Viele Gäste verfolgten die Eröffnung des Mundart-Wanderwegs.
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Viele Gäste verfolgten die Eröffnung des Mundart-Wanderwegs.

Ein besonderer Wanderweg in Mengerskirchen

Mundart und Weltoffenheit sind keine Gegensätze

"Goar ze erg fruh" (Gar so sehr froh) zeigte sich Mengerskirchens Ortsvorsteherin Juliana Loch bei der Eröffnung des Mundart-Wanderwegs durch die Großgemeinde Mengerskirchen. Am Parkplatz unterhalb des Knoten konnte sie zusammen mit Bürgermeister Thomas Scholz und dem Vorsitzenden Herbert Schuld (Eine Welt für Alle) viele Gäste zum offiziellen Startschuss der über 22 Kilometer führenden Strecke begrüßen.

Unter ihnen Altbürgermeister Robert Becker, Pfarrer Walter Henkes und den MGV-Vorsitzenden Karl Loch. Am Knotenparkplatz befindet sich neben einer Orientierungstafel zu den vier Teilstrecken auch eine "Babbelbox", die in Dialektform Sinn, Zweck und Ziel dieses Projekts erläutert.

So konnten man sich bei der Begrüßung die persönliche Ansprache ersparen und ließ stattdessen die Stimmen aus der "Babbelbox" erklingen. An 20 Stationen - über alle fünf Ortsteile verteilt - kann man mittels Handy einen QR-Code scannen und dann Erläuterungen in Dialektform zum jeweiligen Standpunkt abrufen. Herbert Schuld begrüßte, nach einer musikalischen Einleitung der "Spaßmusiker" der Feuerwehr Winkels, auch den Ideengeber zu diesem Projekt. Fritz Ehmke war dazu eigens mit Ehefrau Dietlinde aus Modautal im Odenwald angereist. Sein Dank galt allen Projektbeteiligten, wobei er Jennifer Saam und Kathrin Georg (Vielfalt Westerwald) sowie Manfred Seitz (Tontechnik) besonders erwähnte. Für Schuld sind "Platt schwätze" und Weltoffenheit keine Gegensätze. Im Gegenteil: "Im Flecken sind wir daheim, aber im Kopf sind wir Weltvögel". Schließlich sei der Dialekt ja auch eine Fremdsprache.

Auch Bürgermeister Scholz ließ seine Stimme zunächst aus der "Babbelbox" erklingen. Er zeigte sich von der Idee regelrecht begeistert. Für ihn bringt die Mundart Menschen zusammen. Das Projekt lade dazu ein, Platt zu sprechen und damit den Dialekt zu bewahren. Da alle fünf Orte eingebunden sind, kommen feine sprachliche Unterschiede zum Vorschein. Scholz dankte neben dem Verein "Eine Welt für Alle" auch dem Zukunftsforum Mengerskirchen/Vielfalt Westerwald für seine Mitwirkung. Durch diese Initiative seien in den letzten vier Jahren viele Projekte möglich geworden. Er nannte beispielhaft das Inklusionshaus Waldernbach und den Dorfladen Dillhausen. Wenn sich Bürger für ihren Ort einsetzen, schaffe dies Lebensqualität und Identität.

Ortsvorsteherin Juliana Loch glänzte in brillantem Mengerskircher Platt. Mit ihrer Frage, wo man das "Haa hie hu" will", stellte sie Ortsfremde sicherlich vor Verständigungsprobleme. Zum Ausklang versammelte man sich dann auf der nahen Knotenalm, die die Wanderfreunde Mengerskirchen bewirtschaften. Anja Helsper, Herbert Eckerth und Wolfgang Meuser verwöhnten ihre Gäste mit Getränken und leckeren Würstchen. Wolfgang Gerz

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