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Gleich zwei Erfolge für die Franz-Leuninger-Schule

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Von: Sebastian Semrau

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Durften sich über den Publikumspreis freuen (von links): die Drittklässlerinnen Emilia, Lea und Josi von der Franz-Leuninger-Schule in Mengerskirchen.
Durften sich über den Publikumspreis freuen (von links): die Drittklässlerinnen Emilia, Lea und Josi von der Franz-Leuninger-Schule in Mengerskirchen. © Deutsches Kinderhilfswerk - Flor

Projekt "Ländercafé" glänzt beim Deutschen Kinder- und Jugendpreis

Mengerskirchen -Das Projekt "Ländercafé" der Franz-Leuninger-Schule in Mengerskirchen (Hessen) hat beim Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes in der Kategorie "Kinder- und Jugendkultur" die sogenannte "Lobende Erwähnung" erhalten und kann sich über ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro freuen. Außerdem gewann das "Ländercafé" den Publikumspreis "Europa-Park Junior Club Award" und erhält ein zusätzliches Preisgeld in Höhe von 3000 Euro.

Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis werden Projekte gewürdigt, bei denen Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitwirken. Gewonnen hat die mit 6000 Euro dotierte Kategorie "Kinder- und Jugendkultur" des Deutschen Kinder- und Jugendpreises das Projekt "Jugend kuratiert" aus Lübeck (Schleswig-Holstein). Der mit insgesamt 30 000 Euro dotierte Preis ist der höchstdotierte bundesweite Preis für Kinder- und Jugendbeteiligung. Partner sind die Deutsche Fernsehlotterie und der Europa-Park in Rust, wo gestern auch die Preise verliehen wurden.

Die Franz-Leuninger-Schule nimmt seit 2015 geflüchtete Kinder auf. Im Schülerparlament stellten sich die Schülerinnen und Schüler die Frage, wie sich die neuen Kinder schneller an der Schule einleben können und wie die Schule ein Wohlfühlraum für sie werden kann. Ein bedeutender Vorschlag war das "Ländercafé". In dem Projekt stellen sich die jedes Jahr die Drittklässler gegenseitig Länder vor, beispielsweise ihr Herkunftsland oder Urlaubsländer. Inspiriert von Reiseführern und Recherchen, aber auch durch eigene Erfahrungen mit unterschiedlichen Gerichten, Bräuchen, Sehenswürdigkeiten und Sprachen setzen sie sich in kleinen Gruppen mit einem Land auseinander. Dazu bereiten sie ein Plakat und einen kurzen Beitrag vor. Dabei werden sie von ihren Eltern unterstützt, indem diese zum Beispiel landesspezifische Speisen vorbereiten. Neben ihren Eltern laden die Kinder auch ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sowie Lehrerinnen und Lehrer ihr "Ländercafé" ein.

Das Projekt

selbst vorgestellt

Moderiert wurde die Veranstaltung im Europa-Park von Ingo Dubinski. Auf der Bühne präsentierten Emilia (acht Jahre), Lea und Josi (beide neun) von der Franz-Leuninger-Schule ihr Projekt gemeinsam mit Klassenlehrerin Cornelia Fritz - und einem extra produzierten Film. "Das ist ein Café, in dem wir andere Länder kennenlernen. Manche Kinder und ihre Eltern bringen dann Essen aus dem Land mit, dass sich die Kinder ausgesucht haben und machen über das Land ein Referat", berichtete Lea. Sie habe Österreich vorgestellt.

Josi hatte Kolumbien vorgestellt, "weil meine Mama und Oma aus Kolumbien kommen". Bei Emilia war es Russland, weil einer meiner Freunde und meine Mama aus Russland kommen". Die Mama habe dann auch richtig viel gekocht. 50 bis 60 Länder seien bisher vorgestellt worden, berichtete die Lehrerin, nachdem ihre Schülerinnen dies nicht beantworten konnten. Dass sie ganz am Schluss zur Verleihung des Publikumspreises noch einmal auf die Bühne durften, machte das Trio aus Mengerskirchen besonders stolz.

"Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis zeichnen wir das Engagement von Kindern und Jugendlichen für ihre eigenen Rechte oder die Rechte anderer aus. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, wie wichtig die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist", betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. Kinder und Jugendliche, die sich selbst als aktiv gestaltend erfahren, beteiligten sich auch als Erwachsene eher an der Gestaltung des Gemeinwesens. "Mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wird somit ein wesentlicher Grundpfeiler unserer Demokratie gestärkt", so Hofmann.

"Ich bewundere, mit welchem Mut und Eifer sich diese jungen Menschen für ihre Mitmenschen und ein gemeinsames Miteinander einsetzen - Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft", so Miriam Mack, Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes. Vergeben wurde der Preis in den Kategorien Solidarisches Miteinander, Politisches Engagement und Kinder- und Jugendkultur. ses/red

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