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Ein Problem bleibt der Fachkräftemangel

Positive Bilanz

Ein guter Trend auf dem Arbeitsmarkt

Der heimische Arbeitsmarkt ist nach wie vor robust, ein Problem ist jedoch der Mangel an Fachkräften. So die Einschätzung von Angelika Berbuir, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, beim Jahresempfang am Mittwochabend in Weilburg.

Der gute Trend auf dem heimischen Arbeitsmarkt hat sich auch 2019 fortgesetzt. Dies erklärte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir, während des Jahresempfangs der Agentur am Mittwochabend im Weilburger Komödienbau. Rund 200 Unternehmer, Politiker und Behördenchefs kamen bei dem Treffen zusammen, unter ihnen Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU). Nach Berbuirs Angaben hat sich der Arbeitsmarkt in der heimischen Region in den vergangenen Jahren besser entwickelt als im Landesdurchschnitt. So wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im vergangenen Jahr im Kreis Limburg-Weilburg um 2,9 Prozent und im benachbarten Lahn-Dill-Kreis um 2,5 Prozent. „Das bedeutet, dass im letzten Jahr 3800 zusätzliche Arbeitsplätze im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar entstanden sind“, sagte Berbuir. Seit 2016 seien in beiden Landkreisen fast 9000 neue Arbeitsplätze entstanden

Lohnkostenzuschüsse

Von dieser guten Marktsituation profitierten alle, so die Agentur-Chefin weiter: Nicht nur die jungen und gut qualifizierten, sondern auch ältere Arbeitnehmer, Menschen mit Behinderungen, Menschen ohne formalen Berufsabschluss und auch Menschen, die erst seit kurzem in diesem Land lebten. Die Kehrseite der Medaille heißt laut Berbuir allerdings auch: 11 000 Menschen waren im Jahresdurchschnitt von Arbeitslosigkeit betroffen, was einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent entspricht. Für die Zukunft des heimischen Arbeitsmarktes zeigte sich Berbuir trotz vorhandener Risiken zuversichtlich. Herausforderungen seien der Brexit, aber auch die Abschottung einzelner Märkte, Zölle und durch Konflikte hervorgerufene Verunsicherungen in der Welt. Berbuir verwies auch auf die positive Konjunktureinschätzung der IHK Limburg. Demnach gehe es der heimischen Wirtschaft gut, auch wenn die Unternehmen angesichts zunehmender Unsicherheiten vorsichtiger geworden seien. Auch das Thema Fachkräftesicherung, das derzeit viele Unternehmen beschäftigt, sprach die Agentur-Chefin an. An die anwesenden Unternehmer gerichtet sagte sie: „Ich versichere Ihnen, dass wir alles tun werden, Sie neben unseren Vermittlungsleistungen auch bei der Ausbildung und Nachqualifizierung Ihrer Belegschaft zu unterstützen.“ In diesem Jahr würden 4000 Arbeitslose durch passende Bildungsmaßnahmen gefördert. Berbuir verwies zudem auf die Möglichkeit der Jobcenter, Unternehmen „lukrative Lohnkostenzuschüsse“ zu zahlen, wenn sie Mitarbeiter einstellen, die vorher arbeitslos waren.

Das Rezept heißt Ausbildung

Das wirkungsvollste Rezept gegen Fachkräftemangel ist laut Berbuir aber die Ausbildung. Sie bedauerte, dass die Zahl der Ausbildungen im dualen System seit 2016 leicht rückläufig sei. Nur noch 2673 junge Menschen hätten im vergangenen Jahr eine Ausbildung in diesem System begonnen. Die Agenturleiterin gewährte den Gästen des Jahresempfangs zudem einen Blick hinter die Kulissen. 16 000 Zugänge und Abgänge an Arbeitslosen habe die Agentur betreut, 12 000 Stellenangebote entgegengenommen und 110 000 Vermittlungsvorschläge unterbreitet. 53 000 Beratungsgespräche seien geführt worden, dazu seien 1000 Betriebsbesuche von Agenturmitarbeiter gekommen. Auf das Thema Fachkräftemangel ging auch der Geschäftsführer von Hessenmetall Mittelhessen, Sascha Drechsel, ein. „Der Markt ist leer gefegt“, sagte Drechsel, der von einem „Kernthema der Wirtschaft“ sprach. Fachkräfte, aber auch Akademiker, seien immer schwieriger zu bekommen. Eine Möglichkeit, dem Mangel entgegenzuwirken, sei die Beschäftigung von Frauen in Berufen der Metall- und Elektroindustrie. Doch trotz mancher Erfolge gleiche dieses Ziel häufig einem „Kampf gegen Windmühlen“

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