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Gab durch die Autofenster für die Fans Autogramme: Partystar Lorenz Büffel ("Johnny Däpp"). 

Kreis Limburg-Weilburg

Ikke Hüftgold und Lorenz Büffel locken Fans mit „Fassbier-Drive-In“ in Merenberg

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Die Menschen kommen sogar aus dem Ruhrgebiet und Schwaben zu Ikke Hüftgold und Co. in den Kreis Limburg-Weilburg. Es ging um 500 Fässer Bier, die sonst im Müll gelandet wären.

  • Ikke Hüftgold, Lorenz Büffel und Co. „retten“ 500 Fässer Bier
  • Limburg: „Fassbier-Drive-In“ lockt Menschen aus ganz Deutschland an
  • Mallorca-Feeling bei Aktion im Kreis Limburg-Weilburg

Merenberg – In Corona-Zeiten ohne große Feste drohen die Biervorräte der heimischen Getränkehändler ungetrunken im Müll zu landen. Es sei denn, man schafft es wie Getränke Herzberg in Merenberg, durch freundschaftliche Verbindung die Partystars Ikke Hüftgold, Lorenz Büffel und „Kreisligalegende“ als „Fassbierretter“ zu verpflichten. In drei Stunden gingen im Merenberger Gewerbegebiet 500 Fässer weg.

Teilweise kamen Leute für die Gaudi aus dem Schwabenländle und dem Ruhrgebiet rüber. Zwei Stunde warteten manche geduldig in ihren Autos oder draußen auf der Straße, bis sie endlich zu ihren Partystars kamen. Das Bleiben lohnte sich: der Limburger Ikke Hüftgold mit seinem Megafon unterhielt die Besucher mit seinem trockenen Humor und seinem neuen Kalou-Song. „Wer spielt mit Corona blinde Kuh? Salomon Kalou“ hallte es durchs Gewerbegebiet. Den afrikanischen Stürmer von Hertha BSC hat Ikke nach seinem Kabinenleichtsinn ein ironisches Schmählied gewidmet.

Auch „Partynator“ Lorenz Büffel gab für seine Fans alles und wusch tanzend zu seinem Megahit „Jonny Däpp“ Autos. Alle drei Stars der Partyszene nahmen sich Zeit für die Fans für ein paar nette Worte, ein Foto mit nötigem Abstand oder einen Videogruß für Instagram und Co.

Limburg: Wartezeit auf Ikke Hüftgold mit Freibier überbrückt

Verdursten musste beim Warten im „Fassbier-Drive-In“ keiner, denn die Wartezeit wurde mit Freibier überbrückt, das nette Helfer großzügig auf der Straße verteilten. Und jeder der Gäste wurde auch mit einem Original-Fassbierretter-T-Shirt beschenkt. In Merenberg war deutlich zu spüren, dass viele junge Leute die letzten beiden Monate ausgelassene Partys stark vermisst haben. 

Lars Bind hatte von Ikkes Aktion im Internet erfahren und beschlossen, mit seinen Freunden Kristof Herrmann und Tobias Schaffner von Wanne-Eickel extra nach Merenberg zu fahren. Zwei Stunden waren sie eine Fahrt auf der Autobahn unterwegs, um sich drei Bierfässer zu sichern. „Man kann Bier doch nicht einfach wegkippen. Da mussten wir einschreiten“, sagt Kristof. Tobias ergänzt: „Das war ein perfekter Sonntagsausflug - und wir haben Ikke mal wiedergesehen“.

Einfach mal rausgefahren zu Ikke Hüftgold im Kreis Limburg

Niklas aus Hachenburg war es auch leid, in Corona-Zeiten daheim zu hocken. Da ist er Sonntag mit Kumpels einfach mal so in der Gegend rumgefahren. Als sie an der B49-Ausfahrt Merenberg vorbeikamen, sahen sie plötzlich eine Autoschlange und dachten sich „Was ist da los? Fahren wir einfach mal raus“. Dann waren die Jungs verblüfft als sie sahen, dass es Bier gibt und Ikke da ist. „Den kennen wir. Wir sind ja oft auf Mallorca“, berichtet Niklas.

Leonie ist mit ihren Freundinnen Marina und Lena im Auto gekommen und sagt: „Eigentlich wären wir jetzt auf Malle. Das ist hier ein schöner Ersatz.“ Marina ergänzt: „Wir lieben Ikke. Das ist eine Klasse-Aktion, und wir können mit dem lokalen Bierkauf noch ein heimisches Unternehmen in Corona-Zeiten unterstützen“. Klaus Siegler kommt weniger wegen den Partysängern, sondern weil er günstig an Bier kommen wollte. „Jetzt vor dem Vatertag passt der Termin optimal“, so der Fussinger. Matthias Zimmermann aus Diez sieht es ähnlich: „Wegen Corona passiert ja dieses Jahr nicht viel am Vatertag. Da kann man sich in den Garten setzen und das Fassbier genießen“.

Markus Schmiedl war früher Fußball-Goalgetter. Jetzt hat der Mann aus Seck andere Prioritäten: „Hier gibt es schönes, billiges Bier und man kann Ikke sehen.“ Es sei doch schön, endlich mal wieder ein bisschen Normalität zu erleben und eine Ballermann-Party im Kleinen auf der Straße zu veranstalten.

Heimischen Firmen und dem Eschhöfer Bub Ikke Hüftgold helfen

Markus kommt mit seinen Kumpels aus Runkel: „Wir hatten keine lange Anreise und wollten einfach mal bisschen unseren Eschhöfer Bub Ikke unterstützen“. Lukas Kremer ist mit seinen Kumpels vom Stammtisch „Lager zum blauen Ei“ aus Hünfelden angereist, weil es hier Bierfässer gibt. Und gerade in der aktuellen Zeit sei es wichtig, beim Kauf heimische Unternehmen zu unterstützen, denkt er. Markus Fehling sagt: „Ich unterstütze die Aktion, weil ich nicht möchte, dass Bier weggeschüttet wird.“ 

Trotz Hunderten von Gästen ging es weitestgehend gesittet und nach den Corona-Spielregeln zu. Manche hatten sich gar selbst eigene Bierkönig-Masken gebastelt. Verhindern konnten es die Veranstalter nicht, dass außer Sichtweite der Ordner einige Jugendliche in Grüppchen und ohne Masken und Abstand mit Bier anstießen. Aber das war nicht die Mehrheit. Selbst Ikke, Büffel und Kreisligalegende trugen Masken und verzichteten auf Umarmungen und Shakehands. 

Robin Klöppel

Nach dem Fest ist für einige vor dem Fest. Aus dem Leergut machen manche ein Geschäft. Dreiste Diebe stehlen in Niederbrechen bei Limburg 600 leere Bierfässer im Wert von 18.000 Euro. Jetzt werden sie öffentlich gesucht - mit guten Bildern.

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