In den heimischen Schulen gilt Maskenpflicht (mindestens OP-Maske), wie auch hier im Unterricht eines Deutschkurses der Q 2 an der Marienschule in Limburg.
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In den heimischen Schulen gilt Maskenpflicht (mindestens OP-Maske), wie auch hier im Unterricht eines Deutschkurses der Q 2 an der Marienschule in Limburg.

Schule in Pandemiezeiten

Limburg-Weilburg: Trotz Omikron: Der Schulstart ist geglückt

Bisher nur wenige positive Fälle nach den Ferien - Lage ist noch "entspannt"

Limburg-Weilburg -Die Zahl der Corona-Infizierten steigt derzeit stark an, aber zumindest an den insgesamt 59 Schulen im Landkreis Limburg-Weilburg an insgesamt 65 Standorten ist die Lage noch entspannt. Von einer bislang "normalen" Pandemie-Lage an allen Grundschulen, allen weiterführenden Schulen und den beruflichen Schulen spricht der Sprecher des Staatlichen Schulamts in Weilburg, Dirk Fredl. Es habe zwar mit Beginn der Schule am Montag vereinzelt positive Tests bei Schülern gegeben, aber nicht mehr als vor den Weihnachtsferien. Mit Blick auf den gesamten Schulbezirk, neben Limburg-Weilburg ist das der Lahn-Dill-Kreis, gebe es seit Montag täglich rund 20 durch PCR-Tests bestätigte Fälle unter den insgesamt 56 000 Schülern. Vor den Ferien habe die Tageszahl zwischen 15 und 40 geschwankt.

Nach Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt müsse nach einem ersten positiven Test nicht die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden, weil ohnehin Maskenpflicht in den Räumen gelte. Allerdings werde dann in den betroffenen Klassen jeden Tag getestet; ansonsten seien drei Tests in den Klassen pro Woche üblich, so Fredl.

Nach einem Erlass des Kultusministeriums und des Sozialministeriums sei es nicht mehr vorgesehen, ganze Klassen in Quarantäne zu schicken, wenn sich einzelne Schüler mit dem Virus infiziert hätten, teilt der Sprecher des Landkreises, Jan Kieserg, mit. "Das infizierte Kind beziehungsweise die infizierte Lehrkraft gehen in die häusliche Absonderung. Alle übrigen verbleiben in der Schule. In den 14 Tagen nach Auftreten des Falls werden alle Betroffenen täglich getestet und es gilt eine Maskenpflicht am Platz." Gebe es in einer Klasse weitere positive Fälle oder gebe es verstärkt positive Fälle beispielsweise nach dem Sportunterricht werde der Sachverhalt vom Gesundheitsamt "individuell bewertet". Und, so Kieserg weiter: "Zusätzlich werden vom Landkreis Limburg-Weilburg in den Räumen dieser Klasse Luftfilter aufgestellt."

Den ersten positiven Test nach den Winterferien registrierte die Marienschule in Limburg am gestrigen Mittwoch, wie der Sprecher der Schule, Benedikt Göbel, mitteilt. Dieser Schnelltest müsse nun durch einen PCR-Test bestätigt werden. Sollte dies der Fall sein, würden alle Schüler in der betroffenen Klasse zwei Wochen täglich getestet. Dazu kämen acht Schüler, die in den Ferien positiv getestet worden seien und erst dann wieder am Unterricht teilnehmen, wenn sie nach ihrer Quarantäne negativ getestet würden. Bei den Lehrkräften der Marienschule gebe es bislang keinen Corona-Fall. Zur Sicherheit seien inzwischen alle AGs an der Marienschule ausgesetzt, erklärt Göbel. Außerdem seien vermehrt Luftfilter installiert worden.

Umgang mit Regeln hat sich eingespielt

"Relativ entspannt" ist die Situation an der Erlenbachschule in Elz, sagt Schulleiterin Beate Kallenbach. Es habe nach den Weihnachtsferien keine neuen Auflagen oder Einschränkungen gegeben, und "regelmäßiges Testen und Maskentragen kennen wir ja schon". Die Schüler und Lehrer seien inzwischen routiniert im Umgang mit den Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Ganz am Anfang der Pandemie, vor beinahe zwei Jahren, sei die Stimmung wesentlich angespannter gewesen. "Wir dachten, wir schaffen das nicht", erinnert sich Kallenbach. Aber im Laufe der Monate sei man in den "Schulalltag unter besonderen Umständen" hineingewachsen. "Es ist normal geworden."

Dreimal wöchentlich testen sich die rund 430 Erlenbachschüler morgens in der ersten Stunde. Kallenbachs Erfahrung: Die Ergebnisse sind zuverlässig, das Prozedere, das einer Positiv-Meldung folgt, ebenfalls. Nach den Ferien habe man an der Schule bislang noch keinen Infektionsfall gehabt. Nur bei ein paar Geschwisterkindern außerhalb der Schule wurde das Virus nachgewiesen, weshalb auch die betroffenen Jungen und Mädchen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen konnten, berichtet die Schulleiterin. Allerdings sei man für den digitalen Unterricht jetzt gut aufgestellt. Alle Erlenbachschüler haben eine eigene Schul-E-Mail-Adresse, und über das digitale Klassenbuch haben die Kinder und deren Eltern Zugang zu sämtlichen Arbeitsmaterialien, die im Klassenraum eingesetzt wurden. Die Schulleiterin sagt: "Wir sind zuversichtlich, was den Schulalltag angeht." Im Frühjahr werde sich die Lage nach ihrer Einschätzung verbessern, "aber langfristig müssen wir uns mit dem Virus arrangieren".

Sport nur noch im Freien

Der Schulstart nach den Weihnachtsferien sei in der Freiherr-vom-Stein-Schule in Dauborn bislang gut verlaufen, berichtet Rektorin Judith Lehnert. Sie habe die Eltern vorab über alle geltenden Regeln informiert und mit den Heranwachsenden intensiv über die Gefahren der Omikron-Variante gesprochen. Während den ersten drei Tagen nach den Ferien gab es insgesamt drei Corona-Verdachtsfälle. "Eines der betroffenen Kinder absolviert derzeit ein Praktikum, so dass die anderen rund 1200 Schüler durch das positive Testergebnis nicht beeinträchtigt werden", sagt Lehnert. Sie habe vor dem Schulstart die Befürchtung gehabt, dass sich die neue Virusvariante stärker auf den Schulalltag auswirken werde. Dies sei bislang allerdings glücklicherweise nicht der Fall.

In der Freiherr-vom-Stein Schule gelten strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Die Klassenräume werden alle 20 Minuten gelüftet und in den Pausen bleiben die jeweiligen Klassen unter sich. "Darüber hinaus wird der Sportunterricht nur im Freien abgehalten und die Schwimmkurse finden momentan nicht statt", sagt die Schulleiterin. Auch dort werden alle nichtgeimpften Kinder dreimal pro Woche getestet. "Die geimpften Schüler sind dazu nicht verpflichtet, aber viele von ihnen machen es trotzdem", so Lehnert. Und auch die Lehrkräfte seien stets bereit, einen Test zu machen.

"Wir sind nach den Ferien recht normal in den Schulalltag gestartet", sagt Cornelia Mohr, Leiterin der Dehrner Grundschule. Während den ersten Tagen habe es unter den 72 Schülern keinen Corona-Fall gegeben. In der Einrichtung wird regelmäßig gelüftet und es herrscht Maskenpflicht auf dem Pausenhof, in den Klassenräumen sowie auch während des Sportunterrichts, der teilweise im Freien durchgeführt wird.

Drei Tests pro Woche sind auch in Dehrn obligatorisch, dazu Abstandsregeln. "Sogar in den Klassenräumen kann der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden, da die Kinder jeweils einen Tisch alleine benutzen", erklärt Mohr, die die Heranwachsenden und die Eltern lobt. "Sie halten sich vorbildlich an die Vorgaben", sagt sie. Sie geht davon aus, dass es auch in den kommenden Wochen und Monaten Präsenzunterricht geben wird. Dies habe das Kultusministerium so vorhergesagt. "Wir sind aber auch für den Online-Unterricht vorbereitet."

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