Der Überbau der Schlossbrücke Hadamar soll saniert werden. Foto: Kaminsky
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Der Überbau der Schlossbrücke Hadamar soll saniert werden. 

11,5 Millionen Euro für Straßen

Hessen Mobil stellt Bauprogramm 2020 für den Landkreis Limburg-Weilburg vor

  • Rolf Goeckel
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11,5 Millionen Euro will Hessen Mobil im kommenden Jahr in Bundes- und Landesstraßen im Kreis Limburg-Weilburg investieren. Dies erklärte Behördenchef Eugen Reichwein gestern in einem Pressegespräch in Weilburg. Dafür seien allerdings mitunter monatelange Vollsperrungen erforderlich.

Limburg-Weilburg - 18 Bundes- und Landesstraßen im Kreis Limburg-Weilburg sollen vom kommenden Jahr an saniert, repariert oder teilweise neu gebaut werden. Dies erklärte der Leiter von Hessen Mobil Eugen Reichwein bei der Vorstellung des Straßenbauprogramms 2020 gestern in der Straßenmeisterei in Weilburg. 11,5 Millionen Euro sollen investiert werden; drei Millionen für Bundesstraßen und 8,5 Millionen Euro für Landesstraßen - deutlich weniger als in den letzten Jahren, wie Reichwein betonte. Denn große Bauprojekte wie der vierstreifige Ausbau der B 49 oder auch der Bau einer neuen Autobahnbrücke seien inzwischen abgearbeitet. "Das Blatt ist sehr dünn geworden", sagte der Behördenchef mit Blick auf die Liste der anstehenden Baumaßnahmen; sie umfasst kaum vier Seiten.

Allerdings müssten sich die Autofahrer auf zum Teil erhebliche Behinderungen und größere Umleitungen einstellen. Denn viele Baumaßnahmen könnten nur unter Vollsperrung der betroffenen Straßen erledigt werden. Dies gelte insbesondere für schmalere Landesstraßen, auf denen nur wenig Platz zum Arbeiten vorhanden sei. "Wir müssen die Arbeitssicherheit gewährleisten", erklärte Reichwein. Auch werde das Straßenbauprogramm möglicherweise noch verändert, wenn beispielsweise Umgehungen nicht zur Verfügung stehen. Dann werde aber nach Möglichkeit ein Ersatzprojekt eingeschoben, so der Behördenchef.

Eines der wichtigsten Straßenbauprojekte in der Region soll im kommenden Jahr zumindest in Angriff genommen werden, kündigte Reichwein an: Die B 8-Umgehung Erbach, Bad Camberg, Würges. Hier soll der erste Spatenstich für die Brücke über die L 3030 erfolgen, eines von mehreren Brückenbauwerken entlang der Strecke. Insgesamt sind für die B 8-Umgehung sieben Jahren Bauzeit geplant.

Eugen Reichwein, Leiter von Hessen Mobil, und Pressesprecherin Sonja Lecher erläuterten gestern das Straßenbauprogramm 2020 für den Kreis Limburg-Weilburg. Foto: Rolf Goeckel

Für bis zu vier Wochen soll ein Abschnitt auf der Ortsdurchfahrt Bad Camberg (Frankfurter Straße, B 8) gesperrt werden. Die obere Schicht der Straßendecke muss erneuert werden.

Schlossbrücke dicht

Eine Fahrbahnsanierung steht auch am anderen Ende des Landkreises, auf der B 49 zwischen den Anschlussstellen Löhnberg und Biskirchen, an. Wegen tiefer Spurrillen sieht Hessen Mobil dringenden Handlungsbedarf. Die B 49 wird halbseitig gesperrt, eine Umleitung wird über die alte B 49 eingerichtet und der Radweg über Ahausen geführt. Dauer der Baustelle: etwa zwei bis drei Monate. Sanierungsbedarf gibt es auf der B 49 auch in Höhe Allendorf. Dort müssen an einigen Stellen Böschungsrutsche beseitigt werden. Drei Monate sind dafür eingeplant.

Bereits begonnen hat laut Reichwein die Beseitigung eines von einem Hochwasser verursachten Hangrutsches entlang der Elkerhäuser Straße in Aumenau. Bis März/April sollen die Arbeiten dort andauern; die Straße bleibt bis dahin gesperrt. Um künftige Hochwasserschäden wenigstens zu dämpfen, sei auch die Gemeinde gefragt, so Reichwein. Sie müsse dafür sorgen, dass auf den Wirtschaftswegen das Wasser so abgeleitet wird, dass es nicht mehr komplett auf die Landesstraße und bis in die Häuser läuft.

Für neun Monate gesperrt werden muss die Schlossbrücke über den Elbbach in Hadamar. Hier ist eine Sanierung des Überbaus geplant. Zwischen Villmar und Runkel muss in Höhe des König-Konrad-Felsens eine Stützwand instandgesetzt werden. Dafür wird die L 3063 zwei Monate gesperrt. Auf derselben Landesstraße zwischen Runkel und Steeden ist eine dreimonatige Vollsperrung erforderlich, weil hier eine Kerkerbach-Unterführung instandgesetzt werden muss.

Saniert werden soll außerdem die Landesstraße 3022 zwischen Obertiefenbach und Niedertiefenbach und weiter in Richtung Hofen. Für die drei Bauabschnitte sind insgesamt elf Monate Bauzeit eingeplant. Grundhaft erneuert werden soll die L 3022 außerdem zwischen Waldbrunn-Hausen und der Landesgrenze. Die Straße ist dort vier Monate lang dicht.

22 Projekte seit 2016 erledigt

Zwischen Weyer und Münster (L 3021) muss ein Straßendurchlass erneuert werden, was voraussichtlich ebenfalls nur unter Vollsperrung möglich ist, wie Reichwein betonte. Geplante Dauer: zwei Monate. Der Felshang zwischen Weinbach und Freienfels (L 3021) muss gesichert werden, was rund vier Wochen dauern soll. Ob dafür eine Straßensperrung notwendig ist, soll noch geklärt werden.

Eine weitere Vollsperrung (zwei Monate) steht auf der L 3025 in Weilburg-Guntersau an; dort soll die Straße grundhaft erneuert werden. Für drei Monate gesperrt wird die L 3025 auch in der Ortsdurchfahrt Essershausen, die ebenfalls grundhaft erneuert und mit einem neuen Abwasserkanal ausgestattet werden soll.

Die Ortsdurchfahrt Merenberg (L 3109) wird ebenfalls grundhaft erneuert; zugleich verlegt die Gemeinde einen neuen Abwasserkanal. Rund sieben Monate Bauzeit mit Vollsperrung sind dafür eingeplant. Die L 3323 wird zwischen den Abzweigen Weinbach und Gräveneck von Grund auf saniert und soll daher für rund vier Monate gesperrt werden.

Eine positive Bilanz zog Reichwein mit Blick auf die seit 2016 laufende Sanierungsoffensive in Hessen. Im Kreis Limburg-Weilburg seien von 45 geplanten Projekten 22 erledigt worden. Er sei optimistisch, dass das Straßenbauprogramm bis 2022 vollständig abgearbeitet sein wird, wenngleich es Unwägbarkeiten gebe. So könne es sein, dass beim Ausbau von Ortsdurchfahrten oder beim Bau von Radwegen notwendiger Grunderwerb am Widerspruch von Anliegern scheitert. "Dann müssen wir erst Baurecht schaffen", so Reichwein. Auch komme es vor, dass Gemeinden für den Kanalbau schlicht das Geld fehlt. Auch dies führe dann zu Verzögerungen.

Weil sie Gasleitungen gefährden, müssen in Limburg mehrere Platanen weichen. Hier lesen Sie, welche Straßen betroffen sind.

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