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Der Kreistag in Limburg-Weilburg verbietet Schülern, während des Unterrichts zu demonstrieren.

Schulpflicht sei wichtiger

Fridays for Future: Kreistag ist Schulpflicht wichtiger als Demos für den Klimaschutz

Für große Teile der Kreistagsmitglieder ist die Schulpflicht wichtiger als die Demonstrationen der Jugendlichen für den Klimaschutz.

Limburg-Weilburg: Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung in Löhnberg nahezu einstimmig bei zwei Enthaltungen der Grünen eine von den Linken vorgelegte Resolution zum Thema „Fridays for Future“ abgelehnt. Nur die zwei Abgeordneten der Linken stimmten für den Beschlussvorschlag: 

„Der Kreistag stärkt Klima-engagierten Schülerinnen und Schülern den Rücken und begrüßt, dass Schülerinnen und Schüler auch im Kreis Limburg Weilburg demonstrieren, um für echten Klimaschutz zu kämpfen.“ 

Limburger Linke: demonstrierende Schüler sind keine Schwänzer

Im Antrag der Linken hieß es unter anderem, dass der Kreistag selbstverständlich die Bedeutung und Notwendigkeit der Schulpflicht unterstreiche. Wenn aber, wie am 15. März in Limburg, Hunderte Schülerinnen und Schüler mehrere Stunden im Regen demonstrieren und unter unangenehmen Bedingungen für gemeinschaftliche Ziele eintreten, könne es sich nicht um Schulschwänzer handeln. Wer es sich bequem machen und seinen Verpflichtungen hätte entgehen wollen, hätte eher unauffällig im Klassenzimmer gedöst. 

Limburger Kreistagsmitglieder lehnen Linken-Resolution ab

Als Sprecher der SPD-Fraktion lehnte Peter Rompf (Limburg) die Resolution der Linken ab. Ebenso Heinz-Jürgen Deuster (Weilburg) von den Grünen. Die Anliegen der Jugend seien jedoch ernstzunehmen, meinte Deuster und forderte die Linken aber auf, ihren Resolutionsantrag zurückzuziehen. Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Christine Anderson (Limburg), sagte, wenn der Kreistag für die Resolution stimme, dann müsse er künftig alle politischen Aktivitäten der Schüler an Schulen unterstützen. Die Schüler könnten ja auch in den Osterferien demonstrieren, so Christine Anderson. Der FDP-Abgeordnete Tobias Kress (Brechen) verwies auf viele andere Vereine oder Gruppierungen, die sich außerhalb von Arbeitszeit oder Schulzeit engagierten. 

Wer in Limburg demonstriert, bekommt Fehlstunden

Wer sich als Schüler an einer Demonstration beteilige, für den müsse der Lehrer unentschuldigt Fehlstunden eintragen. Der Bad Camberger Andreas Hofmeister (CDU) betonte, es bestünde eine Schulpflicht. Der Antrag der Linken laufe darauf hinaus, wenn das Ziel stimme, sei alles erlaubt. Die CDU lehne den Resolutionsantrag ab. Der Antrag wurde im Kreistag mit den Stimmen von CDU, SPD, AfD, Grünen, Freien Wählern und FDP bei zwei Enthaltungen (Grüne) und nur zwei Ja-Stimmen (Linke) abgelehnt.

(bl)

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