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VfR-19-Vorsitzender Wilfried Prinz (links) bekam von Christoph Wörsdörfer eine Ehrenurkunde des Landessportbundes überreicht.

100-jähriges Bestehen

VfR 19 Limburg: Viel mehr als ein Fußballclub

 Der VfR 19 Limburg feierte am Samstagabend auf seiner Sportanlage "Lahnkampfbahn" sein 100-jähriges Bestehen. Im Festzelt überreichte Kreisbeigeordneter Helmut Peuser (CDU) dem Vorsitzenden Wilfried Prinz die Silberne Ehrenplakette des Landes.

Limburg - Dass vor 100 Jahren nicht nur in der heimischen Region viele Sportvereine gegründet worden seien, habe mit dem verlorenen Ersten Weltkrieg zu tun, sagte Kreisbeigeordneter Helmut Peuser (CDU) bei der Jubiläumsveranstaltung des VfR 1919. Die Monarchie sei beendet worden und die ersten zarten Pflänzchen der Demokratie zu spüren gewesen.

100 Jahre seien für jeden Verein mit Höhen und Tiefen verbunden, im Falle des VfR 19 gelte das besonders. Zu seinen Glanzzeiten hatten die Fußballer in der Oberliga, die Basketballer gar in der 2. Bundesliga gespielt, und die Leichtathleten deutsche Meistertitel errungen. In seinen schlechten Zeiten stand der Traditionsverein kurz vor dem Aus.

Nur wenige Limburger erinnern sich noch daran, dass der Spielbetrieb der 19er vor und nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Ohl'schen Wiese abgehalten wurde. Dieses etwa 75 Jahre alte Foto wurde dort vom Limburger Fotografen Friedrich Hahn, vermutlich in der Fastnachtszeit, aufgenommen, da sich einige Spieler verkleidet hatten, und zeigt in den Trikots (von links): Karl Wahl, Paul Bertram, Erich Ackermann, Willi Steinhäuser,Gerd Schneider, Peter Grünewald, Johann Hahn, Josef Schiller und Ernst Roth. Foto: Archiv Dieter Fluck

Peuser freut sich, dass der Verein den Neuanfang geschafft habe. Der Kreisbeigeordnete konnte allen ein großes Dankeschön sagen, die über die 100 Jahre für den Verein im Einsatz gewesen seien und so für unsere Gesellschaft Verantwortung übernommen hätten. "Jeder Verein braucht Leute, denen das Herz für ihren Verein blutet. Menschen, die sich auch engagieren, wenn es ihrem Verein mal bescheiden geht."

203 aktive Mitglieder

Helmut Peuser kann gut nachvollziehen, was beim VfR 19 geleistet wurde, weil er hier selbst in jüngeren Jahren Sport getrieben und um das Deutsche Sportabzeichen gekämpft hatte. Er weiß, was es für Eltern und Betreuer bedeutet, die Kinder zu Wettkämpfen zu fahren und dafür viel Zeit zu opfern. Viele kritisierten schnell Ehrenamtliche in den Vereinen, seien aber nicht bereit, selbst ihren Einsatz für die Allgemeinheit zu leisten, kritisierte Helmut Peuser. Der Vertreter des Landrates ist zufrieden, dass heute immer noch Sport auf der Lahnkampfbahn getrieben wird, gerade im Jugendbereich.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) sagte, es gelte, beim VfR 19 vor allem nach vorne zu blicken. Es gehe aber auch darum, Wertschätzung zu zeigen für das, was in der Vergangenheit geleistet worden sei und immer noch geleistet werde. "Früher war der VfR 19 hier eine Macht", sagte Hahn.

Dieser Sportverein habe nach wie vor eine wunderschöne Anlage. Sie in Schuss zu halten, solch ein Fest vorzubereiten, das seien großartige Leistungen, sagte Hahn. Ebenso sei es eine beeindruckende Leistung, dass es dem aktuellen Vorstand gelungen sei, den Verein wieder schuldenfrei zu machen. Derzeit habe er wieder 224 Mitglieder, davon 203 Aktive. Solche heimischen Sportvereine sind laut dem Limburger Verwaltungschef das Rückgrat unserer Gesellschaft. Der VfR 19 leiste einen wichtigen Beitrag zur Integration und Inklusion, biete auch Gesundheitssport.

Osteoporose-Gruppe

Dr. Christoph Wörsdörfer lobte in seiner Funktion als Vertreter des Sportkreises Gaby Lehn, die gute Fee des Vereins, die hier seit vielen Jahren großartige Arbeit leiste. Ebenfalls lobte er den derzeitigen Vorsitzenden Wilfried Prinz, der sich schon seit den 1980er-Jahren in unterschiedlichster Form, unter anderem als Übungsleiter, für den Verein einsetze. Wörsdörfer übergab zum 100-Jährigen eine Ehrenurkunde des Landessportbunds an Prinz.

Gaby Druck-Wagner, Vertreterin des Turngaus Mittellahn, meinte, der VfR 19 sei viel mehr als ein Fußballclub. Hier werde neben Tischtennis auch Senioren-, Koronar- und Osteoporose-Sport getrieben. "Der VfR ist sehr aktiv und für die Leute da", sagte sie. Im Verein in der Gruppe zu trainieren, sei viel schöner als alleine daheim. Für 100-jähriges Turnen im Verein durch die Gymnastikgruppen konnte die Turngau-Vertreterin eine Plakette des Deutschen Turnverbandes überreichen. Vorsitzender Wilfried Prinz warb für den Verein: "Jeder muss etwas für den Körper tun und sich bewegen." Da sei es zweitrangig, ob mit Fußball oder Gymnastik.

Als Vorbild nannte er die Osteoporose-Gruppe der 19er, die sich schon seit 30 Jahren treffen. Im Sommer würden im Schnitt 60 Sportabzeichen auf der Anlage abgelegt. Prinz dankte allen Übungsleitern, Mitarbeitern in der Geschäftsstelle, bei der Platzpflege, im Fußball und den sonstigen Abteilungen. Er begrüßte auch den früheren Deutschen Meister im Bankdrücken, Ernst Nasgowitz.

VON ROBIN KLÖPPEL

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