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Auch diese Besucher auf dem Kornmarkt hatten viel Spaß beim Limburger Altstadtfest.

Tolle Stimmung: Das Altstadtfest hat nichts von seiner Zugkraft verloren

Am Freitag- und Samstagabend waren die Altstadtgassen voller Menschen, die Freunde treffen, kühle Getränke, leckeres Essen und kurzweilige Musik genießen wollten. Bei brütender Hitze hatten dagegen die Akteure, die tagsüber auf der Plötze und dem Kornmarkt für Unterhaltung sorgen sollten, schlechte Karten.

Limburg- Schlechtes Wetter wirkt sich auf die Zuschauerresonanz ebenso aus wie zu gutes Wetter, wenn es zu heiß ist. Die Limburger Tanzschulen Schöffl und Josat-Dörr sowie die Musicalgruppe Pinocchio 90 hatten bei ihrem Unterhaltungsprogramm tagsüber während des Altstadtfests wenigstens das Glück, dass einige Eltern zuschauten. Andere wie das Saxofon-Ensemble "Saxsonic" der Limburger Kreismusikschule, die vom Fitnessstudio "Sportive Woman" sowie Bernd Schmitt mit seinen Handpuppen mussten hingegen vor nur wenigen Interessierten auftreten, was bei dem guten Programm schade war. Doch das Schwimmbad, die heimische Terrasse oder eines der Eiscafés war bei diesen Mördertemperaturen wohl für viele Limburger und sonstige Stammgäste des Altstadtfestes offensichtlich attraktiver.

An den etwas kühleren Abenden am Freitag und Samstag herrschte hingegen ein völlig anderes Bild, als die Getränkestände, die Außentische (nicht aller) Limburger Altstadtlokale und die Plätze vor den Bühnen voller Menschen waren. Viele in der Region bekannte Bands und Musiker spielten auf. "Noisic", "Ring Of Fire", "Die Band" "Ordonez", "Jack's Comrades" und Macky Müller haben zahlreiche Fans in Limburg und Umgebung.

Hohe GEMA-Gebühren

Bei der Masse an Menschen wirklich überraschend ist die Erkenntnis, dass dem Altstadtkreis als Ausrichter dieses Volksfestes im vergangenen Jahr lediglich ein ganz leichtes Plus entstanden sei, wie die Vorsitzende des Altstadtkreises, Marie-Christine Formeier, sagte. Denn die Ausgaben würden immer höher. Allein die GEMA-Gebühren (für die Musik) seien bereits so hoch, dass man deswegen schon an den Sonntagen darauf verzichte, fremde Musik öffentlich zu spielen. Das erklärt auch, warum im Vorfeld dafür geworben worden war, die Festbändchen für drei Euro das Stück zu kaufen (für günstigere Getränkepreise), weil die Einnahmen in das nächste Altstadtfest und andere Aktionen des Altstadtkreises gesteckt würden. Ebenfalls bat die Vorsitzende die anderen Altstadtkreis-Mitglieder, sich künftig schon im Eigeninteresse mehr in den Altstadtkreis einzubringen. Aktuell bleibe der große Aufwand im Vorfeld überwiegend an Joachim Schatull und ihr hängen.

Ein Standbetreiber, der namentlich nicht genannt werden möchte, wunderte sich hingegen über diese Aussagen. Wenn die Theken über Stunden voller Menschen seien und ein Getränk mit Bändchen drei Euro und ohne vier Euro koste, sollte sich das trotz Standgebühren und Personalkosten für jeden Beteiligten lohnen. Der Altstadtkreis bekomme von jedem Standbetreiber ja eine nicht unbeträchtliche Standgebühr. Zudem müsse man auch davon ausgehen, dass Tausende Bändchen veräußert worden seien.

Zufriedene Besucher

Den Besuchern freilich kann es egal sein, wer in welcher Höhe von dem Festwochenende profitiert. Abgesehen davon, dass einige natürlich lieber günstigere Getränkepreise wie auf Volksfesten in der Limburger Nachbarschaft zahlen würden, ist das Altstadtfest für Besucher mit seinem Flair, der Möglichkeit, kulinarisch und musikalisch vielseitig zu genießen und soziale Kontakte zu pflegen, eine Supersache. Denn wer nichts ausgeben will, muss ja kein Bändchen kaufen und könnte die wirklich vielfältigen Bands mit unzähligen bekannten Cover-Hits und Eigenkompositionen im Gepäck somit den ganzen Abend lang kostenfrei genießen.

Limburg hat über die Region hinaus durchaus einen Namen. Margit Heidek war mit 57 Frauen ihrer Landfrauen aus Simmerath in der Eifel extra für einen Tag mit dem Bus für eine Stadtführung und das Altstadtfest gekommen. Sie kennt die heimische Domstadt schon aus ihrer Jugend, als sie oft mit den Eltern in Balduinstein Urlaub machte. Warum sie gerne wiederkommt? "Die Altstadt ist wunderschön und die Limburger können feiern", sagt sie.

Besucher Frank Müller war beim Altstadtfest, "weil man hier viele bekannte Gesichter trifft und weil es Spaß macht, gute Musik zu hören". Tina Meuser findet für ein Fest das Altstadt-Ambiente einzigartig. Für Marius Heinrichs ist es klasse, draußen mit seinen Freunden gemütlich etwas zu essen, ein paar Gläser zu trinken und dabei dem Treiben in den Straßen und auf den Bühnen zuzusehen.

VON ROBIN KLÖPPEL

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