Matthias Korb – Ein Sucher und Finder

Der Künstler und Gartengestalter Matthias Korb öffnete die Türen seines Künstler-Atelierhauses „Initium et Finis“ in Lohrheim.

Trotz des zeitweise regnerischen Wetters herrschte in der Lohrheimer Barthelstraße am Sonntag reger Betrieb. Gastgeber Matthias Korb freute sich, zahlreiche (nicht nur) an Kunst interessierte Menschen durch sein verschachteltes Anwesen zu führen. In der zum Atelier umfunktionierten Scheune und dem von ihm selbst so bezeichneten „Verlorenen Garten“ begrüßte er die Gäste und zeigte ihnen im Halbstundenrhythmus das gesamte Areal.

Matthias Korb ist ein Sucher, ein Sammler, ein Künstler. Er sammelt scheinbar alles. Das mitten im alten Ortskern liegende Gehöft beherbergt all das, was Korb im Alltag in der Natur, auf der Arbeit, auf einem Schrottplatz und vor allem auf Flohmärkten findet. Vieles sind Zufallsfunde, die den 45-jährigen geborenen Frankfurter, von Beruf selbstständiger Gartengestalter, schon beim ersten Anblick zu neuen Ideen inspirieren. „Doch oftmals besteht auch bereits eine Idee und ich gehe bewusst auf die Suche nach Material“, sagt Korb, der das ehemalige Gehöft vor sechs Jahren gekauft hat, und es nun mit seiner Ehefrau als Lebensmittelpunkt nutzt.

In der Scheune lagern nicht nur die „Fundstücke“, sondern dort sind auch all die Werke, Installationen, Collagen und Arbeiten zu finden, die Korb bereits fertig gestellt hat oder die sich momentan in der Entstehungsphase befinden. Es ist eine, für viele Besucher an diesem Ort nie vermutete, spektakuläre und riesige Sammlung an Naturalien und Artefakten. Gefragt, wie viel Objekte, Gegenstände und Sammelstücke sich in der zweistöckigen Scheune mittlerweile befinden, antwortet Korb mit einem Achselzucken: „Das weiß ich nicht, das ist jedoch auch nicht relevant, da alles gemeinsam ein Gesamtwerk darstellt.“

Vieles in Korbs Atelierhaus „Initium et Finis“ (Anfang und Ende) mutet den Betrachter an, als sei es einfach nur zur Aufbewahrung abgestellt worden. Anderes wiederum scheint bewusst arrangiert, in Bezug gebracht worden zu sein. Manches wirkt skurril, manches geheimnisvoll, anderes interessant, einiges lustig. Viele Objekte wecken Erinnerungen, regen zum Nachdenken an, oder verlangen Antworten. Korb gewährt sie während seiner Führung bereitwillig.

Matthias Korb beschäftigt sich in seinen Werken immer wieder mit dem Menschen und dessen Platz im System der Natur. In seiner Kunst kommen ihm die Erfahrungen seines beruflichen Schaffens entgegen. So wie er einen Garten plant – mit Flächen, Linien, Farben, Formen und einem Spiel von Spannungen und Harmonie – so gestaltet er auch seine künstlerischen Kompositionen. Diese bestehen in der Regel aus den Materialien die ihm vertraut sind: aus Torf, Lehm, Erde und Fundobjekten aus der Natur.

Doch er komponiert auch mit vielen unterschiedlichen Objekten, die er auf Flohmärkten entdeckt hat. Dort ist er ständig zu Gast. „In Frankfurt, wo ich beruflich sehr viel zu tun habe, gibt es in der Woche drei Märkte. Von mir aus könnten es noch mehr sein“, sagt Matthias Korb. Die Kunsthistorikerin Sophia Rasmusen sagte schon vor einigen Jahren, das sich in den Werken von Korb viele Themen finden lassen: religiöser Glaube, historische Geschehnisse, Erotik, technische Errungenschaften, die Zeit, der Tod und die Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Im wild-romantischen Garten des Künstlers finden die Besucher blühende Rosen, Kübel- und Kletterpflanzen, Formgehölze, Stauden und Kräuter, Wasserläufe und natürlich auch wieder zahlreiche Kunstwerke.

Mit einsetzender Dämmerung wurde der Garten durch Laternen, Kerzen und kleine Ölfeuer in ein anmutig schimmerndes Lichtermeer verwandelt. rpk

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