+
Im weitläufigen Garten des ehemaligen Landschulheims war zum Sommerabschlussfest des Mehrgenerationen-Projekts ?Ein neues Wir? ein Barfuß-Pfad aufgebaut.

Mehrgenerationen-Projekt

26 Menschen unter einem Dach

Im ehemaligen Landschulheim am Rande von Hangenmeilingen hat sich ein buntes Mehrgenerationen-Projekt unter dem Namen „Ein neues Wir“ etabliert. Für Samstag hatten die Bewohner zu einem großen Sommerabschlussfest mit einem breiten Angebot von Spielen, Spaß und Workshops geladen.

Unter dem Motto eines gemeinschaftlichen, ökologischen und wohlwollenden Miteinanders leben 26 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in dem dreigeschossigen ehemaligen Hangenmeilinger Landschulheim. Es gibt einen Seminarraum, eine Turnhalle, Kinderbetreuung, Werkstätten und einen großen Garten. Zwar kamen zum Sommerabschlussfest nicht ganz so viele Gäste, wie die Veranstalter erhofft hatten, doch das schmälerte den Spaß nicht. Es wurde gesungen und getanzt, Theater gespielt, musiziert und gebastelt.

Besonders für die Kinder gab es viel zu entdecken. Im Garten war ein Barfuß-Pfad aufgebaut, Hühner liefen frei herum und ein Spielepark forderte die Geschicklichkeit heraus. Unter fachlicher Anleitung wurde die Turnhalle zu einer Probebühne, auf der Tänzer und Akrobaten eine kleine Show einstudierten, die als einer der Höhepunkte des Abends gemeinsam aufgeführt wurde.

Ruhiger ging es in den Vortragsveranstaltungen zu. Die Zuhörer erfuhren beispielsweise, wie sie nach den Regeln von „The Work“ durch Überprüfung ihrer Gedanken und Einstellungen den eigenen Verletzungen und Problemen mit mehr Klarheit begegnen können. Ein anderer Vortrag rankte sich um eine Selbstheilungsmethode, die mehr Licht in das eigene Dunkel zu bringen verspricht und auf diese Weise zu einem glücklicheren Leben beitragen könnte.

Wer Lust hatte, konnte eine entspannende Mantra-Massage genießen. Auch eine freie systemische Aufstellung stand auf dem Programm. Das ist eine Gruppenarbeit auf Augenhöhe, bei der jeder, der drankommt, die anderen Teilnehmer für sich selbst und seine aktuellen Bedürfnisse einsetzen darf. Nachdem sich Bewohner und Gäste bei der Barfuß-Disco am Abend ausgetobt hatten, endete das Fest mit einer halbstündigen Feuershow.

Auch Bürgermeister Joachim Lehnert (parteilos) und seine Frau Ute hatten die Einladung zum Sommerabschlussfest angenommen. „Ich finde es schön, wie die Menschen in diesem Mehrgenerationen-Projekt miteinander und mit ihrer Umwelt umgehen“, sagte Ute Lehnert. Besonders die Offenheit und Achtsamkeit, mit der hier jeder jedem begegnen würde, imponiere ihr. „Für mich ist eine solche Art des Zusammenlebens etwas befremdlich“, schränkte Joachim Lehnert ein. „Aber man wird sehr herzlich empfangen und offenbar leben hier glückliche Menschen.“

Peter Schuchard ist Rentner und wohnt in Hangenmeiligen. Er war zusammen mit seinen Enkelkindern zum Fest gekommen. „Ich kenne das Haus schon seit einigen Jahrzehnten. Als die Schüler noch hier waren, ging da die Post ab und es ist schön, dass nun wieder Leben eingekehrt ist.“ Schuchard erinnerte sich an Theo Vogt, den inzwischen verstorbenen Gründer und früheren Betreiber des Landschulheims. Die Erweiterung des Heims sei ihm damals um ein vielfaches teurer gekommen als veranschlagt, und das hätte schlussendlich zur Schließung und zu einem jahrelangen Leerstand geführt. Natürlich hätten sich die Alteingesessenen anfangs über ihre neuen Nachbarn gewundert. „Aber inzwischen sind die Vorurteile überwunden und die Leute von „Ein neues Wir“ sind in der Dorfgemeinschaft voll angekommen“, so Schuchards Eindruck.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare