Der neugewählte Vorstand des BdV-Kreisverbands Limburg-Weilburg mit den geehrten Mitgliedern.
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Der neugewählte Vorstand des BdV-Kreisverbands Limburg-Weilburg mit den geehrten Mitgliedern.

Kreisverbandstag der Heimatvertriebenen

Löhnberg: Josef Plahl als BdV-Vorsitzender wiedergewählt

Kreisverbandstag der Heimatvertriebenen - Referat über "bedeutende Sudetendeutsche"

Löhnberg -Nach anderthalbjähriger Unterbrechung fand kürzlich wieder ein Kreisverbandstag des Bundes der Vertriebenen (BdV) Kreisverband Limburg-Weilburg in Löhnberg statt. Kreisverbandsvorsitzender Josef Plahl sagte, die Corona-Pandemie habe die Arbeit des Kreisverbandes stark erschwert. So habe man Veranstaltungen zur Erinnerung an die Verabschiedung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen vor 70 Jahren und des Gedenkens an die Ankunft des ersten Vertriebenentransportes aus dem Sudetenland in Hessen vor 75 Jahren nur im Außenbereich durchführen können, ebenso den Tag der Heimat im September 2020.

Josef Plahl erinnerte auch an den Deportationserlass des Obersten Sowjets vom 28. August 1941 nach der Kriegserklärung Hitler-Deutschlands gegen die Sowjetunion, mit dem Stalin Rache an den Deutschen in Russland nahm und diese unter menschenunwürdigen Bedingungen in Güterwaggons aus dem europäischen Teil der Sowjetunion nach Sibirien und Kasachstan deportiert hatte. Vor allem Kinder und ältere Menschen überlebten die enormen Strapazen nicht.

Es gebe aber auch Positives zu berichten, sagte Josef Plahl: Die Trachtenpuppensammlung aus den östlichen Vertreibungsgebieten habe eine Arbeitsgruppe der Kulturstiftung als erste hessische Heimatstube virtualisiert. Für die Bereitstellung der Finanzmittel sorgte die Landesbeauftragte für Heimatvertriebenen und Spätaussiedler, Frau Margarete Ziegler-Raschdorf.

Vertreibung nach dem Ersten Weltkrieg

Otto Riedl, Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft wies auf den Kleinen Sudetendeutschen Tag im Juli in München hin und lobte den Hessischen Rundfunk für die Berichterstattung über die Ankunft des ersten Vertriebenentransportes vor 75 Jahren am 4. Februar 1946.

Der Landesvorsitzende der schlesischen Landsmannschaft, Albrecht Kauschat gab einen Kurzbericht über die Volksabstimmung 1921 in Oberschlesien. Trotz des Mehrheitsvotums für den Verbleib bei Deutschland sei das Abstimmungsgebiet zu Polen gekommen. Nach dem Anschluss wäre schon damals eine Million Deutsche vertrieben worden. Darüber werde nicht gesprochen.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war das Referat "Bedeutende Sudetendeutsche" von Dr. Herbert Papacek, der selbst aus wichtigem Grund nicht teilnehmen konnte. Anneliese Ludwig trug daher den vorbereiten Text mündlich vor: Als erster bedeutender Sudetendeutscher wurde der berühmte Barockbaumeister Balthasar Neumann aus Eger genannt, der etwa 100 Bauprojekte maßgeblich oder sogar im Laufe seines Lebens bearbeitet hat, zum Beispiel die Würzburger Residenz, die in die Liste der Unesco-Welterben aufgenommen wurde. Eine weitere Persönlichkeit war der Augustiner-Mönch Gregor Mendel in Brünn, der systematisch die Vererbungsgesetze erforschte. Auf dem Gebiet der Politik wurde Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi genannt, der 1922 anregte ein Pan-Europa zu schaffen. Aus neuerer Zeit wurde Fürst Karl zu Löwenstein erwähnt, dem es zu verdanken ist, dass die Benediktinerinnen-Abtei in Rüdesheim gebaut und mit Schwestern aus Prag bezogen wurde.

Für den Bau der Künstler-Kolonie auf der Matthilden-Höhe in Darmstadt ist der aus Troppau stammende Joseph Maria Olbrich verantwortlich, der in den Diensten des Großherzogs von Hessen-Darmstadt stand. Als bedeutenden Sudetendeutscher in der Gegenwart nannte der Verfasser Horst Telschik aus Nordmähren, der bei den schwierigen Verhandlungen für die Wiedervereinigung Deutschlands mitwirkte.

Auch Wahlen standen auf dem Programm. Als Kreisvorsitzender wurde Josef Plahl wiedergewählt, auch als Schriftführer. Stellvertreter bleibt Otto Riedl. Günther Demel übernimmt wieder das Amt des Schatzmeisters, Beisitzer sind Julian Klötzl und Hans Patzel. Kassenprüfer sind Walter Kutsche-Klötzl und Hans Pross. Kraftamtes gehört Albrecht Kauschat von der Egerländer Gmoi z'Limburg dem Kreisvorstand an.

Ebenso wurde der Vorstand der Sudetendeutschen Landsmannschaft neu gewählt: Otto Riedl bleibt Kreisobmann, und Josef Plahl ist Stellvertreter. Kulturwart bleibt Dr. Herbert Papacek, Beisitzer sind Anneliese Ludwig und die Gebrüder Bandt. Aus gesundheitlichen Gründen und aufgrund der Corona - Pandemie konnten nur zwei anwesende Mitglieder geehrt werden: Marianne Resche für 30-jährige Mitgliedschaft in der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Franz Heger für 70 Jahre im Bund der Vertriebenen. Sie erhielten eine Ehrenurkunde und Ehrennadel.

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