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An den weißen Schirmmützen immer gut zu erkennen: Zwei Bundespolizisten auf Streifgang am Bahnsteig 1 im Limburger Bahnhof.

Polizei

Revier der Bundespolizei im Bahnhof nun fast täglich besetzt

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Wo ist eigentlich die Bundespolizei? Diese seit vielen Jahren mit wachsendem Frust in Limburg gestellte Frage, kann endlich beantwortet werden: Sie ist dort, wo sie sein sollte - im Revier der Bundespolizei im Limburger Bahnhof und zeigt die sehnlich gewünschte Präsenz. "Wir wollen gesehen werden", sagt der Chef der zuständigen Bundespolizeiinspektion Frankfurt, Rocco Stein.

Limburg - Der jahrelange Ruf nach mehr Präsenz der Bundespolizei im Bahnhof Limburg, um zu einem besseren Sicherheitsgefühl beizutragen, ist in Frankfurt sehr wohl wahrgenommen worden. "Die ständigen Beschwerden haben uns gewurmt - auch von der Landespolizei", räumt der Chef der Bundespolizeiinspektion Frankfurt, Polizeidirektor Rocco Stein, im Gespräch mit dieser Zeitung ein; das Revier der Bundespolizei in Limburg gehört in seinen Zuständigkeitsbereich.

Dass diese Beschwerden seit einigen Wochen - auch von seiten der Stadt - verstummt sind, liegt an mehr Personal. Die Bundespolizisten mit ihren markanten weißen Mützen sind seit Frühjahr deutlich häufiger im und am Limburger Bahnhof sowie in den Zügen auf der Hauptstrecke zwischen Frankfurt und Limburg anzutreffen als in der Vergangenheit. "Wir wollen fast täglich da sein", verspricht Stein, damit sich Reisende sicherer fühlen.

Nur wenig Kriminalität

Und dass, obwohl sich an der grundsätzlichen Einschätzung der Bundespolizei an der Sicherheitslage im Bahnhof nichts geändert hat. Demnach ist der Standort in Limburg aus Sicht der Bundespolizei kein Kriminalitätsschwerpunkt. Es gebe nur wenige Delikte im Bereich von Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Körperverletzungen. Natürlich schreckten auch am Limburger Bahnhof lautes Gegröle und Anpöbeleien viele Menschen ab und machten Angst, räumt Stein ein. Allerdings seien das nun mal keine Straftaten. "Aber wir wissen, dass die Anwesenheit von Sicherheitskräften sehr wichtig ist und Vertrauen in den Staat schafft."

Stein verwendet immer wieder den Begriff "Personalaufwuchs". Denn der Zuwachs an Bundespolizisten im Bereich der Frankfurter Inspektion - immerhin ein Plus von zehn Prozent - ist durchweg jungen Kollegen zu verdanken, die erst zweieinhalb Jahre lang ausgebildet werden mussten. Und dieser Personalaufwuchs werde bis zum Jahr 2024 fortgesetzt, kündigt Stein an.

"Das ist kein Patentrezept"

Der Bedarf an zusätzlichen Bundespolizisten sei schon lange bekannt gewesen und könne nun durch einen Beschluss des Bundestags 2016, zusätzliches Personal einzustellen, zunehmend gedeckt werden. Neben den zusätzlichen Bundespolizisten seien auch die internen Abläufe verändert worden. So gebe es einen engen Kontakt mit der Limburger Polizei, Einsatzplanungen würden ausgetauscht und Absprachen getroffen. Zusätzlich gebe es Schwerpunkteinsätze der Bundespolizei mit verstärkten Kontrollen. Allein in den Monaten März, April und Mai habe es zehn solcher Einsätze gegeben.

Zurückhaltend äußert sich der Chef der Bundespolizeiinspektion über den Sinn von Alkoholverbotszonen. "Das ist kein Patentrezept", sagt Rocco Stein. Eigentlich gehe es um ein Alkoholkonsumverbot in der Öffentlichkeit auf bestimmten Plätzen. Die Bundespolizei setzte dieses Instrument zwar ein, aber auch nur an sehr wenigen Bahnhöfen in Deutschland. In der Regel handle es sich dabei um nur zeitweise Verbote, zum Beispiel an Wochenenden, um so öffentliche Trinkgelage zu vermeiden. "Eine solche Regel muss zum Problem passen", sagt Stein.

Die CDU-Fraktion in Limburg setzt sich dafür, dass die Landesgesetzgebung in Hessen entsprechend geändert wird, um hessischen Kommunen den Erlass von Alkoholverbotszonen zu ermöglichen. Die Stadtverordneten verwiesen den Antrag in den Ausschuss; nach den Sommerferien soll darüber beraten werden.

VON STEFAN DICKMANN

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