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Ihren Tanz als kleine Eisköniginnen dürfen die jüngsten Teilnehmer des Fastnacht-Programms auf der Bühne zeigen. Danach aber geht's für sie nach Hause. Das hat der FFV-Vorstand beschlossen. 

Mutter macht ihrem Unmut Luft 

„Kinder sind nicht erwünscht“ - Entscheidung von Fastnachts-Verein sorgt für Empörung

Ein Fastnacht-Verein im Kreis Limburg-Weilburg begrenzt die Besuchszeit der Kinder bei seiner Sitzung. Eine Mutter regt das tierisch auf. Der Verein verteidigt seine Entscheidung. 

  • DerFussinger-Fastnacht-Verein (Limburg-Weilburg) steht in der Kritik
  • Eine Mutter ärgert sich darüber, dass Kinder die Fastnacht-Show früher verlassen müssen
  • Der Fastnacht-Verein wehrt sich und verteidigt seine Entscheidung 

Waldbrunn - Sonja Frohnapfel ist sauer, ihre Tochter Ida enttäuscht. Für Mutter und Kind hat das närrische Treiben in diesem Jahr einen gewaltigen Dämpfer erhalten. Dabei sind beide mit Elan in die fünfte Jahreszeit gestartet. Sonja Frohnapfel hatte bereits für sich und ihren Mann Karten für die Kappensitzung Anfang Februar im Bürgerhaus besorgt. Die siebenjährige Ida übt seit Wochen mit der Tanzgruppe des Fussinger-Fastnacht-Vereins (Kreis Limburg-Weilburg) für ihren Auftritt als Eiskönigin. Den wird sie auch absolvieren. Nur sollen sie und die anderen kleinen Tänzerinnen die Veranstaltung im Bürgerhaus nach ihrer Bühnenshow verlassen.

Das sei den Eltern vor kurzem mitgeteilt worden, sagt Sonja Frohnapfel. "Kinder sind nicht erwünscht", habe es geheißen, und das empört sie.

Waldbrunn (Limburg-Weilburg): Fastnacht-Verein in der Kritik 

Denn Idas Mutter sagt:"Eigentlich dachte ich immer, Fasching sei für die ganze Familie." In Fussingen (Kreis Limburg-Weilburg) sei das allerdings offenbar nicht der Fall. Hier dürften die Kinder zwar ihren einstudierten Tanz auf der Bühne präsentieren, müssten aber dann den Saal in Fussingen verlassen.

Im vergangenen Jahr war das noch anders, erinnert sich Frohnapfel. Die Kleinen tanzten und saßen danach bei ihren Eltern und zwar so lange, wie die auf der Veranstaltung blieben. Die im Jugendschutzgesetz festgeschriebenen Uhrzeiten, bis zu denen Kinder und Jugendliche unterwegs sein dürfen, werden aufgehoben, wenn sie in Begleitung der Erziehungsberechtigten sind. Aus juristischer Sicht wäre deren Teilnahme an der Kappensitzung also noch immer möglich. Nur will der Fussinger-Fastnacht-Verein das jetzt nicht mehr. Die offizielle Begründung habe gelautet: "Es ist eine Abendveranstaltung, und da stören die Kinder", gibt Sonja Frohnapfel wieder, was die Vereinsvorsitzende Theresia Reitz gesagt haben soll.

Waldbrunn (Limburg-Weilburg): Kinder müssen Fastnacht-Show früher verlassen 

Reitz bestätigt die Aussage denn auch im Wesentlichen. Tatsächlich habe die Unruhe im Saal während der vergangenen Jahre stark zugenommen. Und dass Kinder im Grundschulalter nach Mitternacht beim Finale auf der Bühne gestanden haben, findet sie nicht richtig. 

Zudem seien längst nicht alle karnevalistischen Beiträge für die Kleinen geeignet und erst recht nicht interessant. Seit einiger Zeit habe der Verein beobachtet, dass beispielsweise zwischen den Tischreihen Fangen gespielt oder während Büttenreden laut gelacht und gerufen werde. Deshalb beschloss der Vorstand, die Kleinen früher nach Hause zu schicken. Jedoch nicht, wie Sonja Frohnapfel es verstanden hat, unmittelbar nach deren Auftritt, sondern erst nach der Tanzdarbietung der Jugendlichen, gegen 21.30 Uhr.

Waldbrunn (Limburg-Weilburg): Fastnacht-Verein verteidigt Entscheidung 

Diese Entscheidung sei in der Jahreshauptversammlung sowie bei der Mitgliederversammlung verkündet worden. "Ohne Gegenrede", betont FFV-Vorsitzende Reitz. Im Gegenteil: Die Eltern hätten Verständnis für die neue Regelung gezeigt. Zudem gebe es im Pfarrheim von Fussingen auch in diesem Jahr wieder eine Kinderfastnacht, bei der nach Herzenslust herumgetollt und gesprungen werden dürfe.

Sonja Frohnapfel findet den Ausschluss der jüngsten Tänzer trotzdem "unverschämt". Sie und ihr Mann haben ihre Karten für die Kappensitzung inzwischen zurückgegeben. Sie werden ihre Tochter Ida zu ihrem Auftritt im Dorfgemeinschaftshaus fahren, nach dem letzten Takt der Musik wieder abholen und zu Hause eine private Karnevalsfeier organisieren.    

Von Anken Bohnhorst

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