Christa Tettenborn (links) und Erika Weber vom Team der "Kleiderstubb" freuen sich, dass sie wieder geöffnet haben
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Christa Tettenborn (links) und Erika Weber vom Team der "Kleiderstubb" freuen sich, dass sie wieder geöffnet haben

Rundgang durch die "Kleiderstubb"

Löhnberg: Die "Kleiderstubb" lädt wieder zum Stöbern ein

Bedürftige Menschen und alle, die etwas aus dem großen Sortiment brauchen, dürfen kommen

Löhnberg -Die DRK-Kleiderkammer in Löhnberg - auch liebevoll "Kleiderstubb" genannt - hat wieder geöffnet. Wir haben uns dort einmal umgeschaut, um die Leser über dieses Angebot der Versorgung mit preisgünstigen Kleidungsstücken und anderem mehr zu informieren.

"Auch wenn auf unserer Homepage steht, dass die Kleiderkammer für bedürftige Menschen da ist, so kann doch jeder kommen, der sich dafür interessiert", erklären Christa Tettenborn und Erika Weber, die zusammen mit Galina Kunz und Stefanie Schiller sowie einer weitere Frau das Kleiderkammer-Team bilden.

Nicht jeder stehe auf Flohmarkt-Ware, aber viele hätten ihre Freude daran, beim Stöbern ein tolles Schnäppchen zu machen, erzählen sie, und manchmal würden auch Designerstücke entdeckt. Die Menge an Kleidung, die sich auch während des Lockdowns angesammelt hat, ist so groß, dass die vorhandenen Räume nicht ausreichen.

Im Januar waren es genau zehn Jahre her, dass das frühere Feuerwehrgebäude hinter dem Haus Wallstraße 17, an der Ecke zur Taunusstraße, als Kleiderkammer umfunktioniert wurde. Aber der Hauptraum ist eigentlich zu eng, und vieles wird sortiert und in Säcken oder Kartons in Nebenräumen aufbewahrt. "Wenn ich mitbekomme, dass jemand Bettwäsche beispielsweise sucht, gehe ich gleich etwas holen", schildert Christa Tettenborn.

Sanierung des Dachs abwarten

Wie der zuständige DRK-Mitarbeiter Reiner Kuhl berichtet, werden zurzeit weitere, größere Räume des früheren Feuerwehrgebäudes renoviert. Es wurden schon Wände eingezogen, tapeziert und gestrichen, aber ein Hauptproblem stellt das undichte Dach dar. Dessen Sanierung, die im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde als Eigentümer liegt, wird erst einmal abgewartet, bevor an einen weiteren Ausbau und Umzug gedacht werden kann.

Auf die Frage, wie groß der Bedarf an Kleidung nach der Corona-bedingten Schließung sei, antwortet Erika Weber: "Wie vorher auch." Die Situation sei immer noch so, dass "sich niemand auf die Füße trete", da viele Leute die Kleiderkammer immer noch nicht kennen würden.

Geschlossen sei sie, wie auch der Einzelhandel, über einen längeren Zeitraum gewesen. So sei vor Weihnachten eine kurze Zeit geöffnet gewesen, ansonsten würden die Öffnungen den jeweiligen Situationen angepasst. Vorhanden ist ein gutes Sortiment an Kleidung, Schuhen, Wäsche, Händtüchern, Spielsachen und einigem mehr. Die Regale und Kleiderständer sind prall gefüllt.

Die Menschen, die das Angebot der "Kleiderstubb" nutzen, kommen aus Löhnberg und der Oberlahn-Region. Geöffnet ist immer mittwochs von 14 bis 17 Uhr. Voraussetzung zum Eintritt ist zunächst die Anmeldung im Hof mit Erfassung der Personendaten, das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske und beim Eintreten in den Raum das Desinfizieren der Hände.

Fatme Mamedova, die gebürtige Bulgarin, die seit einem Jahr in Löhnberg lebt, ist am vergangenen Mittwoch zum ersten Mal in der Kleiderkammer gewesen. Zusammen mit ihrem sieben Jahre alten Sohn Dennis schaute sie sich um und fand etliche schöne Teile für sich und ihr Kind. Die Information, dass es die Kammer gibt, hatte sie von Galina Kunz bekommen. Diese war gerade zusammen mit Stefanie Schiller in einer ehemaligen Garage damit beschäftigt, Kleidersäcke zu sortieren. Von den insgesamt rund 55 Kleidersammelcontainern, die das DRK im Oberlahnbereich aufgestellt hat, sind sechs in Weilburg und Löhnberg speziell für die Kleiderkammer bestimmt. Die anderen werden von einer beauftragten Firma zur Weiterverwendung geleert.

Michael Erle gehört zu den Ehrenamtlern, die beim Blutspenden und beim Containerleeren für die Kleiderkammer mithelfen. Er holt auch bei Bedarf schon mal von Privatpersonen Kleiderspenden ab, wenn sie für das eigene Auto zu viele sind. Gerade kommt ein Mann aus Gaudernbach vorgefahren: Er bringt acht Säcke und einige Kartons voller Kinderkleidung und Bettwäsche und freut sich, dass es zu Hause nach monatelanger Wartezeit nun endlich wieder Platz gibt und das bis dahin als Ablage benutzte Gästebett jetzt wieder seine eigentliche Bestimmung erfüllen kann. Und Stefanie Schiller freut sich bei der Entgegennahme, dass die Ware eine sehr gute Qualität hat.

Christa Tettenborn erzählt noch, dass es auch vorkomme, dass das Weilburger Krankenhaus anrufe und Bedarf anmelde: "Beispielsweise, wenn ein Obdachloser in die Klinik eingeliefert wird, dann braucht dieser Kleidung und anderes mehr." Aber auch eine "feine Dame" sei schon einmal überraschend schwer gestürzt und hätte nichts bei sich gehabt. "Ich habe die in der Klinik tätige Sozialbetreuerin dann nach Alter und Größe gefragt und ein entsprechendes Paket zusammen gestellt", schildert Christa Tettenborn.

Wer mehr über die Kleiderkammer erfahren möchte, erhält Informationen im Internet unter www.drk-oberlahn.de machen.

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