Städtereinigung

Monika Dött ist die einzige Müllkraftfahrerin bei Bördner

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Kraftfahrerin Monika Dött arbeitet als einzige Frau bei der Firma Bördner Städtereinigung. Tagtäglich lenkt die Müllwerkerin PS-starke Fahrzeuge und holt die vollen Altpapiertonnen ab.

Was für viele Menschen Stress bedeutet, ist für Monika Dött das reinste Vergnügen: Da, wo es für Fahrzeuge richtig eng wird und Millimeterarbeit gefragt ist, wird es für die 51-Jähirge erst richtig spannend. Monika Dött liebt PS-starke Lastwagen, die sie souverän durch jede noch so verwinkelte Gasse lenkt. Große Fahrzeuge seien auch ein Grund dafür, dass sie ihre Arbeit als Kraftfahrerin und Müllwerkerin bei der Firma Bördner so liebe. „Das hat mir mein Papa in die Wiege gelegt“, sagt die zierliche blonde Frau. Auch er sei Kraftfahrer gewesen; als Kind habe sie ihn hin und wieder zur Arbeit begleiten dürfen. Vor seiner Rente habe er genau wie sie jetzt, bei Bördner gearbeitet.

Dass sie die einzige Frau dort ist, sei für sie kein Problem. „Ich komme mit den männlichen Kollegen prima aus“, sagt sie. Wir sind wie eine große Familie. Das wird auch beim Besuch auf ihrem Arbeitsplatz im 360 PS-starken 26-Tonner deutlich: Egal, wo sie auf dem Betriebshof entlangfährt, alle winken ihr freundlich zu. Klar seien viele Menschen in ihrem Umfeld und Freundeskreis anfangs etwas irritiert, dass eine so zierliche und kleine Person bei der „Müllabfuhr“ arbeitet und dort riesige Lkw lenkt. Doch nach dem ersten Schreck fanden es die meisten „ziemlich cool“.

Monika Dött sieht keinen Grund dafür, warum Frauen diesen Job nicht machen können. Sie vermutet Angst unter vielen männlichen Kollegen als einen Grund für den Frauenmangel in ihrem Beruf. „Doch dafür gibt es keinen Grund“, erklärt sie selbstbewusst.

Ihr Chef Frank Bördner lobt: „Sie macht das ganz prima und ist eine tolle Mitarbeiterin“. Seit mehr als 20 Jahren ist sie dort tätig und hat es noch nie bereut. Tagtäglich erfreut sie sich daran mit „ihrem“ 26-Tonner durch die Dörfer zufahren und Altpapier zu holen. Sie ist mit einem Kollegen unterwegs, der die Tonnen holt und für die Ausschüttung in den Wagen vorbereitet. Zweimal täglich kehrt sie zur großen Leerung auf den Betriebshof zurück.

Körperliche Fitness brauche man für diesen Job allerdings schon, sagt die zweifache Mutter und achtfache Oma aus Merenberg. Auch Kraft sollte man haben, schließlich packt auch die Fahrerin immer mal wieder kräftig mit an. Bei Mülltonnen ebenso wie beim Auflegen der Ketten auf die Winterreifen. Auch frühes Aufstehen sollte kein Problem sein. Denn pünktlich um 6 Uhr beginnt der Arbeitstag von Monika Dött.

Zuerst macht sie das Auto startklar: Nach der Abfahrtkontrolle geht es dann los. Gemeinsam mit einem Kollegen kümmert sie sich um die Abholung der Altpapiertonnen. „Leider befindet sich auch aber nicht nur Altpapier darin“, bemängelt Dött. Restmüll, Klamotten und manches mehr seien dort mitunter zu finden, erklärt sie. Das sei ärgerlich, schließlich bedeute das für die Mitarbeiter am Band auch mehr Arbeit. Ärgerlich sei auch die rücksichtlose Fahrweise mancher Autofahrer. Sie wünsche sich, dass mehr Rücksicht genommen wird und die Autofahrer so parken, dass sie auch durch enge Gassen kommt. An ihren Fahrkünsten kann es jedenfalls nicht liegen, wenn eine Durchfahrt mal nicht klappt: die 51-Jährige ist routiniert auf ihrem Fahrzeug und zudem durch jede Menge Hightech wie Rückfahrkamera ausgestattet. Ihre Fahrkünste stellt sie nach dem Gespräch mit dieser Zeitung gleich unter Beweis und parkt voller Leichtigkeit den 26-Tonner rückwärts in die Parklücke auf dem Betriebshof. Von dort aus startet sie dann morgen wieder ihre Tour.

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