Das Familienteam des "Wäller Camps" mit (von links) Cedric Beck, Patrick Kreuseler sowie Lisa und Sven Bajorat plant am Mengerskirchener Seeweiher unter anderem einen "Beach Club".
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Das Familienteam des "Wäller Camps" mit (von links) Cedric Beck, Patrick Kreuseler sowie Lisa und Sven Bajorat plant am Mengerskirchener Seeweiher unter anderem einen "Beach Club".

Ein Eldorado für Schwimmer schaffen

Mengerskirchen: Abenteuer am Ufer des Seeweihers

  • VonRobin Klöppel
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MENGERSKIRCHEN Neue Betreiber des Campingplatzes und Badebetriebs haben sich viel vorgenommen

Das junge Waldernbacher Familienunternehmen "Wäller Camp" als neuer Betreiber des Campingplatzes und Badebetriebs am Mengerskirchener "Seeweiher" möchte dort mit einem neuen Konzept bis 2023 ein "Lakeside Adventure" (Seeufer-Abenteuer) am ältesten Stausee Hessens schaffen. Wie Geschäftsführer Patrick Kreuseler berichtet, sollen nach der Übernahme des Platzes von Kirsten Düngen zum 1. Juni zumindest der Badebetrieb am Seeweiher und das Naturcamping starten können, falls es die Corona-Bestimmungen zulassen.

Um das Baden wieder attraktiver zu machen, wurde ein großer Sandstrand angelegt, damit die Gäste nicht auf der Wiese liegen müssen. In Wassernähe gibt es nun Duschen und Umkleidekabinen sowie Strandstühle zum Ausleihen. Kreuseler sagt, dass die in die Jahre gekommenen alten Umkleidekabinen verschwinden würden. Die drei neuen knallbunten am Strand dagegen seien ein echter Hingucker. Eine Dusche am Strand sei auch ein Wunsch der Besucher gewesen, die nicht mit klebrigem Körper auf die Liegewiese wollten.

Die Badeaufsicht ist auf den abgesperrten Bereich beschränkt. Alles andere bleibe Aufgabe von Hessen-Forst als Besitzer des Sees, so Kreuseler. Er teilt aber mit, dass es künftig einen gesonderten Bereich geben werde, wo Gäste auch mit ihren Hunden in Wasser gehen könnten, was am Besucherstrand nicht zulässig ist.

"Beach Club" soll Gäste anlocken

Zudem möchte "Wäller Camp", wie Kreuseler ausführt, einen modernen "Beach Club" einrichten, den tagsüber die Schwimmgäste und abends dann auch andere Besucher nutzen können, um auf den Möbeln im Paletten-Look in gemütlicher Atmosphäre mit Wasserblick ein paar kühle Drinks von der strohüberdachten Strandbar zu genießen.

Kreuseler erklärt: "Abends wollen wir die Türen für alle öffnen, so dass jeder beispielsweise auf einen ,Afterwork'-Drink vorbeischauen kann." Bis auf dem Gelände das neue Restaurant fertig ist, soll für die Übergangszeit trotzdem für Essen über einen Foodtruck gesorgt sein.

Auf dem Wasser wird es eine Insel geben, zu der die Besucher hinaus schwimmen können. Entstehen sollen auch ein weiteres Volleyball-Spielfeld sowie für die Kinder ein attraktiver Spielplatz. Wie die Patrick Kreuseler und Lisa Bajorat beim Gang über das Gelände zeigen, wird es am Eingang des Platzes ein neues Empfangshäuschen mit Shop geben. In diesem sollen außer Camperbedarf auch regionale Produkte aus dem Westerwald angeboten werden, wie der Geschäftsführer erläutert. Es gehe aber nicht darum, dem örtlichen Supermarkt Konkurrenz zu machen.

45 Zeltplätze für das Naturcamping

Das neue Konzept von "Wäller Camp" werde stattdessen ein Publikum anlocken, das in Mengerskirchen und der Region einiges an Geld lassen werde. Das Gras im Naturcamping-Bereich muss noch anwachsen. Doch bald schon soll an dieser Stelle alles naturbelassen und schön Grün wirken. Dort können dann die Gäste ihre Zelte aufstellen. Vom Badebetrieb ist das Naturcamping mit 45 Einheiten durch einen Erdwall getrennt. Auf eine Einheit passe ein Vier-Personen-Zelt.

Für Autos von Campern und Besuchern gibt es in kurzer Entfernung insgesamt 127 Stellplätze. Das Naturcamping wird auch eigene Toiletten bekommen. Der bisher als Abstellkammer verwendete Container dort im Wasserbereich wird voraussichtlich zu einem mietbaren Haus am See umgebaut werden. Kreuseler sagt, dass es bereits Voranmeldungen für das Naturcamping gebe. "Wäller Camp" könne die Reserverungen aber nur unter Vorbehalt annehmen, da niemand wisse, wie sich die kommenden Monate die Corona-Vorgaben entwickelten.

Kreuseler sagt, dass sein Team in vier Monaten seit der Platzübergabe schon viel bewegt habe. Die Anlage sei in einem "sehr maroden Zustand" übergeben worden. Zudem habe entrümpelt werden müssen. Was auf dem Gelände noch eingerichtet werde soll, ist ein Wohnmobilhof für 25 Wohnmobile. Wer auf der Durchfahrt sei, könne sich dort eigenständig eine Platzkarte ziehen und dann vor der Weiterfahrt mit Blick auf dem See frühstücken. Während Badebetrieb und der normale Campingplatz außer für Dauercamper von November bis März geschlossen bleibt, können die Wohnmobilstandplätze ganzjährig genutzt werden.

Über Camper-Portale im Netz und -Apps erwartet Kreuseler, dass viele auf der Durchreise einen Abstecher zum Seeweiher machen werden, da er zentral nahe der Autobahnen liege. Auch ein längerer Aufenthalt biete sich an - nicht nur aufgrund des schönen Sees, sondern auch der Natur im Westerwald und der Möglichkeit, zu Touren nach Limburg, Weilburg oder entlang der Lahn.

"Hier ist jeder Camper willkommen", betont Kreuseler. Auch den vorher dort stehenden 180 Dauercampern sei ein Angebot gemacht worden. 80 von ihnen würden bleiben. Der Campingbereich werde in Terrassenform neu angelegt und parzelliert. Kreuseler: "Wir haben ihn schon als Kinder selbst genutzt." Nun sei es nach zwei Jahren ohne Badebetrieb Zeit, ihn wieder aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Der "Wäller Camp"-Chef ist überzeugt davon, dass viele Menschen sehnlich darauf warten, hier wieder baden und campen zu können.

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