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Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen haben im Kreis Limburg-Weilburg im vergangenen Jahr laut DAK-Gesundheitsreport für fast jeden fünften Ausfalltag gesorgt.

Kreis Limburg-Weilburg über Landesdurchschnitt

Krankenstand deutlich gestiegen: Mehr Menschen haben Rückenschmerzen

Der Krankenstand im Landkreis Limburg-Weilburg ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Mit einer Quote von 4,6 Prozent liegt die Region über dem Landesdurchschnitt (4,3 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 46 krankgeschrieben.

Limburg-Weilburg - Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen haben im Landkreis Limburg-Weilburg im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent zugenommen. Der höchste Krankenstand in Hessen wurde mit 5 Prozent in den Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg und im Landkreis Gießen registriert; der niedrigste mit 3,7 Prozent in Frankfurt.

Kreis Limburg-Weilburg: Krankenstand deutlich gestiegen

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für Limburg-Weilburg zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Atemwegserkrankungen wie Bronchitis stiegen leicht um vier Prozent an und liegen damit weiter über dem Landesdurchschnitt. Fast jeder fünfte Ausfalltag erfolgte aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Rückenschmerzen und Co. blieben auf dem Niveau des Vorjahres und rangieren auf Platz eins der wichtigsten Diagnosen im Kreis.

Anteil der Erkrankungsgruppen an den Fehltagen im Landkreis Limburg-Weilburg in 2018

Die Fehltage bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen nahmen leicht um zwei Prozent zu. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt knapp 15 Prozent. Den stärksten Anstieg gab es bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Ausfalltage um mehr als 82 Prozent. Mehr Menschen waren auch aufgrund von Verletzungen wie beispielsweise Arbeitsunfällen krankgeschrieben.

Kreis Limburg-Weilburg: Große Suchtgefahr in Hessen

"Mit unseren Analysen setzen wir gezielt beim betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe", sagt Miriam Ilzhöfer, Leiterin der DAK-Gesundheit in Limburg, die im Landkreis 23 000 Mitglieder hat.

Die Krankenkasse untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt "Sucht 4.0 - Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt", wie viele Erwerbstätige in Hessen mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele zu kämpfen haben. Das IGES Institut wertete dafür die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK in Hessen aus - flankiert von Analysen der ambulanten und stationären Versorgung. Eine repräsentative Befragung von 5600 Beschäftigten sowie eine Expertenbefragung geben Aufschluss über die Verbreitung und den Umgang mit den verschiedenen Suchtmitteln und Verhaltensweisen.

Kreis Limburg-Weilburg: Mehr Menschen krank

Das Fazit: In Hessen haben Hunderttausende Beschäftigte ein Suchtproblem. Konkret bedeutet das: 326.000 Arbeitnehmer zeigen einen riskanten Alkoholkonsum - das ist jeder zehnte Beschäftigte. 336.000 Erwerbstätige sind zigarettenabhängig.

Erstmals untersucht der DAK-Report das Thema Computerspielsucht in der Arbeitswelt. Ergebnis: Rund 290.000 Arbeitnehmer in Hessen zeigen ein riskantes Nutzungsverhalten.

Laut DAK-Gesundheitsreport 2019 haben Arbeitnehmer in Hessen mit Hinweisen auf eine sogenannte Substanzstörung deutlich mehr Fehltage im Job als ihre Kollegen ohne auffällige Probleme. Der Krankenstand der Betroffenen ist mit 7,9 Prozent fast doppelt so hoch. Sie fehlen aber nicht nur im Job, weil sie wegen ihrer Suchtproblematik krankgeschrieben werden. Vielmehr zeigen sich bei ihnen in allen Diagnosegruppen mehr Fehltage.

Kreis Limburg-Weilburg: Riskantes Trinken

Besonders deutlich ist der Unterschied bei den psychischen Leiden. Hier sind es über viermal so viele Fehltage. Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen sind die Ausfalltage fast doppelt so hoch, bei Atemwegserkrankungen sind es 40 Prozent mehr.

Der Großteil der direkten Krankmeldungen bei Suchtproblemen ist in Hessen auf Alkohol zurückzuführen (75 Prozent). Laut Studie der DAK-Gesundheit haben 10,3 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande einen riskanten Alkoholkonsum. Bei Männern beginnt das beispielsweise bei täglich mehr als zwei 0,3 Liter-Gläsern Bier, bei Frauen schon bei einem 0,3 Liter-Glas Bier pro Tag.

Kreis Limburg-Weilburg: Sucht ist eine Krankheit

"Keine Droge verursacht so umfangreiche soziale und gesundheitliche Schäden in der Gesellschaft wie Alkohol. Das riskante Trinken bleibt daher ein zentrales Problem in Hessen, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt hat", sagt Ilzhöfer. Und weiter: "Sucht ist eine Krankheit, die jeden treffen kann. Wir wollen eine breite und offene Debatte anstoßen. Wir müssen hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen. Ist es Genuss, Gewohnheit oder bereits Sucht?"

Laut Report vertreiben sich rund 60 Prozent der Erwerbstätigen im Land mit Computerspielen die Zeit. Neun Prozent gelten als riskante Gamer; vor allem junge Beschäftigte zwischen 18 und 29 Jahren.

Das Rauchen von Zigaretten ist nach Angaben der Kasse in Hessen die verbreitetste Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. Zehn Prozent der Erwerbstätigen sind zigarettenabhängig. Unter den jungen Erwerbstätigen zwischen 18 und 29 Jahren gibt es mit 16,3 Prozent den geringsten Anteil. 

oh

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