Links auf dem Bild ist zu sehen, wie neue Schwellen angeliefert und die alten abtransportiert werden. Auf Höhe des Mitarbeiters hebt die Maschine die Altschwellen aus und ab der Bildmitte sind die neuen Schwellen zu sehen. Die Schienen werden während des Umbaus seitlich vorbei geführt.
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Bei Limburg arbeitet die Deutsche Bahn an der Erneuerung der Gleise.

Westerwaldstrecke

Deutsche Bahn investiert in Westerwaldstrecken – Genehmigungen kommen kaum voran

In den Herbstferien finden im Westerwald mehrere aufwendige Bauprojekte der Deutschen Bahn statt.

Limburg-Weilburg – Lautstark ertönten in den vergangenen Tagen die elektronischen Warnanlagen, die entlang der Westerwaldstrecke rund um den Schafsberg installiert wurden. Im Auftrag des Tochterunternehmens der DB Netz AG hat die Firma Eiffage Rail mit dem "Wanne-Eickel-Express" zwischen der Lahnbrücke bei Staffel bis in den Bahnhof Limburg seit dem frühen Donnerstagmorgen rund 1,6 Kilometer Gleis erneuert. Der 115 Meter lange und 345 Tonnen schwere Umbauzug vom Typ "Matisa P100" hat die letztmals erst 2003 neu eingebauten Betonschwellen aufgenommen und durch neue ersetzt.

Doch lautstark bleibt es auch in den nächsten Tagen, denn in einem zweiten Arbeitsgang erfolgt die Reinigung des Schotterunterbaus. Dazu ist eine nahezu ebenso große Bettungsreinigungsmaschine, die bis gestern noch bei Hachenburg im Einsatz war, über Siegen und Wetzlar auf dem Weg nach Limburg.

Noch bis zum 20. Oktober werden die unterschiedlichen Arbeiten an den beiden Westerwald-Bahnstrecken andauern. Mit Einschränkungen kann zumindest der für die Unternehmen im Westerwald wichtige Güterverkehr an den Baustellen vorbeigelotst werden. Zusätzlich wurde im Bahnhof Staffel ein Gleis komplett in herkömmlicher Bauweise neu gebaut. Ursprünglich geplante Arbeiten im Bahnhof Hadamar, die eine zeitweise Sperrung des Bahnübergangs am Stellwerk erfordert hätten, wurden abgesagt.

Deutsche Bahn investiert in Strecke um Limburg: Teilweise Geschwindigkeitserhöhung

Auf der Lahn-Sieg-Bahn über Westerburg und Altenkirchen stehen die Arbeiten in Zusammenhang mit der bereits seit Jahren überfälligen, aber nur auf wenige kürzere Abschnitte begrenzten Erhöhung der Streckengeschwindigkeit von derzeit 60 auf 80 Stundenkilometer. Diese Arbeiten erfolgen nur dort, wo es für die Einhaltung des nach dem Rheinland-Pfalz-Takt 2015 vorgesehenen Fahrplans unbedingt erforderlich ist. Auf den übrigen Abschnitten, beispielsweise zwischen Niederzeuzheim und Westerburg, ändert sich nichts.

Da die nur mit Andreaskreuzen gesicherten Überwege in Wäldern und Feldern auch zukünftig nicht technisch mit Lichtzeichen oder Halbschranken gesichert werden, kann dort auch die Geschwindigkeit der Züge nicht angehoben werden. Eine im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens von 20 Anwohnern aus dem Bereich Niederzeuzheim erhobene Sammel-Einwendung gegen eine Beschleunigung des Zugverkehrs, wird daher wohl ins Leere laufen. Noch ist das Verfahren beim RP Gießen allerdings nicht beendet.

Auch die vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Koblenz durchzuführenden Anhörungsverfahren für die Planfeststellung in den rheinland-pfälzischen Landkreisen ist noch immer nicht abgeschlossen. Möglicherweise notwendige Erörterungstermine zu noch offenen Fragen können eventuell erst zu Beginn des kommenden Jahres erfolgen. Erst danach werden die Unterlagen vom LBM an das zuständige Eisenbahnbundesamt (EBA) übergeben. Erst nach Auswertung des Anhörungsverfahrens erteilt das EBA den erforderlichen Planfeststellungsbescheid, der Voraussetzung für die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen durch DB Netz ist.

Ambitionierter Zeitplan für Bauprojekte der Deutschen Bahn

Inwieweit bei diesen Verzögerungen noch die 2016 in Aussicht gestellten Termine für die Inbetriebnahme zu halten sind, ist derzeit offen. Vorgesehen war für den Bereich Diez Ost und den Kreis Limburg-Weilburg der März 2023, die Streckenabschnitte im Westerwaldkreis der August 2022 und abschließend für die erheblich umfangreicheren Baumaßnahmen im Landkreis Altenkirchen der Juni 2023.

Parallel zu den Arbeiten an der Oberwesterwaldbahn werden im Bahnhof Siershahn die beiden Bahnsteiggleise komplett erneuert und dabei auch eine für das dortige Bahnhofsgelände sehr wichtige Tiefenentwässerung neu gebaut. Die Tonschichten erschweren dort den Abfluss des Oberflächenwassers, was langfristig zu instabilen Gleislagen und Verschlammungen führt. Die ursprünglich geplanten Einkürzungen und Umbauten der Bahnsteige wurde nach erheblichem Widerspruch vorerst ausgesetzt. (hpg)

Auch an anderer Stelle soll es Neuerungen geben: Die Deutsche Bahn plant mehr Komfort auf der Taunusstrecke bei Limburg.

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