+
Um die Verbindungen am ICE-Bahnhof Limburg-Süd nach dem Fahrplanwechsel im Dezember gab es zuletzt einige Irritationen.

Verkehr

Was sich am  ICE-Bahnhof Limburg-Süd mit dem Fahrplanwechsel ändert

Die Zahl der Pendler steigt immer weiter. Eine befürchtete Verschlechterung der Verbindungen am ICE-Bahnhof Limburg-Süd mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird es aber nicht geben. Der RMV bietet sogar mehr Züge an.

Limburg-Weilburg - Mit dem ICE oder der Regional-Bahn nach Frankfurt und Wiesbaden: Tausende Arbeitnehmer aus dem Landkreis Limburg-Weilburg pendeln täglich ins Rhein-Main-Gebiet, nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit rund 7200 Beschäftigte nach Frankfurt. Für all diese Menschen sind regelmäßige und pünktliche Bahnverbindungen wichtig, um rechtzeitig und ohne unnötigen Aufwand am Arbeitsplatz anzukommen. Ab Sonntag, 15. Dezember, gibt neue Fahrpläne mit einigen Änderungen.

Bereits am 15. Oktober wurden neue Pläne veröffentlicht. Dabei kam es besonders bei ICE-Reisenden, die werktags mit der Bahn zur Arbeit fahren, zu Verwirrungen. Eine Verbindung zur Hauptpendlerzeit zwischen 16 und 17 Uhr von Frankfurt nach Limburg tauchte dort nicht mehr auf. "Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie man so etwas tun kann, wenn man mehr Leute vom Auto auf den Zug holen möchte", sagt Pendler Alexander Wenzel. "Für mich ist das eine deutliche Verschlechterung und zieht die Überlegung nach sich, wieder mit dem Auto zu fahren."

Bei einer Zählung im Mai nutzten werktags im Durchschnitt 2421 Ein- und Aussteiger den ICE-Bahnhof Limburg-Süd. Dies waren allerdings 63 weniger als 2018 und 129 weniger als 2017. 2008 waren es sogar einmal 2758, anschließend ging es aber mit einem Zwischenhoch vor zwei Jahren wieder bergab.

Limburg: "Das Angebot erhalten"

Der Wegfall einer Verbindung könnte für ein weiteres Minus sorgen. Der Ärger ging so weit, dass die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes Limburg-Weilburg, Marion Schardt-Sauer, einen offenen Brief an das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen schickte. "Ich sah mich hierzu veranlasst, weil in den letzten Tagen verstärkt Pendler unserer Region auf mich zukamen und sich über das Vorgehen der Bahn AG beschwerten. Es gilt in unserer Region gemeinsam alles zu tun, dass der ICE-Halt Limburg in seinem Angebot erhalten und gestärkt wird", sagte Schardt-Sauer.

In dem Brief an Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) erklärt die FDP-Politikerin, dass fast jeder zweite Arbeitnehmer aus dem Kreis hinaus pendelt. "Deshalb sind gute Verkehrswege und optimal getaktete Verkehrsverbindungen das A und O." Gerade wegen der Diskussion und den Erwartungen der Bevölkerung an die Landespolitik zur Umweltpolitik und des Förderns des öffentlichen Verkehrswesens seien die Menschen sprachlos. "Auf der einen Seite sollen die Pendler vom Auto auf die Bahn umsteigen und auf der anderen Seite reduziert die Bahn AG die Ein- und Aussteigemöglichkeiten", so Schardt-Sauer.

Allerdings hat sich das Problem mittlerweile wieder erledigt, die zunächst gestrichene Verbindung bleibt. Auch sonst wird es mit dem neuen Fahrplan keine großen Veränderungen in Limburg-Süd geben. "Erfreulicherweise ist nun doch weiterhin ein Halt am ICE-Bahnhof in Limburg zwischen 16 und 17 Uhr vorgesehen", teilt Schardt-Sauer mit. Man müsse auch in Zukunft stets wachsam sein und auf Vorhaben der Bahn reagieren, die den Limburger ICE-Halt schwächen.

Limburg: 30 000 verlassen den Kreis

Wie wichtig gute Bahnanbindung im Landkreis sind, zeigen auch die aktuellen Pendlerzahlen von der Bundesagentur für Arbeit. Von über 64 000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten pendeln rund 30 000 zur Arbeit in einen anderen Kreis. Die Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich erhöht. 2009 lag sie noch bei rund 26 000. 7200 Auspendler fahren werktags nach Frankfurt. Auf Platz zwei steht der Lahn-Dill-Kreis mit 3000 Pendlern, gefolgt von der Stadt Wiesbaden mit über 2300. Knapp 20 000 Menschen, die in einem anderen Kreisen wohnen, pendeln zur Arbeit in den Kreis. Die meisten Einpendler kommen aus dem Rhein-Lahn-Kreis mit knapp 4700. Aus dem Westerwaldkreis sind es etwa 4400.

Der Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, Maximilian Meyer, berichtet von einigen zusätzlichen Fahrtmöglichkeiten ab dem 15. Dezember, so dass die Pendler und Reisende aus dem Landkreis Limburg-Weilburg auch zukünftig schnell zu ihrem Zielort gelangen. "Auf der Strecke Limburg - Niedernhausen - Wiesbaden gibt es montags bis freitags sieben zusätzliche Fahrten", kündigt er an. Außerdem werde es spätestens 2021 in allen Zügen zwischen Limburg und dem Rhein-Main-Gebiet WLAN geben und man wolle die Platzkapazität erhöhen. Bereits ab dem 1. Januar 2020 werden Senioren ab 65 Jahren in ganz Hessen für 365 Euro im Jahr fahren können. "Generell war das Jahr 2018 hinsichtlich der Fahrgastnachfrage ein Rekordjahr. Mit mehr Fahrten entsprechen wir diesem Trend und setzen weitere Anreize zum Bus- und Bahnfahren", sagt Meyer.

TOBIAS KETTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare