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Erster Spatenstich für ein besonderes Projekt, das erste Wohnhaus im Kreis, in dem demenzkranke Menschen leben sollen.

Spatenstich für Wohngebäude

Gut leben trotz Demenz

Der symbolische Spatenstich für das erste Gebäude im Kreis, in dem speziell demenzkranke Menschen wohnen sollen, ist jetzt vollzogen worden.

Der demografische Wandel in der Bevölkerung erfordert eine Anpassung an die Bedürfnisse älterer Menschen. Um den von Demenz betroffenen Senioren eine gute Möglichkeit für ein angenehmes Leben zu bieten, errichtet das Limburger Unternehmen „Nolten Asset Management“ am Seniorenzentrum Fellersborn in Löhnberg einen Erweiterungsbau für demenzkranke Menschen. Dies ist der erste Neubau im Landkreis, der speziell für Menschen mit dieser Krankheit entsteht. Hans-Helmut Nolten, der 2009 auch das bisherige Pflegeheim mit 48 Pflegeplätzen sowie das Gebäude nebenan mit 16 betreuten Wohnungen baute, hob hervor, dass es ihm eine Herzensangelegenheit sei, in der Region für die Region da zu sein.

Zum ersten Spatenstich für das 2,5 Millionen teure Objekt begrüßte Antonella Nolten den Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Jung, Bürgermeister Frank Schmidt, Architekt Willi Hamm, den Geschäftsführer der Baufirma Deisen, Andreas Schmidt, und Projektleiter, Heiko Pröpper, Pflegedienstleiterin Daniela Ott und den Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Weilburg, Peter Schermuly. Das Krankenhaus ist Betreiber des Seniorenzentrums Fellersborn.

Der Erweiterungsbau umfasst rund 1000 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Stockwerken. Im Erdgeschoss wird eine Pflegestation mit 15 Zimmern entstehen, das Obergeschoss wird als Ausbaureserve angelegt und kann beispielsweise Praxisräume, Tagespflege oder Ähnliches beherbergen. Durch zwei mit viel Glas ausgestattete Verbindungen zu den bestehenden Gebäuden wird ein Innenhof entstehen, in dem sich demente Bewohner geschützt aufhalten können.

Die Belegschaft von bisher 25 Mitarbeitern in Pflege und Betreuung, zwei in der Verwaltung sowie einem Hausmeister und drei Hauswirtschaftskräften wird um etwa zehn Stellen erweitert. Das Gebäude soll im Frühjahr 2017 fertig sein.

Architekt Willi Hamm bedankte sich für das Vertrauen in sein Büro, das auch schon für die Planung der bisherigen Anlage verantwortlich zeichnete. Ebenso dankte er Bürgermeister Frank Schmidt und den örtlichen Gremien, denn es sei eine kleine Änderung des Bebauungsplanes nötig gewesen. Weiterhin hob er die bewährte gute Zusammenarbeit mit Peter Schermuly und dem Krankenhaus sowie der Firma Deisen hervor.

Helmut Jung bezeichnete das Projekt als zukunftweisend für die Region. Die Menschen würden immer älter, entsprechend steige auch der Anteil der Demenzerkrankungen an, sagte er. Für Familienangehörige seien die Herausforderungen dieser Krankheit im fortgeschrittenen Stadium kaum noch zu bewältigen. Trotzdem sei ein menschenwürdiges Dasein im Alter wichtig. Ein Lob sprach der Erste Kreisbeigeordnete auch der Geriatrie am Krankenhaus Weilburg aus, die vielen älteren Menschen helfe, wieder in ihren normalen Alltag zurückzukehren.

Bürgermeister Frank Schmidt freute sich über das erneute Engagement der Firma Nolten. Bereits 2009 sei das Seniorenheim schneller als erwartet belegt gewesen. Für betroffene Familien sei es eine schlimme Erfahrung, wenn ein demenzkranker Mensch plötzlich seine Angehörigen nicht mehr erkenne. Auch Krankenhaus-Chef Peter Schermuly dankte der Familie Nolten für die gute Zusammenarbeit. Hans-Helmut Nolten fügte an, dass vieles nur möglich sei, wenn gute Frauen im Hintergrund stünden, und er hob damit seine Mitarbeiterin Susanne Horz hervor. mba

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