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Sie fühlt sich damit sicher: Dietlinde Merz trägt ihren Hausnotrufknopf als Kette um den Hals. 

Kosten um 20 Prozent erhöht

Der DRK-Hausnotruf gibt Senioren Sicherheit, die alleine leben - doch eine Preiserhöhung sorgt für Ärger 

Der DRK-Hausnotruf gibt Senioren Sicherheit, die alleine leben - doch jetzt gibt es Ärger.

Limburg - Weilburg - Viele ältere Menschen leben alleine und fühlen sich unsicher. Was, wenn sie in den eigenen vier Wänden stürzten und den Notruf vom Festnetztelefon in einem anderen Raum nicht mehr tätigen könnten? In solchen Fällen kann ein Hausnotruf, angeboten von verschiedenen Institutionen, helfen. Dieser nämlich wird direkt am Körper getragen und kann durch Knopfdruck signalisieren, dass Hilfe benötigt wird. Je nach Anbieter besteht der Hausnotruf aus einem Funksender und einer Basisstation, die je nach Vereinbarung entweder einen Verwandten alarmiert oder Kontakt zu einem Serviceteam herstellt, das im Notfall den Rettungsdienst verständigt. Lediglich durch Knopfdruck.

"Das gibt ein Gefühl der Sicherheit", weiß die 86-jährige Dietlinde Merz. Sie nutzt den Hausnotruf als Angebot des DRK-Kreisverbands Limburg bereits seit knapp zwei Jahren auf Wunsch ihrer Kinder und trägt den Knopf, den sie im Notfall drücken soll, als Kette um den Hals.

Nun ist sie aber verärgert, denn der Preis für dieses Angebot beim DRK ist gestiegen. Bereits im vergangenen Jahr seien ohne Ankündigung 5 Euro mehr abgebucht worden und in diesem Monat nochmals 7 Euro mehr. Das seien allein in diesem Jahr 20 Prozent, sagt die Elzerin verärgert. Von 30 auf nun 42 Euro seien ihre Kosten somit gestiegen. Auch die 68-jährige Limburgerin Elfi Böhnke ist Nutzerin. 

Für beide sei es bereits die zweite Erhöhung, erklären sie. Als ehemalige Vorsitzende des Hausfrauenbunds Limburg aktiv wisse sie, dass es viele Nutzer gibt, für die diese Erhöhung aufgrund einer geringen Rente viel Geld bedeute. Sie fühlen sich nicht ausreichend informiert.

DRK-Hausnotruf: Preis hat sich wegen höheren Personalkosten geändert

Für die Erhöhung in diesem Jahr haben sie ein Schreiben bekommen, in dem der Grund für diese Erhöhung steht: Gestiegene Personalkosten und ein höherer technischer Unterhaltsaufwand hätten die Anpassung des Preises erforderlich gemacht, heißt es dort. Das sei nicht in Ordnung, findet Dietlinde Merz. "Die Leistung hat sich ja auch nicht geändert", ärgert sie sich.

DRK-Kreisgeschäftsführer Georg Daniel Normann spricht auf Nachfrage dieser Zeitung von einer Anpassung des Preises für den Hausnotruf. Das DRK sei trotz dieser Anpassung noch der günstigste Anbieter, schließlich würden jetzt auch keine einmaligen Servicegebühren anfallen. "Bei Fragen sind wir jederzeit für die Nutzer als Ansprechpartner verfügbar", sagt Kreisgeschäftsführer Normann, dann würde dies gerne erläutert. Dass eine Erhöhung ohne Ankündigung vorgenommen wurde, schließt er aus.

 Dies ließe sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht klären, da der zuständige Sachbearbeiter in Urlaub ist. Dass der Brief nicht ankam, könne eventuell daran liegen, dass es zu diesem Zeitpunkt Schwierigkeit mit dem externen Dienstleister für die Post gab. Eigentlich, so der Kreisgeschäftsführer, hätte der Preis für das Basispaket entsprechend der Anpassung der Pflegekassen bereits in 2018 um 4,64 Euro angepasst werden können. Dies sei auch auf dieses Jahr verschoben. Die Erhöhung beim DRK beziehe sich auf die Standardversorgung, einer von mehreren verschiedenen Optionen, die gewählt werden können.

Pflegekasse kann Kosten des DRK-Hausnotrufes übernehmen

Bislang hätte es für den Bereich Limburg noch keine Anfragen zur Thematik des Hausnotrufs gegeben, heißt es auf Nachfrage beim DHB Netzwerk Haushalt in Limburg. Bei Anfragen würden sie auf den Pflegestützpunkt verweisen. Als Ansprechpartner rund um das Thema Hausnotruf steht dieser den Interessenten beratend zur Seite. "Bei Vorliegen eines Pflegegrades können die Kosten im Rahmen der Vergütungspauschale von der zuständigen Pflegekasse übernommen werden", heißt es auf Nachfrage bei der Pressestelle des Landkreises.

Von Nadja Quierein

Beratungen für Interessierte am DRK-Hausnotruf

Es gibt verschiedene Anbieter, die einen Hausnotruf mit unterschiedlichen Serviceleistungen und unterschiedlichen Staffelungen anbieten. Aufgrund des demografischen Wandels und damit der steigenden Zahl von Menschen, die alleine leben, ist die Nachfrage nach dem Hausnotruf gestiegen, weiß der Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Georg Daniel Norman. Er könne aber nur für das DRK Limburg sprechen, welches sich auf den Alt-Kreis Limburg bezieht. Dort nutzen das DRK-Angebot aktuell knapp 700 Personen, Tendenz sei steigend.

Der Pflegestützpunkt des Landkreis Limburg-Weilburg kennt die unterschiedlichen Anbieter und verfügt über eine Liste, in der alle Anbieter eines Hausnotrufs mit Kontaktmöglichkeiten aufgelistet werden. Bei Fragen dazu steht der Pflegestützpunkt zur Verfügung. Dieser steht trägerneutral und kostenlos beratend zur Verfügung.

Sprechzeiten im Nebengebäude der Kreisverwaltung in Limburg, Gartenstraße 1, sind dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung. Telefonisch ist der Pflegstützpunkt unter (0 64 31) 29 63 75 oder (0 64 31) 29 63 76 telefonisch erreichbar.

Aktuell gibt es folgende Anbieter (Stand 4/2018 Pflegestützpunkt): DRK Kreisverband Limburg, DRK Kreisverband Oberlahn, Malteser Hilfsdienst gGmbH, Hausnotruf Mittelhessen, Vitakt-Hausnotruf GmbH, Hausnotruf Deutschland Frankfurter Verband e.V., Tellimed, G.P.S: Ortungssysteme Saveness (Save Tracker) und Pflege und Service Daheim. qui

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