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Projekt Ländercafé: Schüler stehen im Rampenlicht

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Von: Tobias Ketter

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Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3c werden während ihres Morgenkreises gefilmt.
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3c werden während ihres Morgenkreises gefilmt. © Tobias Ketter

TV-Moderator dreht Videoclip an der Franz-Leuninger Schule

Mengerskirchen -Viele Kinder träumen davon, einmal für einen Film vor der Kamera zu stehen. Für einige Mädchen und Jungen der Franz-Leuninger-Schule in Mengerskirchen wurde dieser Wunsch nun Realität. Vorgestern besuchte nämlich der TV-Moderator und Journalist Ingo Dubinski die Einrichtung in dem Marktflecken, um mit den dritten Klassen einen Videoclip zu drehen. Dieser wird erstmals am Montag, 27. Juni, während der Verleihung des Deutschen Kinder- und Jugendpreises im Europa-Park in Rust ausgestrahlt. Das Projekt Ländercafé der Franz-Leuninger-Schule ist nämlich für die Auszeichnung nominiert.

Doch was ist das Ländercafé? "Bei dem Projekt haben die Drittklässler in Kleingruppen ein von ihnen ausgewähltes Land vorgestellt", erklärte Laura Muth, Klassenlehrerin der 3 b. Es seien Plakate mit allerhand Informationen zu den einzelnen Staaten gestaltet worden. "Außerdem haben wir typisches Essen und auch Getränke aus der jeweiligen Region mitgebracht, die dann von den Mitschülern probiert wurden", berichtete der neunjährige Vincent aus der 3 c. Bei der Zubereitung der Speisen seien die Heranwachsenden von ihren Eltern unterstützt worden. Das eigentliche Ländercafé hat übrigens bereits vor einigen Wochen stattgefunden. Für die Dreharbeiten wurden die Speisen aus insgesamt vier der 16 ausgewählten Länder aber extra nochmals aufgetischt.

"Das Ländercafé ist auch für die Kinder aus anderen Staaten ins Leben gerufen worden, die hier zur Schule gehen", sagte Lea aus der 3 a. "Sie sollen sich an unserer Schule einfach wohlfühlen." Die neunjährige Pia ergänzte: "Während dem Projekt haben wir auch gelernt, dass leider nicht alle Kinder auf der Welt die gleichen Rechte haben." Laut Schüler Vincent wirke man nur einmal im Leben an einem solchen Ländercafé mit. Deshalb sei das Projekt eine ganz besondere Sache. Loreen aus der 3 b findet es sehr interessant, fremde Kulturen kennenzulernen, wie sie selbst sagte. Durch die Präsentation der Plakate und durch das Auftischen der leckeren Speisen habe man den Mitschülern eine große Freude bereitet. "Übrigens hat das Essen aus Österreich besonders gut geschmeckt", teilten die Schülerinnen Lea und Pia übereinstimmend mit.

Begrüßung auf Englisch und Spanisch

Die Dreharbeiten am vergangenen Dienstag waren für alle 54 beteiligten Schüler ein echter Höhepunkt. Sichtlich aufgeregt und voller Vorfreude saßen die Kinder der Klasse 3 c in ihrem Morgenkreis. Zunächst begrüßten sich die Heranwachsenden in verschiedenen Landessprachen, unter anderem auf Englisch, Spanisch, Italienisch und sogar mit hessischem Dialekt. Das Ritual wurde von Dubinski und seinem Kameramann aus mehreren Perspektiven für den Film festgehalten. Anschließend würfelten die Kids die Sprachen des Tages aus, bevor sie reihum auf Griechisch und Türkisch bis zehn zählten.

Im weiteren Verlauf des Drehtages wurde das Eindecken des australischen Tisches gefilmt. Jeder Handgriff musste sitzen. Die Szene wurde ein ums andere Mal wiederholt. Dann präsentierte die Australien-Gruppe ihre Plakate. Darauf zu sehen waren unter anderem Bilder von Sydney und jede Menge Informationen zu den Tieren des Landes konnten abgelesen werden. Während der Präsentation wirkten die Schülerinnen und Schüler hoch professionell und konzentriert. Souverän und stets mit einem Lächeln im Gesicht berichteten sie von den Besonderheiten Australiens. Dass sie dabei gefilmt wurden, schien die Mädchen und Jungen kaum zu stören.

Wenig später nahmen dann die Drittklässler an den dekorierten Tischen des Ländercafés platz. Nun durfte nach Herzenslust geschlemmt werden, während Dubinski und sein Kameramann das bunte Treiben filmten. "Ich war während der Dreharbeiten schon ziemlich nervös", gab der neunjährige Jonas aus der 3 c zu. Und auch Lea sei den eigenen Angaben zufolge sehr aufgeregt gewesen. "Ich hatte besonders Angst, mich vor der Kamera zu versprechen", sagte sie. Letztlich funktionierte aber alles reibungslos und nach wenigen Stunden waren die Szenen im Kasten.

Zumindest einige Schülerinnen und Schüler aus Mengerskirchen können sich am 27. Juni selbst ein Bild davon machen, wie der Film final aussehen wird. "Alle drei dritten Klassen fahren dann gemeinsam in den Europa-Park", berichtete Lehrerin Laura Muth. Ob letztlich aber auch alle Kinder an Ort und Stelle an der Preisverleihung teilnehmen dürfen, stehe noch nicht fest.

Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis werden Projekte gewürdigt, bei denen Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitwirken. Er ist mit insgesamt 30 000 Euro der höchstdotierte bundesweite Preis für Kinder- und Jugendbeteiligung. Vergeben wird der Preis in den Kategorien solidarisches Miteinander, politisches Engagement sowie Kinder- und Jugendkultur. Zusätzlich wird ein Projekt mit dem "Europa-Park Junior Club Award" ausgezeichnet. Die weiteren nominierten Projekte kommen aus Berlin, Bremen, Friedberg (Bayern), Hamburg und Lübeck. tobias ketter

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