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Limburg-Weilburg: Eine Region im Eintracht-Fieber

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Von: Klaus-Dieter Häring

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Drei Generationen freuen sich auf das heutige Endspiel der Eintracht. Ramona und Elias-Luan Daum werden das Spiel am Fernseher verfolgen.Opa Sabine fährt mit Opa Peter Nied ins Frankfurter Stadion zum Public-Viewing.
Drei Generationen freuen sich auf das heutige Endspiel der Eintracht. Ramona und Elias-Luan Daum werden das Spiel am Fernseher verfolgen.Opa Sabine fährt mit Opa Peter Nied ins Frankfurter Stadion zum Public-Viewing. © Klaus-Dieter Häring

Kein Weg ist zu beschwerlich, um die Fußballer live zu erleben

Limburg-Weilburg -"Ich fahre nach Sevilla auch ohne Karte", sagt Eintracht-Fan Ralf Schuchardt aus Hadamar-Oberzeuzheim. Auch wenn er nicht ins Stadion kommen sollte, will er auf jeden Fall beim Endspiel der Europa League von Frankfurt gegen die Glasgow Rangers am heutigen Mittwochabend seiner Eintracht so nah wie möglich sein. Er gehört zu den vielen Tausenden von Fans, die bei der Vergabe der Karten leer ausgegangen sind, und trotzdem die Reise nach Südspanien auf sich nehmen.

Dem Endspiel, das um 21 Uhr angepfiffen wird und bei RTL zu sehen ist, fiebern viele Fußballfans entgegen. Viele haben sich um Karten für das Endspiel bemüht, viele wurden enttäuscht. Das Kontingent für die Eintracht-Fans ist auf 10 000 Karten festgelegt worden, bei einer Anfrage von 100 000.

Ralf Schuchardt war bereits beim Viertelfinale in Barcelona dabei und konnte dort eine Eintrittskarte "im Barcelona-Block" ergattern, in dem aber viele weitere Eintracht-Fans in ihren weißen Fan-Trikots saßen. Wenn er nun in Sevilla keine Karte bekommen sollte, wird er das Spiel im Kreise weiterer Eintracht-Fans an einem Public-Viewing "oder am Fernseher in einer Kneipe" verfolgen.

Public-Viewing ist auch das Stichwort für Peter und Sabine Nied, beide vom Eintracht-Fan-Club "Heidenhäuschen" Elbtal-Hangenmeilingen. Sie werden gemeinsam mit Enkelkind Elias-Luan - "ein Mini-Adler" - im Trikot im Frankfurter Waldstadion dabei sein, wo ein Public-Viewing stattfindet. "Das Stadion ist ausverkauft", sagt Sabine Nied, und auch vor dem Stadion ist eine Übertragung geplant, "wo noch mal 10 000 Besucher Platz haben".

Am Montag wurde vor dem Haus von Peter und Sabine Nied auch die große Eintracht-Fahne aufgehängt. Vom EFC "Heidenhäuschen" sind auch einige der 100 Mitglieder in Richtung Sevilla unterwegs "mit und ohne Karten", wie der Vorsitzende des EFC, Christian Nied, zu erzählen wusste. Nicht nur, dass diese Eintracht-Fans ohne Karten dabei sein wollen. Sie nehmen auch große Strapazen auf sich. Einige fahren von Hangenmeilingen aus nach Düsseldorf, von dort nach Köln, nach sechs Stunden Aufenthalt geht es weiter mit dem Flugzeug nach Jerez in Spanien, von dort nach Sevilla - und zurück in den Westerwald dieselbe Prozedur. "Das Ganze ohne Übernachtung, zwei Tage Hallo wach."

Umwege werden in Kauf genommen

Strapazen nehmen auch die beiden Eintracht-Fans Marcel Höhn und Christopher Herzberg auf sich. Sie sind Dauerkartenbesitzer und Mitglied bei der Eintracht. Beide haben das Glück, über Karten für das Endspiel zu verfügen. Sie haben im Vorfeld zwei Karten über die UEFA und sechs Karten für Freunde über die Eintracht bekommen. Da es keine Direktflüge in Richtung Malaga gibt, werden von beiden auch Umwege in Kauf genommen. "Wir fliegen über Palma, einen Tag später nach Sevilla", berichten sie. Beide haben schon vor dem Finale, als noch nicht feststand, dass die Eintracht es so weit schafft, die Flüge und Hotel gebucht. Andere Kartenbesitzer fahren mit dem ICE nach München, von dort mit dem Flugzeug nach Palma, von Palma nach Barcelona und von dort aus nach Sevilla. "Wir wären auch ohne Karten runtergefahren, um mit den Eintracht-Fans das ganze Drumherum mitzuerleben und vor dem Stadion die Band "Tankard" zu hören, die auch schon beim Pokalfinale in Berlin gespielt hat und die Fans vor dem Spiel einheizt", so die beiden. "Wir erwarten, in Sevilla mehr Leute zu treffen, die wir kennen, als auf dem Altstadtfest in Limburg."

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