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Feiern, tanzen, singen: Nach verhaltenem Start wurde die Malmeneicher Kirmes auch in diesem Jahr ein Erfolg.

Wochenende in Elz

Party-Spaß: So fröhlich ging es auf der Kirmes in Malmeneich zu

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Ein rauschendes Party-Wochenende erlebten die Malmeneicher und ihre Gäste auf der diesjährigen Kirmes im Elzer Ortsteil. Ein Wermutstropfen bleibt: Wegen der hohen Kosten könnte es die letzte Mallorca-Party gewesen sein.

Malmeneich - Die Mallorca-Party war vom Zuschauerinteresse auch bei ihrer fünften Auflage der Höhepunkt der Malmeneicher Kirmes, die am heutigen Montag in die letzte Runde für dieses Jahr geht. Wer den ursprünglichen Sinn des Kirchweihfestes pflegen möchte, ist um 10.30 Uhr zur Dankandacht in der Nikolauskapelle willkommen. Pfarrer Gereon Rehberg sagt: "Der Kichenraum ist kein Raum wie jeder andere. So ist auch die Nikolaus-Kapelle ein Ort, um die Mitte des Lebens wieder neu zu finden, eine Zufluchtsstätte für unsere Klagen und unsere Trauer, für unsere Freude und unser Glück, für unsere Zweifel und unsere Ohnmacht". Um 15 Uhr gibt es im Zelt Kaffee und Kuchen sowie eine Tombola. Und mit einer um 20 Uhr startenden Schlagerparty endet die Kirmes für dieses Jahr.

Begleitet von Musikklängen zog die Kirmesjugend durchs Dorf.

Dem besinnlichen und fröhlichen Finale vorausgegangen ist eine gelungene Veranstaltung, die bereits am Freitagabend begann. Da heizten die Party-Stars Mickie Krause, Almklausi und Tobee die Stimmung bei etwa 1500 Gästen bis zu später Stunde an. Das überwiegend blutjunge Publikum hatte seinen Spaß und blieb trotz Alkoholpegel fröhlich und friedlich. Die Kritiker, denen das Erfolgsereignis schon lange ein Dorn im Auge ist, weil Partymusik nichts mit einer Kirchweihe zu tun habe, können aber wahrscheinlich aufatmen. "Das war wohl das letzte Jahr, dass wir das veranstalten", erklärte der Vorsitzende des Malmeneicher Kultur- und Freizeitvereins, Meik Wagner. Das hat nichts mit fehlender Akzeptanz im Dorf zu tun, sondern "weil durch hohe Auflagen die Grundkosten für ein solches Event", so Wagner, "immer höher werden".

Kein Selbstläufer

Solche Partys sind längst keine Selbstläufer mehr, weil viele Veranstalter auch in der Region gesehen haben, dass das Mallorca-Thema gerade bei der Jugend in ist und auf diesen Zug aufgesprungen sind. Je mehr Veranstaltungen, desto schwerer natürlich, die einzelne Party auszuverkaufen. Das Organisationsteam in Malmeneich konnte aber aufatmen, als sich das Zelt am späten Abend nach einem etwas langsamen Beginn dann doch ähnlich stark wie im Vorjahr füllte. Die Show hielt das, was Fans der Mallorca-Musik erwarten, die einfach mal ein paar Stunden mit Freunden vom Alltag abschalten, witzige Texte gröhlen und ausgelassen feiern wollen.

Auch Almklausi, Party-Aufsteiger des Jahres, war dabei.

Natürlich haben die meisten der Party-Acts keine überragenden Stimmen und natürlich sind die Texte, die sich überwiegend ums Trinken und Feiern drehen, nicht literaturpreisverdächtig. Aber wer einem Mickie Krause vorwerfen würde, billig zu sein, der täte ihm unrecht. Im wirklichen Leben gilt t Michael Engels als stinknormaler Familienvater, der nicht trinkt, sich gesund ernährt und sogar Marathons läuft. Als Mickie Krause rangiert er derzeit als König der Party-Branche. Seine Stimme ist besser als die der meisten Mitbewerber, und er hat viele Hits im Gepäck, die jeder kennt und mitsingen kann. Krause braucht eigentlich gar keine neuen Hits mehr, weil Nummern wie "Schatzi, schenk mir ein Foto", "Nur noch Schuhe an" oder "Reiss" die Hütte ab" noch genauso laufen wie vor Jahren und weiterhin das Grundgerüst des Auftritts bilden. Aber Krause bot in Malmeneich auch ein paar jüngere Sachen: "Mr. Brown", "Mich hat ein Engel geküsst" sowie seine neue Single "Eine Woche wach".

Aufsteiger Almklausi

Der große Aufsteiger des letzten Jahres ist aber wohl Almklausi. Wahrscheinlich hätte es dem Publikum gereicht, wenn er bei seinem Auftritt zehn Mal am Stück seinen Hitkracher "Mama Laudaaa" gebracht hätte. Den Refrain sangen alle euphorisch mit, auch wenn die meisten wahrscheinlich weder den österreichischen Ex-Formel1-Piloten Niki Lauda noch seine Mutter Elisabeth kennen. Almklausi verstand es in der Limburger Region auch geschickt, die Leute ("Wo sind die Ikke-Hüftgold-Fans?") sofort auf seine Seite zu ziehen. Auch die "Pure Lust am Leben" stimmte er genauso wie die "Schwarze Natascha" an. Offenbar war Almklausi auch der christliche Hintergrund des Festes wichtig, da er die Menge fragte: "Wer ist katholisch? Wer ist evangelisch? Wer ist mallorcinisch?". Dann konnte es losgehen mit seinem neuen Song, egal ob 16-Jährige von heute sich an zwei deutschsprachige Magierlegenden aus Las Vegas erinnern können. Trotzdem sangen sie begeistert mit: "Siegfried & Roy, ihr seid euch treu. In Ewigkeit, Amen".

Tobees Songs kennen ebenfalls die meisten, die regelmäßig Partys besuchen: "Aua im Kopf" oder "Helikopter 117". Auch die gute "Cordula Grün" hatte er mitgebracht. Samstagabend beim Tanz mit den "Dohlemer Boube" war das Zelt auch vor allem von der Bevölkerung aus dem Dorf gut besucht. Sonntag zogen Kirmesburschen und -mädchen begleitet von den "Hundsänger Musikanten" durchs Dorf und erwiesen sich als gute Repräsentanten ihrer Kirmes.

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