Kanzleramtsminister Helge Braun (links) wurde vom Ersten Mengerskirchener Beigeordneten Werner Hermann mit einem Präsent verabschiedet.
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Kanzleramtsminister Helge Braun (links) wurde vom Ersten Mengerskirchener Beigeordneten Werner Hermann mit einem Präsent verabschiedet.

Wahlkampf in Waldernbach

Mal wieder den Saal mit Leuten spüren

  • VonRobin Klöppel
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Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun genießt die öffentlichen Auftritte

Die Senioren-Union Limburg-Weilburg und der CDU-Gemeindeverband Mengerskirchen hatten Samstagnachmittag im Bundestagswahlkampf Kanzleramtsminister Prof. Dr. Helge Braun zu Gast. Der 48-jährige Arzt und direkt gewählte Abgeordnete aus Gießen gilt als rechte Hand von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Senioren-Unions-Kreis-Chef Siegfried Schardt sagte, Braun sei in den vergangenen Monaten der Minister mit der höchsten öffentlichen Präsenz gewesen. Folglich sicherte ihn vor der Halle ein größeres Polizeiaufgebot ab, auch wenn weit und breit keine Merkel-Gegner zu sehen waren. "Nach Monaten voller Videoschalten bin ich froh, den Leuten mal wieder in die Augen schauen zu können und den Saal zu spüren", sagte Braun nach der Begrüßung durch Mengerskirchens CDU-Chef Christian ten Elsen.

Der Bundesminister meinte, dass es bei der Bundestagswahl schon auf die nächsten Tage ankomme, da viele bereits nach dem Erhalt der Wahlbenachrichtigung ihre Stimmen abgeben würden. Braun selbst findet, dass die Merkel-Regierung eine vorzeigbare Bilanz ihrer Arbeit vorweisen könne. Die Corona-Zeiten seien keine leichten gewesen, weil das die erste deutsche Krise gewesen sei, die für alle Bürger persönliche Einschränkungen bedeutet habe. Helge Braun ist der Meinung, dass der Bund sehr vorausschauend gehandelt habe.

Biontech schon

seit Jahren gefördert

So sei das Unternehmen Biontech beispielsweise schon seit Jahren gefördert worden, so dass es schnell möglich gewesen sein, einen eigenen Impfstoff auf den Markt zu bringen. Auch Professor Christian Drosten von der Berliner Charité habe nur so schnell einen Test für ein völlig neues Virus entwickeln können, weil er vom Bund seit Jahren finanziell unterstützt werde. "Ich bin schon ein kleines bisschen stolz, dass Deutschland in Sachen Corona ein Teil der Lösung des Problems war", erklärte Braun.

Mit der Kanzlerin habe er erst dieser Tage das Biontech-Werk in Marburg besucht. 500 Millionen Dosen Impfstoff seien dort produziert worden und damit 80 Prozent der Geimpften in Deutschland geimpft worden. Ende Juli schon habe allen Deutschen ein Impfangebot gemacht werden können. Braun denkt, dass aber 14 Millionen Nichtgeimpfte in Deutschland noch zu viel seien. Der Minister meinte, die Menschen hätten es durch Impfungen selbst in der Hand, ob es ein ruhiger Herbst ohne weiteren Lockdown werde.

Sozialverträglicher Klimaschutz

Braun betonte auch, dass wer einen sozialverträglichen Klimaschutz wolle, die CDU wählen solle. Im Gegensatz zu anderen Parteien werde die CDU globale Absprachen anstreben, die den einzelnen Bürger nicht überforderten. Auch in Sachen Innere Sicherheit sieht Braun die CDU in Deutschland vorne. Viele Kriminelle könnten nicht ermittelt werden, weil die anderen Parteien gegen Datenvorratsspeicherung seien. Der Gießener meinte, er habe keine Sorge, dass hier der Staat den Bürger ausspionieren werde, sondern nur, dass der Polizei durch schlechtere Rahmenbedingungen als anderswo im Kampf unter anderem gegen Cyberkriminalität das Leben schwergemacht werde.

Helge Braun verteidigte auch die Strategie in Afghanistan. Nachdem die USA dort den Abzug beschlossen hätten, sei es nicht möglich gewesen, dass die europäischen Soldaten alleine dort verbleiben. Deutschland habe aber Rettungsflugzeuge im Einsatz, die es nach seiner Meinung nicht gegeben hätte, wenn andere Parteien mit linken Ideologien in Deutschland das Sagen gehabt hätten. Die CDU stehe außerdem für Wohlstand für alle. Mit der deutschen Wirtschaft gehe es trotz Corona wieder aufwärts. Die CDU verspreche, nach der Wahl keine Steuern zu erhöhen, während die Politik eines möglichen SPD-Kanzlers Olaf Scholz dazu führen würde, Deutschland zu einem "kranken Mann Europas" werde. Für wichtig hält es Braun auch, im Sinne Helmut Kohls weiter für Frieden, Freiheit und Zusammenhalt in Europa zu kämpfen. Als junger Abgeordneter hätte der Minister nach eigenen Angaben nie gedacht, dass in manchen europäischen Ländern europafeindliche Parteien wieder stark würden, mit Großbritannien die zweitgrößte europäische Volkswirtschaft die Europäische Union verlasse.

Ins Goldene Buch

des Marktfleckens

Erste Beigeordneter Werner Hermann ließ Helge Braun sich ins Goldene Buch des Marktfleckens Mengerskirchen eintragen. Hermann äußerte sich mit Blick auf die Bundestagswahl optimistisch, wenn Brauns Ideen weitergetragen würden. Altbürgermeister Robert Becker meinte, die CDU habe aktuell Probleme, ihre Ideen unters Volk zu bringen. CDU-Kreischef Andreas Hofmeister denkt: "Es gibt viele Gründe, CDU zu wählen". Ziel müsse es sein, beide heimischen Wahlkreise wieder überzeugend zu gewinnen und in Berlin eine Mehrheit gegen die CDU zu verhindern. Bundestagsabgeordneter Markus Koob warnte davor, Deutschland ohne nachvollziehbare Fakten schlechtzureden. Behauptungen zum Beispiel, dass der Bund in Afghanistan nicht rechtzeitig reagiert habe, stimmten nicht. So seien bereits 1911 von 2500 besonders gefährdeten Unterstützer der Bundeswehr bereits vor der Eskalation aus dem Land geflogen worden. robin klöppel

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