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Eine großherzige Familie, sitzend (von links): Volker Beck, Sabine Andonov, Ursula Beck und Michael Beck. Stehend: Bürgermeister Thomas Scholz, Erika Beck, Annegret Heun, Stefan Orth, Philipp Beck und Armin Heun. Es fehlt Bernd Beck.

"Leben helfen"

Mengerskirchener Initiative arbeitet für alle zeigt, was wirklich zählt

Hilfe für Bedürftige seit einem Vierteljahrhundert. Statt am Jahresende Werbegeschenke an Geschäftspartner und Kunden zu verteilen, wie es in den 1990er Jahre üblich war, suchten die Verantwortlichen der Firma Beck+Heun nach einer sinnvollen Möglichkeit, dieses Geld zu verwenden. So kam es zur Gründung der gemeinnützigen GmbH "Leben helfen", die seither etwa 70 wohltätige Projekte ins Leben rief oder unterstützte.

Mengerskirchen – "Anfangs verfolgten wir bezüglich unserer Hilfsmaßnahmen keinen roten Faden", sagte Geschäftsführer Stefan Orth bei einem Pressegespräch anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums. Inzwischen liegen die Schwerpunkte auf dem Familienzentrum "Alte Schule" samt dem daneben entstehenden Inklusionshaus sowie dem Bildungsforum Mengerskirchen. Darüber hinaus bietet "Leben helfen" schnelle Hilfe für Menschen in Notlagen oder bei Katastrophen im In- und Ausland.

Bereits im ersten Jahr von "Leben Helfen" flossen 25 000 Mark in ein Limburger Projekt, das Kindern aus Suchtfamilien unterstütze, 15 000 Mark in eine Gießener Kinderkrebsstation und 10 000 Mark nach Rennerod in die Kinderhilfe Tschernobyl. 1996 erwarb "Leben helfen" die alte Dorfschule von Waldernbach, um sie vor dem Verfall zu retten. In Kooperation mit der Caritas wurde das Gebäude umgebaut. Es entstanden seniorengerechte Wohnungen die eine Sozialstation.

Waldernbacher Lebenslauf

Ein Höhepunkt des Jahres 1998 war der Waldernbacher Lebenslauf mit einem "unglaublichen Ergebnis vom 42 500 Mark für den Bau eines Tiefbrunnens im Senegal", so Stefan Orth. Nicht nur einen finanziellen, sondern tatsächlich lebensrettenden Erfolg hätten auch die DKMS-Typisierungsaktionen in Waldernbach und Altenmünster gebracht. Weit über zweitausend Stammzellspender wurden typisiert und dabei 21 Spender gefunden.

Projekt Dorfschule statt Schandfleck

Das wichtigste Projekt von "Leben Helfen" ist die Dorfschule Waldernbach. "Nachdem der Schulbetrieb dort geendet hatte, geriet das Gebäude zu einem Schandfleck", erinnert sich Stefan Orth. Mehr als 1,1 Millionen Mark wurden bis zur Bezugsfertigkeit im Jahr 1998 investiert, ein Großteil davon aus Eigenkapital der GmbH. Auch in den 2015 fertiggestellte Anbau floss Geld der Familien Beck und Heun.

Zur Jahrtausendwende wurde das Präventionsprogramm "Klasse 2000" ins Leben gerufen. Es fördert die Einstellung von Grundschülern zu einer gesunden Lebensweise. Durch das Mitwirken von "Leben Helfen" wurde es über mehrere Jahre auch an der Franz-Leuninger-Schule durchgeführt.

Angeregt durch ein afrikanisches Mädchen, dessen dringend notwendige Operation von "Leben Helfen" mitfinanziert wurde, richtete die Familie Beck/Heun ihr Augenmerk auf den schwarzen Kontinent und entdeckte das Schulprojekt "The Swallow" in Gambia. "Wer in diesem bitterarmen Land Bildung ermöglicht, rettet damit Leben", so Stefan Orth. Die Schule ist - anders als öffentliche Schulen - kostenlos und versetzt Kinder ab vier Jahre in die Lage, selbstständig zu lernen und sich zu emanzipierten Menschen zu entwickeln.

"Geisterunterricht" über Whattsapp

Als "The Swallow" wegen Corona schließen musste, hatte das Personal dafür gesorgt, dass die 230 Kinder Zugang zu irgendeinem Smartphone haben und "Geisterunterricht" über Whatsapp mitverfolgen konnten.

Als Schirmherr des Schulprojektes "The Swallow" nimmt der frühere Erste Stadtrat von Limburg Heinrich Richard (links) von Stefan Orth einen Spendenscheck entgegen. Damit ist das Jahresgehalt eines Lehrers abgedeckt.

Ein Projekt, das belasteten und verhaltensauffälligen Kindern aus Mengerskirchen dabei hilft, sich ihrem Potenzial entsprechend zu entwickeln, ist das Bildungsforum. "Wir intervenieren, wo eine Sackgasse entstanden ist", erläutert Orth. Seit 2017 hätten schon einige Familien durch die zielgerichteten Maßnahmen profitiert.

"Wir können nicht die Welt retten, aber durch klug gesetzte Schwerpunkte und durch Nachhaltigkeit einiges zum Guten hin bewegen", fasste Stefan Orth in seinem Schlusswort zusammen.

Bürgermeister Thomas Scholz zeigte sich bewegt von der Präsentation. "Hier kommt zu Ausdruck, was wirklich zählt und was Leben ausmacht", lobte er das Füreinander und Miteinander der Familie Beck/Heun über die Generationen hinweg.

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