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Mengerskirchen intensiviert Anstrengungen für die Umwelt

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Von: Tobias Ketter

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Neue Obstbäume in Probbach: Bürgermeister Thomas Scholz (rechts) und Hauptamtsleiter Manfred Horz.
Neue Obstbäume in Probbach: Bürgermeister Thomas Scholz (rechts) und Hauptamtsleiter Manfred Horz. © Tobias Ketter

MENGERSKIRCHEN Die Energie- und Nachhaltigkeitskommission soll Ideen rund um das Thema anstoßen und umsetzen

Mengerskirchen -Baumpflanzungen, neue Blühwiesen sowie Photovoltaikprojekte. In der Gemeinde Mengerskirchen wird einiges für die Nachhaltigkeit und für den Umweltschutz getan. Der Marktflecken gehört nämlich bereits seit dem Jahr 2010 den hessischen Klima-Kommunen an. Im Zuge des Beitritts hat die Verwaltung eine Energiekommission gegründet. Diese wurde nun im März nach einem Beschluss der Gemeindevertretung vom November des vergangenen Jahres erweitert. Sie nennt sich ab sofort Energie- und Nachhaltigkeitskommission. Die Mitglieder sollen bereits angestoßene Projekte verwirklichen und ausweiten sowie neue Ideen entwickeln.

"Wir haben der Öffentlichkeit im Jahr 2011 ein Energiekonzept vorgestellt", erinnert sich Bürgermeister Thomas Scholz (CDU). Unter anderem mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden, Privathäusern und Firmengebäuden sei es daraufhin gelungen, Energie einzusparen. "In den Jahren 2014 und 2015 ist dann das große Windpark-Projekt hinzugekommen, so dass wir mittlerweile eine Eigenstromversorgung von 150 bis 155 Prozent haben", sagt der Verwaltungschef. Außerdem habe man ein Elektro-Fahrzeug für die Verwaltung angeschafft und die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt.

"Klimaschutz ist aber nicht nur eine Energiefrage", ist sich Scholz sicher. Deshalb werden in Mengerskirchen auch jährlich vier bis fünf Hektar Fläche von den Landwirten in Blühwiesen umgewandelt. Und auch die Gemeinde legt Blühwiesen an. Dafür haben die Verantwortlichen extra ein neues Gerät zur Aussaat angeschafft. Derzeit läuft darüber hinaus eine Aktion für die Bürger. Sie können sich bei der Verwaltung Samen abholen, um selbst Blühwiesen anzulegen. Das Angebot werde den Angaben des Bürgermeisters zufolge sehr gut angenommen.

Und auch der Wald sei ein wichtiges Thema in der Kommune. "Zwischen 2012 und 2015 wurden insgesamt 25 Hektar Wald geschaffen", sagt der Verwaltungschef. Es habe des Weiteren Ausgleichmaßnahmen für den Windpark gegeben und seit 2017 pflanze die Gemeinde vermehrt Baumarten an, die den neuen klimatischen Anforderungen gewachsen sind. Außerdem lege der Marktflecken großen Wert auf die Vermarktung von regionalen Produkten. In Mengerskirchen könne beispielsweise Honig und Marmelade aus eigener Herstellung gekauft werden. "Die Nachfrage nach diesen Produkten steigt. Sie sind von guter Qualität, und sehr umweltschädliche Transportwege werden verringert", sagt der Bürgermeister.

Studie zum Hochwasserschutz

Die neue Nachhaltigkeitskommission will sich nun darum kümmern, dass all diese bereits laufenden Projekte fortgeführt werden. Darüber hinaus stehen weitere Themen auf der Agenda der Gruppierung. Sie möchte sich zeitnah unter anderem mit dem Heizen in Wohnhäusern beschäftigen. Dies sei mit Blick auf den Ukraine-Krieg und auf die gestiegenen Energiekosten ein wichtiges Thema. Außerdem werde derzeit eine Studie zum Hochwasserschutz entwickelt, und auch in den Schulen und Kitas soll es weiterhin verstärkt um den Umweltschutz gehen. "Leider werden immer mehr Kinder mit dem Auto zur Schule gefahren, anstatt den Bus zu nutzen", merkt Scholz an. Er appelliert an die Eltern und Heranwachsenden, vermehrt den Schulbus in Anspruch zu nehmen. "Dadurch wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet", so der Verwaltungschef. Die neue Kommission werde sich künftig auch verstärkt mit dem Thema Mobilität auseinandersetzen. Dabei soll es unter anderem um weitere Elektro-Ladesäulen gehen. Und auch Fahrzeuge, die mit Wasserstoff betrieben werden, könnten bald von der Verwaltung genutzt werden.

Der neuen Kommission gehören übrigens der Bürgermeister, drei Vertreter der CDU-Fraktion, zwei Mitglieder der SPD-Fraktion, ein Vertreter der FWG-Fraktion und ein Mitarbeiter der Verwaltung an. Je nach Bedarf werden weitere Fachleute hinzugezogen. "Die jeweiligen Experten können auch aus der Bevölkerung kommen. Die Bürger haben also die Gelegenheit, sich mit Ideen einzubringen", sagt Hauptamtsleiter Manfred Horz, der für die Verwaltung in der Kommission sitzt. Er erklärt, dass sich die Gruppe künftig auch mit Baugebieten befassen wird. Dabei soll es um Ausgleichsmaßnahmen für Versiegelungen gehen. In den kommenden Monaten wird es regelmäßige Treffen der Kommission geben. "Wir wollen aber bei akuten Themen sofort reagieren und nicht abwarten bis die nächste Zusammenkunft ansteht", sagt Horz.

Finanziert werden die Nachhaltigkeitsprojekte von der Gemeinde selbst und durch Zuschüsse. "Um die Nachhaltigkeit zu fördern, muss die Gemeinde natürlich finanziell stabil aufgestellt sein. Das ist in Mengerskirchen der Fall", berichtet der Bürgermeister. Die größte Herausforderung für die Kommission sei der Dialog mit allen Beteiligten. "Wir müssen die verschiedenen Interessensgruppen innerhalb der Kommune aufklären und vermitteln sowie möglichst Einigungen erzielen", so Scholz. Ihn freut besonders, dass die Gemeindevertreter die Vorhaben für eine noch umweltfreundlichere Gemeinde unterstützen. Laut dem Verwaltungschef liege aber noch sehr viel Arbeit vor der Kommission. "Nachhaltigkeit ist nämlich ein langer Prozess", sagt er.

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden in Mengerskirchen übrigens einige Projekte verwirklicht, die der Umwelt zugute kommen. Unter anderem konnten bereits 52 Obstbäume in den Ortsteilen Probbach und Dillhausen angepflanzt werden. Außerdem gab es Ausgleichsaufforstungen für den Windpark im Bereich Struth in Waldernbach. An Ort und Stelle wurden 25 000 Rotbuchen, 1700 Winterlinden, 1900 Vogelkirschen, 130 Feldahornbäume und 870 Rot-Erlen eingesetzt. Weitere Aufforstungen auf dem Knoten sollen im Herbst folgen. Dafür hat die Gemeinde einen Förderbescheid in Höhe von rund 28 500 Euro erhalten.

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