Bewerbung für Schulpreis

Jury hat Franz-Leuninger-Grundschule geprüft

Zwei Tage hat sich eine sechsköpfige Jury Zeit genommen, um die Franz-Leuninger-Schule ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Es geht darum, ob die Schule zu den besten 15 Schulen Deutschlands gehört und dafür mit einem Geldbetrag belohnt wird. Unter den besten 20 Schulen ist sie schon.

Hochspannung herrschte jüngst in der Franz-Leuninger-Schule. Sechs Experten hatten sich angesagt, die überprüfen wollten, ob die Schule in Mengerskirchen so gut ist, dass sie mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wird. Die erste Runde haben die Mengerskirchener schon überstanden: Die zwölfseitigen Bewerbungsunterlagen haben so sehr überzeugt, dass man unter die besten 20 Schulen gekommen ist. Beworben hatten sich 90 Schulen aus ganz Deutschland, nur zwei kamen aus Hessen.

„Die haben uns ganz schön auf den Zahn gefühlt“, lacht Schulleiterin Nicole Schäfer nach dem zweitägigen Besuch der sechs Schulexperten. Die Franz-Leuninger-Schule hatte sich bei ihrer Bewerbung auf die Bedeutung der Schule im ländlichen Raum konzentriert. Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal, kommen die Mitbewerber doch vor allem aus den deutschen Großstädten.

Und wie das vor Ort in der Ganztagsgrundschule genau aussieht wollten die Prüfer nun ganz genau wissen. Ein eineinhalbstündiges Interview mit der Schulleitung machte den Anfang: „Die wollten zum Beispiel hören, warum wir uns beworben haben oder was wir besonders gut können.“ Es schloss sich eine ausführliche Schulführung an. Marie und André aus der dritten Klassen hatten die ehrenvolle Aufgabe, die verschiedenen Zimmer und die Einrichtung zu erklären. Die Jury-Mitglieder sprachen außerdem an ihrem ersten Tag in Mengerskirchen lange mit je 15 außerschulischen Partnern der Schule und mit genauso vielen Eltern.

Am Tag drauf, nahmen sich die Experten fünfeinhalb Stunden Zeit, um sich den Unterricht in allen Klassen anzuschauen. Nachmittags standen wieder Interviews an, dieses Mal mit je 15 Lehrern und Kindern. „Sie haben wirklich alles gesehen, haben sehr genau hingeguckt und vieles hinterfragt“, ist der Eindruck der Schulleiterin.

Der Deutsche Schulpreis ist für sie nicht Unbekanntes. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren die jeweiligen Gewinner angeschaut“, erzählt Schäfer. „Weil wir besser werden wollten.“ Eine eigene Bewerbung sei damals noch nicht in Frage gekommen. „Wir hatten das Gefühl, noch nicht so weit zu sein.“ Das ist jetzt anders. Viele gute Ideen, Projekte und Konzepte aus anderen Schulen sind in den eigenen Alltag miteingeflossen. Zum Beispiel die Abkehr von der starren 45-Minuten-Einteilung des Tages, das konsequente Einbeziehen von externen Partnern in die Arbeit mit den Schülern. Zwanzig Lehrer werden durch rund 70 Mitarbeiter aus anderen Berufen unterstützt.

„Seit ein oder zwei Jahren fühlen wir uns jetzt selber bereit für den Wettbewerb“, sagt Nicole Schäfer. Mit Recht, wie der bisherige Erfolg beim Deutschen Schulpreis zeigt. „Unter den besten 20 sind wir schon, darüber sind wir total glücklich. Alles, was jetzt noch kommen könnte, wäre eine Zugabe.“ Und zwar eine durchaus lukrative: Die besten Bewerber bekommen nämlich Geld: Es werden fünfmal 25 000 Euro und einmal 100 000 Euro. Alle anderen nominierten Schulen bekommen als Anerkennung 5000 Euro. Ob die Mengerskirchener Grundschule zu den 15 Schulen gehören wird, die zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen werden entscheidet sich kurz vor den Osterferien.

In die Karten schauen lassen haben sich die Jury-Mitglieder nach ihrem Besuch in der Franz-Leuninger-Schule natürlich noch nicht, „aber wir haben in allen Bereichen, die betrachtet worden sind, ein echt gutes Feedback bekommen“, sagt die Schulleiterin, die im Übrigen „sehr, sehr stolz“ auf ihre Schule ist. Kinder, Eltern, Mitarbeiter und auch Partner hätten für die Bewerbung um den deutschen Schulpreis alles gegeben, deshalb steht für Nicole Schäfer unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs schon fest: „Für mich ist die Franz-Leuninger-Schule die beste Schule der Welt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare