffen, was dem vom Magistrat vorgebenen Ziel zuwiderlaufe, mittelfristig die Zahl der Straßenparkplätze zu reduzieren. 

Deshalb wollte Schaub klarstellen lassen, dass keine zusätzlichen Parkflächen entstehen. Doch er zog seinen Antrag wieder zurück, nachdem Marion Schardt-Sauer (FDP) und Peter Rompf (SPD) deutlich gemacht hatten, es gehe doch nur um eine andere Aufteilung bereits bestehender Straßenparkplätze, und Schäfer Schaubs Anmerkungen als "überinterpretiert" bezeichnet hatte. Rompf bat noch darum, vor dem Bericht des Magistrats den Ortsbeirat Kernstadt einzubinden.

Neues Parkleitsystem soll Parkplatz-Problem in Limburg entschärfen

In dem CDU-Antrag ist explizit davon die Rede, dass der Parkdruck nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in der West- und Südstadt sowie der Brückenvorstadt zunehme. Neben den von Schäfer angesprochenen Pendlern würden auch Schulen, Arztpraxen und Behörden für eine erhebliche Parkplatznachfrage sorgen.

Worauf Schaub anspielte, ist ein sehr wichtiges Ziel im Masterplan Mobilität, dem die Stadtverordneten in ihrer Sitzung mit großer Mehrheit zustimmten. Danach sollen bis zum Jahr 2025 die an den Straßen parkenden Autos in Parkhäuser verlagert werden. 

Dies soll unter anderem durch ein modernisiertes Parkleitsystem und angepasste Parkgebühren geschehen; das heißt: Parken an der Straße soll teurer sein als Parken im Parkhaus. Außerdem ist eine neue gesammelte Parkmöglichkeit vorgesehen, zum Beispiel im Bereich Stephanshügel/Holzheimer Straße oder Tal Josaphat/Eschhöfer Weg.

Gebührenpflichtig parken und entspannt mit dem Smartphone bezahlen, das geht zwar auch schon in Limburg, aber bislang nur in der vor kurzem sanierten Tiefgarage der Stadthalle. Das ist der Antwort des Ersten Stadtrats Michael Stanke (CDU) auf eine Anfrage des FDP-Stadtverordneten Horst-Günter Herold zu entnehmen.

Limburg: Liberale wollen Parkscheinautomaten nachrüsten lassen

Der Liberale hatte daran erinnert, dass seine Fraktion darum gebeten habe, das bargeldlose Bezahlen von Parkgebühren mit dem Handy auch in Limburg einzuführen. Das sei in vielen Städten Standard.

Wer in der Tiefgarage parkt, kann seine Gebühren mit der sogenannten Nahfeldkommunikation, über die praktisch alle Handys verfügen, am Parkscheinautomaten bezahlen. "Die Parkscheinautomaten in den übrigen Parkhäusern sowie im Bereich der Straßenrandparkplätze sind noch nicht mit der entsprechenden Technik ausgestattet und müssten nachgerüstet werden", heißt es in Stankes Antwort. "Eine technische Nachrüstung eines Parkscheinautomaten (zum Beispiel im Altstadtparkhaus) kostet laut Hersteller circa 10 000 Euro." 

Limburg: Masterplan Mobilität soll auch Parken regeln

Stanke machte jedoch keine Angaben, ob und wann das bargeldlose Zahlen an anderen Standorten möglich gemacht werde. Herold wollte außerdem wissen, wann der Magistrat sich zum Thema "Dauer des Parkens" äußern werde. Die Liberalen setzen sich dafür ein, dass in der Innenstadt grundsätzlich ein längeres Parken möglich gemacht wird, um entspannter einkaufen zu können. Stanke verwies auf den Masterplan Mobilität. Im nächsten Jahr werde ein Parkraum- und Bewirtschaftungskonzept vorgestellt. 

(dick)

Zwei Männer geraten auf dem Parkplatz einer Klinik in Limburg aneinander. Einer steigt in seinen SUV und fährt gegen den Rollstuhl des anderen.

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