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Meisterchor geht mit Elan in die Zukunft

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Von: Burkhard Westerweg

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So hatten sich die Frauen das sicher nicht vorgestellt. Das 50-jährige Bestehen in Sichtweite, akribische Vorbereitungen, drei große Jubiläums-Termine übers Jahr verteilt . . . Dann scheidet plötzlich Dirigentin Waltraud Schmitt aus, und das Abschlusskonzert muss abgesagt werden.

Von einer „blöden Zeit“ sprach Vorsitzende Brigitte Stöhr beim Jahrestreffen des Frauenchores rückblickend auf die darauffolgenden Monate mit aufwändiger Suche nach einem neuen Chorleiter. Dass der fünffache Meisterchor dennoch bei Stimme blieb, ist zuvorderst dem guten Zusammenhalt der Sängerinnen zu verdanken und darüber hinaus dem Engagement von Stefan Habermehl. Der „Quelle“-Dirigent sprang vorübergehend ein und wurde von der Hauptversammlung mit herzlichem Dank verabschiedet. „Du bist eingesprungen und hast Dich bemüht“, wünschte Brigitte Stöhr dem „Dirigenten auf Zeit“ Erfolg mit den anderen Chören und „noch lange viel Spaß“. Habermehl kündigte nach zwei Tellern Suppe an, bei Bedarf gern wieder auszuhelfen.

Verständlich, dass der Rückblick auf das Jubiläumsjahr etwas anders ausfallen musste. Kirmes im Mai, der Workshop, bei dem Waltraud Schmitt den Chor zum letzten Mal dirigierte, Liederabende, Erntedankfest und schließlich der Umwelttag der Gemeinde, als sich die Helferinnen um die Vorsitzende „in den Rabatten richtig reingehängt“ hatten.

Als kommende Termine stehen das Brunch-Konzert des Vocalensembles Unterlahn, Kirmes, Sommerfest des MGV Quelle, Erntedankfest und Meisterchorsingen an. Ein Ausflug führt entweder über die Lahn nach Koblenz oder zum Biggesee.

Neuer Chorleiter ist der 34-jährige Marco Herbert aus Wirges, Absolvent des Musikgymnasiums Montabaur und langjähriges Mitglied des Kammerchors „Art of the Voice“. Der aus der Domstadt stammende Dirigent schloss 1997 die Chorleiterausbildung bei den Limburger Domsingknaben ab und wurde zwei Jahre später 3. Preisträger beim „Bundeswettbewerb Jugend musiziert“ als bester männlicher Sänger der Altersklasse. Es folgten Studium „künstlerische Ausbildung Gesang“ an der Hochschule für Musik in Köln und zum Lehramt mit den Fächern Mathematik, katholische Religion und Musik an der Universität Koblenz-Landau.

Herbert sang in verschiedenen Chören (Kammerchor Saarbrücken, Gächinger Kantorei, Kölner Kantorei, Landesjugendchor Rheinland-Pfalz) und konzertierte als Solist unter anderem im Bereich Lied und Oratorium. 2007 wurde ihm der Titel „Chordirektor FDB“ vom Fachverband Deutscher Berufschorleiter verliehen, im gleichen Jahr wurde er Mitglied im Musikausschuss des Chorverbandes Rheinland-Pfalz. Momentan leitet Marco Herbert die Chöre cannibale vocale, MGV „Eintracht“ Dorndorf, Männerchor 1887 Urmitz, Chorgemeinschaft Haiderbach, MGV „Harmonie-Liederkanz“ Eschelbach, Männerchor „Ars Musica“ Ochtendung, Männerchor 1904 Nickenich, MGV „Cäcilia“ Gackenbach, Junger Chor „Singsucht“ Ochtendung, Polcher Männerchor, Kinderchor der VG Ransbach-Baumbach, Vulkanissimo Nickenich, Chor SO, gemischter Chor „ars musica“ Ochtendung. Außerdem ist Marco Herbert Verbandschorleiter Chorjugend.

Der Frauenchor bestätigte Brigitte Stöhr (Vorsitzende), Christa Wiederstein, Helga Heuser (Kasse), Astrid Huth (Schriftführerin) und Monika Kröck (Presse) im Amt. Für Heidi Nöllge rückte nach 26 Jahren Vorstandsarbeit Karin Kuhmann als stellvertretende Kassiererin nach. Der Posten der Zweiten Schriftführerin wechselte innerhalb der Familie von Sandra zu Theresa Thiem.

In zwei Jahren wird sich das Führungsteam verjüngen müssen. „Dann ist für mich auf jeden Fall Schluss“, kündigte Brigitte Stöhr ihren Abschied an. Eine positive Nachricht gibt es aus dem Jubiläumsjahr doch noch: Der Chor konnte neue passive Mitglieder gewinnen . . .

(hbw)

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