Abendstimmung auf dem Neumarkt in Limburg. Noch mit den Platanen.

Neugestaltung

Limburger Neumarkt: Bleiben die Platanen doch stehen?

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Die Neugestaltung des Neumarkts in Limburg lässt sich aus Sicht der Stadtverwaltung nur umsetzen, wenn die Planungsleistungen ausgeschrieben werden. Nach Angaben der CDU-Fraktion ist dabei der Wegfall der Platanen zwar weiterhin möglich, aber keinesfalls ein Muss.

Limburg - Als der zuständige Ausschuss mit den Stimmen von CDU, SPD und Linken im Mai beschloss, dass die Platanen auf dem Neumarkt verschwinden dürfen und - hart formuliert - durch "andere Bäume ersetzt werden" (SPD) oder - weich formuliert - "ein Austausch der Platanen durch geeignetere Bäume befürwortet wird" (CDU), schien alles klar zu sein. Der politische Auftrag an die Verwaltung lautete im Mai: Auf Basis des vom Planungsbüro Dutt & Kist vorgelegten Entwurfs solle die Verwaltung die Neugestaltung des Neumarkts vorantreiben. Der Ausschuss verzichtete auf eine formelle Bestätigung der Stadtverordneten.

Nach der Ausschusssitzung am Mittwochabend steht fest: Alles neu macht nicht mehr der Mai, sondern der Juni. Die Verwaltung kann die im Mai gemachte politische Vorgabe so ohne weiteres nicht umsetzen, weil das Planungsvolumen einen finanziellen Schwellenwert überschreite, der eine Ausschreibung zur Folge haben müsse. Die für Stadtentwicklung und Bauleitplanung im Rathaus zuständige Leiterin Annelie Bopp-Simon kündigte an, dem Ausschuss nach der Sommerpause einen Ausschreibungstext vorzulegen, über den dann die Stadtverordneten formal abstimmen sollen.

Im Kern läuft das auf eine komplett neue Ausschreibung hinaus. Denn es stellen sich durch die neue Sachlage zwei Fragen. Zum einen: Inwiefern muss oder kann bei einer solchen Ausschreibung auf den vorliegenden Entwurf von Dutt & Kist Rücksicht genommen werden, was der Ausschuss im Mai ebenfalls beschlossen hat. Und zum anderen: Was ist denn nun mit den Bäumen? Dürfen die Platanen bei der Planung für einen neuen Neumarkt stehen bleiben?

Überraschende Antwort von zwei führenden CDU-Vertretern: Ja, das ist möglich. Das erklärten gestern auf Anfrage dieser Zeitung sowohl der Stadtverordnetenvorsteher Stefan Muth als auch Fraktionschef Dr. Christopher Dietz. Der Beschluss des Ausschusses im Mai lasse es durchaus zu, dass die Platanen stehen bleiben. Es könnte demnach also sowohl einen Planungsentwurf mit den Platanen als auch einen Entwurf ohne die Platanen (und dafür mit anderen Bäume) geben.

Noch mal zur Erinnerung: Im Beschluss des Ausschusses im Mai steht die von der CDU vorgegebene wörtliche Formulierung: "Bei der Neugestaltung des Platzes soll ausdrücklich nicht am Erhalt der bestehenden Platanen festgehalten werden. Ein Austausch der Platanen durch geeignetere Bäume wird befürwortet. Eine Mindest- oder Höchstzahl wird nicht definiert." Und im Antrag der SPD steht wörtlich: "Platanen werden durch andere Bäume ersetzt. Dabei sind verschiedene Platzierungen der Bäume zu prüfen. Eine Variante dabei wäre eine platzumrandende Anpflanzung der Bäume (Verzicht auf Bäume im Innenbereich). Dabei sind Vorschläge für geeignetere Baumarten zu machen und mit Vor- und Nachteilen vorzustellen."

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Sebastian Schaub, setzt sich vehement für den Erhalt der Platanen ein und pocht auf einen weiterhin gültigen Beschluss der Stadtverordneten, wonach der Neumarkt mit den bestehenden Platanen geplant werden muss. Er bezweifelt, ob der Beschluss des Ausschusses im Mai, auf die Platanen verzichten zu dürfen, rechtlich zulässig ist, ohne eine formelle Bestätigung durch die Stadtverordneten.

SPD-Fraktionschef Peter Rompf hält einen Austausch der Platanen durch andere Bäume weiterhin für wahrscheinlich. Aber sicher ist er sich nicht.

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