So ausgelassen feierten die Damen beim Oktoberfest in Limburg vor Corona. Ob es in diesem Jahr stattfinden kann, ist noch ungewiss.
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So ausgelassen feierten die Damen beim Oktoberfest in Limburg vor Corona. Ob es in diesem Jahr stattfinden kann, ist noch ungewiss.

Was wird aus den Festen?

Prognose für Festsaison im Kreis Limburg-Weilburg: Schlechte Aussichten für viele Veranstalter

  • VonTobias Ketter
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Im Kreis Limburg-Weilburg wollen die Menschen endlich wieder ausgelassen feiern. So stehen die Chancen für die größten Events im Landkreis.

Limburg-Weilburg – Die Menschen im Landkreis Limburg-Weilburg sehnen sich nach sozialen Kontakten. Viele Bürger wollen endlich wieder ausgelassen tanzen, Livemusik hören und dabei ein frisch gezapftes Bier mit ihren Freunden genießen. Doch die Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie lassen derzeit keine solchen Feiern zu.

Besonders in den Sommer- und Herbstmonaten finden in der Region eigentlich Jahr für Jahr viele Events statt, an denen mehrere tausend Personen teilnehmen. Doch können diese Feste in 2021 durchgeführt werden, und laufen die Planungen trotz der immer noch angespannten Corona-Situation weiter? Diese Zeitung hat mit den Veranstaltern der größten Events im Landkreis gesprochen.

Feste in Limburg: Altstadtfest und Rheingauer Weintage fallen aus – Food-Truck-Festival soll stattfinden

Limburg: Das Altstadtfest, welches eigentlich am letzten Wochenende im Juni stattfinden sollte, fällt in diesem Jahr aus. Man habe die Entscheidung schweren Herzens getroffen, aber die Gesundheit gehe vor, sagt Marie-Christine Pacinella vom Altstadtkreis. "Da es nicht abzusehen ist, wie sich Corona weiter in unserem Leben festsetzt, sind wir nicht in der Lage zu planen, wie es mit Festen und Veranstaltungen in diesem Jahr und im kommenden Jahr weiter geht." Vor der Pandemie besuchten jährlich 8000 bis 10 000 Menschen das Altstadtfest. "Wir hoffen nun einfach, dass wir bald wieder unbeschwert und sicher zusammen feiern können", so Pacinella.

"Die Rheingauer Weintage dürften bei einer realistischen Gesamteinschätzung leider kaum als umsetzbar erscheinen", berichtet Johannes Laubach, Sprecher der Stadt Limburg. Zwar seien die Weintage erst Ende Juli vorgesehen, doch der hohe Zuspruch und der lange Planungsvorlauf ließen laut Laubach kaum noch Hoffnung auf eine Durchführung. Das immer beliebter werdende Limburger Food-Truck-Festival werde hingegen derzeit vorbereitet. Es wurde von April in den Juni verschoben und soll dann als Drive-In-Veranstaltung durchgeführt werden. "Wer sein Essen auf dem Marktplatz abgeholt hat, muss diesen Platz danach umgehend verlassen", erklärt Laubach.

Veranstaltungen in Limburg: Summer-Games – Limburg tanzt – Kreuzfest

"Die Planungen für die diesjährigen Summer-Games laufen", sagt Michael Guse, Geschäftsführer von Visions & Concepts. Er gehe nach eigener Aussage derzeit davon aus, dass die Veranstaltung vom 19. bis 22. August stattfinden kann. Viele langjährige Partner hätten bereits ihre Kooperation zugesagt. "Es wird aber sicherlich einige Einschränkungen geben", so Guse. Er habe sich das Ziel gesetzt, den Menschen nach so langer Zeit des Verzichts wieder Freude zu bereiten.

Visions & Concepts plant darüber hinaus noch weitere Veranstaltungen, die in diesem Jahr für Stimmung in der Kreisstadt sorgen sollen. "Limburg tanzt" werde voraussichtlich am 11. September durchgeführt. In Kooperation mit dem Bistum wolle das Unternehmen auch das Kreuzfest vom 16. bis 19. September veranstalten. "Wir werden für das Traditionsfest ein Hygienekonzept entwickeln, so dass hoffentlich Gottesdienste, Konzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen im Dom, der Altstadt und dem Bischofsgarten abgehalten werden können", sagt Stephan Schnelle, Pressesprecher des Bistums Limburg. Sollten wegen der Corona-Pandemie die Präsenzveranstaltungen nicht durchführbar sein, gibt es einen Plan B. "Wir haben auch ein digitales Konzept entwickelt", berichtet Schnelle.

Limburg: Jahrmarkt der Sinne – Sommernachtslauf – Limburger Oktoberfest

Michael Guse möchte des Weiteren in Kooperation mit dem Caritasverband Limburg den Jahrmarkt der Sinne am 19. September veranstalten. Außerdem soll der Sommernachtslauf am 25. September stattfinden. "Nach jetzigem Stand gehe ich davon aus, dass all diese Events durchgeführt werden. Sollte es die Pandemie-Lage aber nicht zulassen, müssen wir in den sauren Apfel beißen und die Veranstaltungen absagen oder verschieben", sagt Guse.

Ob das Limburger Oktoberfest in 2021 steigen wird, ist noch nicht klar. "Im Endeffekt entscheidet das die Politik", sagt Gunnar Zessel, Geschäftsführer vom Veranstalter NA+1. "Wir werden demnächst verschiedene Szenarien durchspielen, wie das Fest je nach Inzidenz durchführbar ist." Die Planungen laufen derzeit weiter. Einige Bands seien bereits gebucht. Es entstünden aber laut Zessel keine Kosten im Falle einer Absage. "Mit den Gruppen haben wir seit vielen Jahren engen Kontakt. Wir sitzen alle im selben Boot", so der Organisator.

Bad Camberg: Lampionfest – Bad Camberger Kerb

Bad Camberg: Am zweiten Wochenende im Juli soll eigentlich das Lampionfest die Menschen der Region begeistern. Doch ob es gefeiert werden kann, steht noch nicht fest. "Die Entscheidung wird vermutlich noch in diese Woche fallen", sagt Organisator Wolfgang Erk. Bislang seien die Planungen noch nicht gestartet. Vor der Corona-Pandemie kamen rund 4000 bis 5000 Gäste zu dem Fest. "So viele Besucher wird es in diesem Jahr wohl nicht geben", so Wolfgang Erk.

Ob die Bad Camberger Kerb im Herbst durchgeführt wird, ist derzeit sehr fraglich. "Wir wollen eine Absage so lange wie möglich hinauszögern. Es sieht aber schlecht aus", sagt Uwe Trautmann, Vorsitzender vom Bad Camberger Kerbeverein. Eigentlich soll das Fest vom 8. bis zum 11. Oktober stattfinden. Mit den Planungen habe man aber aufgrund der Corona-Situation noch nicht begonnen. "Es wurde beispielsweise noch keine Kapelle bestellt", berichtet Trautmann.

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Elz: Food-Truck-Meile – Kirmes in Elz

Elz: Vom 9. bis 11. Juli wird es in Elz voraussichtlich eine Food-Truck-Meile geben. "Sollte es die Pandemie-Lage zulassen, wollen wir diese mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbinden", sagt Rita Laux vom Ordnungsamt. Im Falle von geschlossenen Läden werde die Food-Truck-Meile wohl in das Industriegebiet verlegt. Konkrete Planungen gebe es aber noch nicht. "Wir warten ab, wie sich die Situation entwickelt", so Laux.

Inwieweit die Kirmes in Elz gefeiert werden kann, ist auch noch nicht klar. "Einen Festgottesdienst am dritten Wochenende im September wird es wohl geben", berichtet Verwaltungsmitarbeiterin Alexandra Blättel. Die Entscheidung, ob weitere Kirmes-Veranstaltung durchgeführt werden, steht noch aus. "Es ist noch nicht klar, wann sich die Kirmesgesellschaft und die Gemeinde für oder gegen eine Ausrichtung entscheiden werden", so Blättel.

Niederbrechen: Kirmes in Niederbrechen

Niederbrechen: Auch die Austragung der Kirmes in Niederbrechen ist in diesem Jahr ungewiss. "Es ist noch keine Entscheidung gefallen und es gibt noch einen Funken Hoffnung", sagt Frank Groos, Bürgermeister der Gemeinde Brechen. Die ausrichtenden Vereine hätten sich Ende Mai 2020 getroffen, um über das weitere Vorgehen abzustimmen. Dies werde wohl diesmal auch so passieren. "Vielleicht können wir am zweiten Wochenende im Oktober eine Veranstaltung in abgespeckter Form durchführen", hofft der Bürgermeister. Beispielsweise sei ein Open-Air-Event denkbar.

Dauborn: Dauborner Markt

Dauborn: Am ersten Septemberwochenende lockt der Dauborner Markt jährlich tausende Besucher an. Doch ob er in rund vier Monaten veranstaltet werden kann, ist derzeit noch unklar. "Die Entscheidung fällt Ende Mai oder Anfang Juni", sagt Siegfried Köpper, Vorsitzender des ausrichtenden Fördervereins der Feuerwehr. Der Markt könne nur dann stattfinden, wenn man ihn wie gewohnt ausrichten dürfe. "Eine abgespeckte Version funktioniert nicht", so Siegfried Köpper. Verträge mit Bands seien noch nicht abgeschlossen worden. "Sie haben den Termin des Marktes aber auf dem Schirm", sagt der Vorsitzende des Fördervereins. "Alle freuen sich auf das Fest. Es wäre traurig, wenn es ausfallen muss."

Dehrn: Kirchweihfest

Dehrn: Vor mehr als zwei Wochen habe die Stadt Runkel mitgeteilt, dass sie kein Kirchweihfest in Dehrn genehmigen werde, berichtet Georg Heun, Vorsitzender des ausrichtenden Turn und Sportvereins. Es sei nicht verwunderlich, dass die Kirmes nicht am zweiten Wochenende im Juli gefeiert werden könne. Allerdings habe man bereits Musikgruppen bestellt und ein Zelt angemietet. Beides werde nun wieder storniert. "Dadurch entstehen aber keine finanziellen Schäden", sagt Heun. Trotzdem mache sich die erneute Absage in der Kasse des Vereins bemerkbar. "Es fehlen natürlich Einnahmen." Die Lage sei aber aufgrund von aufgebauten Rücklagen noch nicht dramatisch. (Tobias Ketter)

Schon die Karnevalssaison im November wurde für die meisten Narren in Limburg-Weilburg zum Trauerspiel. Die meisten Veranstaltungen mussten abgesagt werden.

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