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Dieter Oelke, Kreisvorstandssprecher der Grüne, nahm das grandiose Ergebnis für seine Partei mit Freude und Demut auf.

Europawahl

Grüne auch im Landkreis Sieger der Europawahl

Auch im Kreis Limburg-Weilburg sind die Grünen der große Sieger bei der Europawahl.

Limburg-Weilburg - Jubelnde Grüne, niedergeschlagene Christ- und Sozialdemokraten, glückliche AfD-Wähler, hin- und hergerissene Liberale und enttäuschte Linke: So sah das Stimmungsbild nach der Europawahl gestern Abend im Landkreis aus. Die Ergebnisse weichen nicht wesentlich von denen auf Bundesebene ab.

Die Grünen sind auch hierzulande mit 18,3 Prozent der große Sieger. Sie legen fast 10 Prozent zu. Erst mit der letzten der 180 Schnellmeldungen verloren sie knapp Platz zwei an die SPD.

Die CDU rutscht von 46,7 (2009) und 38 Prozent (2014) weiter auf 32,1 Prozent ab. Die SPD fällt nach einem Plus von sieben Prozent 2014 wieder von 29 auf 18,4 Prozent.

Die wichtigste Personalie stand schnell fest: Mit Christine Andersonwird erstmals eine Abgeordnete aus dem Kreis im Europäischen Parlament vertreten sein. Die AfD-Kreisvorsitzende aus Lindenholzhausen war auf Platz 8 ihrer Partei abgesichert: Als bestplatzierte Frau und hessische Spitzenkandidatin. Die 50-Jährige Hausfrau Mutter von drei Töchtern war gestern Abend in Berlin und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Kreisvorsitzenden von CDU und SPD erlebten zunächst bei der Bürgermeisterwahl in Runkel ein Wechselbad der Gefühle. Tobias Eckert(SPD) konnte sich wenigstens dort freuen. Den Absturz bei der Europawahl kommentierte er später nüchtern: "Das ist bitter, da gibt es nichts zu beschönigen." Eine Erklärung dafür habe er nicht. Die SPD habe im Wahlkampf eigentlich wichtige Themen, wie Mindestlohn und Unternehmensbesteuerung, besetzt, die aber offensichtlich kaum interessiert hätten.

Andreas Hofmeisterhatte das schlechte Ergebnis befürchtet. "Die großen Errungenschaften von Europa, für die auch die CDU steht, wie Frieden, Sicherheit und Wohlstand, sind im Wahlkampf leider nicht durchgedrungen. Klima- und Umweltschutz haben die Debatte zu stark bestimmt", sagte er. Den öffentlichen Diskurs betrachte er mit großer Sorge.

Dieter Oelke,der Kreisvorstandssprecher der Grünen, nahm das Ergebnis "mit Freude und Demut" auf. "Damit ist eine große Verantwortung und Herausforderung verbunden", sagte er. Die Grünen hofften, dass Entscheidungen für den Klimaschutz nun beschleunigt würden. "Die Politik darf nicht mehr länger reden, sondern muss endlich schnell handeln." hei

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