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Blick aus einem der Turmfenster des Doms auf den Innenhof des Limburger Schlosses, das sich im Besitz der Stadt befindet.

Größte Ausgabeposition

Gesamtbudget von 7,5 Millionen Euro: Sanierung von Schloss Limburg macht Fortschritte

In diesem Jahr werden die Räume für die Dommusik fertig - Das Stadtarchiv bekommt mehr Platz.

Limburg - Auch in diesem Jahr ist das Schloss im Haushalt der Stadt Limburg bedacht, mit mehr als einer Million Euro bildet es die größte einzelne Ausgabeposition. Im Mittelpunkt steht dabei das Stadtarchiv. Der Platzbedarf kann in den bisher zur Verfügung stehenden Schlossräumen nicht mehr gedeckt werden. Deshalb bekommt das Stadtarchiv künftig mehr Platz im Schloss.

Außerdem gilt es, alles, was im Innenbereich für die künftige Nutzung durch die Dommusik angefangen worden ist, noch abzuschließen, denn zur Jahresmitte ist die Übergabe der Räume vorgesehen.

590 Quadratmeter ist die Fläche groß, die die Dommusik künftig nutzen will. Sie ist schon im Schloss zu Hause und nutzt derzeit Räumlichkeiten im Saalbau. In Zukunft wird das Angebot der Dommusik im Schloss konzentriert, dazu stehen verschiedene Räume im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss zur Verfügung. Das Dachgeschoss im Turmbau oder auch im Renaissancebau wird nicht genutzt.

Limburg: Gesamtbudget für Schlosssanierung liegt bei 7,5 Mio Euro

"Wir geben dem Schloss mit unseren Investitionen eine Zukunft, in dem wir es wieder nutzbar machen", sagte der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) bei einem Besuch. "Zugleich stellen wir uns als Stadt unserer Verantwortung, historische Zeugnisse zu erhalten."

Rund 7,5 Millionen Euro werden in die Sicherung, Sanierung und Ertüchtigung des Schlosses fließen. Mit rund 2,5 Millionen Euro sind die derzeit laufenden Arbeiten im Innern kalkuliert. Für die Elektroinstallation sind rund 400 000 Euro aufzuwenden, für die Putzarbeiten rund 150 000 Euro, und die Arbeiten an den Fenstern summieren sich auf 120 000 Euro.

Die Architekten Axel (li.) und Thomas Schmitt (re.) zeigen dem Ersten Stadtrat Michael Stanke (2. v. li.) und Denkmalpfleger Markus Saal ein restauriertes Stück Holzfußboden. © Stadt Limburg

Eine der großen Baustellen in den derzeit laufenden Arbeiten war das sogenannte Kaminzimmer über der Kapelle. Die Kuppeldecke war von Schutt zu befreien, die Wände galt es auch restauratorisch zu untersuchen, und nun muss in dem Zimmer noch ein neuer Estrich aufgebracht werden. Nach Angaben von Architekt Axel Schmitt, der zusammen mit seinem Bruder Thomas, ebenfalls Architekt, die Sanierung des Schlosses plant und betreut, werden an den Raum künftig auch akustische Herausforderungen gestellt, da er der Schlossmusik als Probenraum dienen wird.

Eine Vielzahl an Arbeiten an den Böden, Fenstern, der Versorgung gilt es bis zur Jahresmitte zu beenden. Dazu zählt auch, dass die Dommusik ihren Probenraum im Saalbau des Schlosses verlässt und dort vorübergehend in einen anderen, hinteren Raum ausweicht. Das ist notwendig, damit der bisher genutzte Probenraum von seiner Versorgung an den Komplex angeschlossen wird, den die Dommusik in Zukunft nutzen wird. Dazu ist nach Angaben von Markus Saal, der in der Limburger Stadtverwaltung den Bereich Denkmalschutz verantwortet, auch der Einbau einer neuen Trennwand notwendig sowie die Verbesserung der Stufen und der Geländer auf der Freitreppe, die als zweiter Zugang zum großen Chorraum dient.

Limburg: Archäologische Arbeiten im Hof von Schloss Limburg

Wie Saal weiter ausführt, rückt im neuen Jahr auch der Schlosshof in den Fokus. Nach Abschluss der laufenden Arbeiten ist es notwendig, die dort liegenden Ver- und Entsorgungsleitungen zu erneuern. Die damit verbundenen Arbeiten werden archäologisch begleitet. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 30 000 Euro.

Bis dahin wird auch das Gerüst an der Giebelseite des Renaissancebaus wieder verschwunden sein. Die Arbeiten am Fachwerk des Gebäudes sind beendet: Nach Angaben von Saal waren dort Nacharbeiten notwendig, unter anderem wurden einige quer liegende Balken mit Blechen abgedeckt, um sie besser vor Feuchtigkeit zu schützen. "Der Giebel wird uns immer wieder beschäftigen, denn das Fachwerk ist dem Wetter ungeschützt ausgesetzt", sagt Saal.

Städtisches Museum wird geplant im Schloss Limburg

Die italienische und die portugiesische Gemeinde haben das Areal inzwischen verlassen, die ehemalige Scheune ist damit geräumt. Das Gebäude wird in Zukunft vom Stadtarchiv genutzt und muss entsprechend ertüchtigt und hergerichtet werden.

In der Scheune haben sich nach der Räumung des Dachgeschosses feuchte Stellen an den geneigten Innenflächen gezeigt, die eine Erneuerung der Dachflächen zwingend erforderlich machen. Wie bei allen anderen bereits sanierten Dachflächen des Schlosses wird die Eindeckung mit Naturschiefer vorgenommen.

Das Dachgeschoss dient in Zukunft als Lager für das Stadtarchiv. Das Obergeschoss wird dem Stadtarchivar mit seinen Mitarbeiterinnen als Büroraum zur Verfügung stehen und im Erdgeschoss wird der neue Leseraum eingerichtet.

Putzarbeiten: Alle Wände wurden mit einem Oberputz auf Kalkbasis und einem Unterputz aus Lehm versehen. Die mächtigen Stahlträgersind teilweise unter Putz verschwunden.  © Stadt Limburg

Die komplette Elektrik ist zu erneuern, und die Räumlichkeiten sind mit der erforderlichen Kommunikationstechnik auszustatten. Neue Fenster sind ebenfalls notwendig. Ebenso werden die Wände und Böden mit in die Sanierung einbezogen werden müssen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch die Erneuerung der Toilettenanlage erforderlich.

Die Arbeiten werden auch im Erdgeschoss des Schlosses fortgesetzt, dort befindet sich unter anderem die Kapelle. Nach Übergabe der Räume an das Bistum wird gemäß dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung die vertiefende Planung für die Ausstellungs- und Museumkonzeption in Angriff genommen. Hierzu haben sich Vertreter der Stadtverwaltung mit dem Ersten Stadtrat Stanke bereits das "Haus der Stadtgeschichte" in Heilbronn angeschaut, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Nach Vorentwurf und Kostenschätzung sind dann Mittel für die Planung in den Haushalt einzustellen. 

red

Limburg: Kurze Geschichte von Schloss Limburg

Das Limburger Schloss ist in seinen Ursprüngen eine Burg gewesen, die um das Jahr 800 herum entstanden ist und erst Jahrhunderte später zu einem Schloss umgebaut wurde. 1260 wurde Imagina, die Frau von König Adolf von Nassau und Mutter von acht Kindern, hier geboren. 1866 kam das Schloss in den Besitz Preußens. 1905 besuchte Kaiser Wilhelm II. das Bauwerk hinter dem Dom. 1929 brannten große Teile des Schlosses bis auf die Grundmauern ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es in den Besitz des späteren Bundeslandes Hessen über. 1995 wollte das Land es an einen Privatmann verkaufen. Dies stieß auf großen Widerstand in Limburg und führte zur Gründung eines Fördervereins mit dem Ziel, eine Privatisierung dauerhaft zu verhindern. Im Jahr 2000 kaufte die Stadt Limburg das Schloss zu einem symbolischen Preis von einer Mark. 

red

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