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Der Rhein-Main-Verkehrsverbund ist mit dem Zugverkehr am Bahnhof Limburg und auf den Zubringerstrecken in die Kritik geraten.

Streit um Umsteigezeiten am Limburger Bahnhof

RMV reagiert auf Kritik von Landrat - Politik ist aber nicht überzeugt

Der Kreis kritisiert Mängel im öffentlichen Nahverkehr, doch die Reaktion des RMV sorgt für Unzufriedenheit.

Limburg-Weilburg - Mit Kritik am RMV haben alle Fraktionen des Kreistags auf ein Schreiben des RMV an den Landkreis reagiert. Darin schreibt der Verkehrsverbund, ihm sei bekannt, dass in Limburg nur kurze Umsteigezeiten bestehen oder sogar ein Umstieg zwischen Linien aus zeitlichen Gründen nicht möglich sei.

RMV: Vier Minuten Umsteigezeit seien von Deutscher Bahn (DB) vorgesehen

Über das Schreiben informierte Landrat Michael Köberle (CDU) den Kreistag. Wörtlich heißt es darin: „Die Fahrpläne basieren auf der von der DB Netz AG als Eigentümerin des Schienennetzes definierten Mindestübergangszeit in Limburg von vier Minuten und der bestehenden Infrastruktur. Auf Strecken wie zwischen Limburg und Altenkirchen steht für beide Fahrtrichtungen nur ein Gleis zur Verfügung. Zugbegegnungen sind nur an ausgewählten Bahnhöfen möglich. Allerdings stehen wir zur grundlegenden Neugestaltung des Fahrplanes auf der RMV-Linie RB 90 zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2019 in Gesprächen mit dem SPNV-Nord, dem Besteller in Rheinland-Pfalz. Bei diesen Überlegungen liegt der Fokus auf durchgehende Fahrten von Au (Sieg) über Altenkirchen und Westerburg nach Limburg. Wir werden auch hier wieder so weit wie möglich Umsteigemöglichkeiten in Limburg realisieren. Für andere Fahrten oder Linien können wir die gewünschten Umsteigezeiten leider nicht anbieten.“

Politiker sind mit Antwort des RMV unzufrieden

Die Fraktion der Freien Wähler hatte in der Sitzung des Kreistags in Löhnberg auf ihren Dringlichkeitsantrag verzichtet und dafür einen konkreten regulären Antrag für die Kreistagssitzung im Juni angekündigt. Valentin Bleul (Freie Wähler) sprach von eklatanten Missständen, was zum Beispiel die zu kurzen Umsteigezeiten am Bahnhof Limburg, Zugausfälle und fehlende Eilzughalte am Bahnhof Eschhofen betrifft. Unabhängig von der politischen Aktivität der Freien Wähler hatte sich Landrat Köberle an den RMV gewandt und meinte im Kreistag, auch er sei mit der Antwort des RMV unzufrieden. Er kündigte an, einen Vertreter des RMV zu einem Gespräch in den Ausschuss für Raumordnung, Wirtschaft und Verkehr nach Limburg zu bitten.

Zu den seit Jahren auch vom Kreistag und den Freien Wählern geforderten Eilzughalten (Regionalexpress) am Bahnhof Eschhofen gab es vom RMV erneut eine Absage. Dazu schreibt der RMV: „Auf der RE 25 kommen anders als in den 2000er-Jahren Fahrzeuge ohne Neigetechnik zum Einsatz. Die aktuellen Fahrzeuge ermöglichen einen komfortableren Einstieg, verfügen über einen größeren Bereich für Fahrräder, Rollstühle oder Kinderwagen und sind im Betrieb zuverlässiger. In Eschhofen kann mit dem RE 25 seit dem Einsatz von Fahrzeugen ohne Neigetechnik allerdings nicht mehr gehalten werden, da die hierfür erforderliche Zeit nicht mehr zur Verfügung steht.“ Eine frühere Abfahrt/spätere Ankunft in Koblenz würde Anschlussverluste bedeuten. Eine Veränderung der Fahrzeiten zwischen Wetzlar und Gießen ist wegen Belegung durch parallele Fahrten von Zügen der Dillstrecke Siegen-Dillenburg-Wetzlar-Gießen nicht möglich.“ Zu den ebenfalls kritisierten Abfahrtszeiten in Limburg in Richtung Niedernhausen, schreibt der RMV, hier sei eine Verlegung der Fahrzeiten nicht möglich.

„Ein Offenbarungseid“

Bleul nannte das Schreiben des RMV einen „Offenbarungseid“: „Wir werden vorgeführt. Der RMV stärkt den Großraum Frankfurt, aber der Raum Limburg bleibt Diaspora.“

Wolfgang Lippe (Grüne) appellierte an den Kreisausschuss und Kreistag, an einem Strang zu ziehen, damit der RMV der Region Limburg-Weilburg mehr Beachtung schenke. Tobias Kress (FDP) betonte, gemeinsam gegen den RMV vorzugehen, sei der richtige Weg.

Der Geschäftsführer des RMV Knut Ringat müsse sich „warm anziehen“. Andreas Hofmeister (CDU) kündigte an, sich als Landtagsabgeordneter dafür einzusetzen, dass der RMV Verbesserungen vornimmt. Jörg Zimmermann (Linke): „Wir müssen gegen den RMV flächendeckend vorgehen.“

Dr. Frank Schmidt (SPD) erklärte, wenn der Kreistag gegen den RMV vorgehen wolle, sollte das mit einem ordentlichen Antrag geschehen. Einen solchen Antrag kündigten die Freien Wähler für die Sitzung im Juni an.

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