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An diesem Gymnasium in Montabaur war eine Schülerin mit Corona im Unterricht. Jetzt sind 60 Kontaktpersonen in Quarantäne.

Monatabaur

Falscher Negativ-Test: Corona-Alarm an Gymnasium – 60 Menschen in Quarantäne

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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An einem Gymnasium in Montabaur im Westerwaldkreis wurde eine Schülerin falsch negativ auf Corona getestet. Jetzt sind 60 Menschen in Quarantäne.

Montabaur – Corona-Alarm am Mons-Tabor-Gymnasium (MTG) in Montabaur: Am Abend des ersten Schultags bestätigte sich die Covid-19-Infektion einer Schülerin der Jahrgangsstufe 13. Die junge Frau habe in den Sommerferien ihre Familie besucht, die in einem Risikogebiet lebt, teilt Schulleiter Armin Pleiss auf der MTG-Homepage mit.

Nach ihrer Rückkehr sei sie routinemäßig auf das Virus getestet worden - mit negativem Ergebnis. Deshalb erschien sie am Montagmorgen an ihrer Schule. Denn „die gesetzliche Lage ist derzeit so, dass der erste negative Test nach Rückkehr oder unmittelbar vorher die Quarantäne aufhebt“, sagt Tobias Haubrich, Sprecher der Kreisverwaltung Westerwald. „Es ist davon auszugehen, dass die positiv getestete Person beim ersten Abstrich am Rückkehrtag zwar infiziert, aber noch nicht infektiös war, daher fiel der Test negativ aus.“

Montaubaur: Corona-Fall an Gymnasium – Zweiter Test bei Schülerin positiv

Haubrich zufolge kann es „bis zu zwei Wochen dauern, bis ein Mensch nach der Ansteckung positiv wird“. In den meisten Fällen geschehe dies am fünften bis siebten Tag. „Aufgrund der Erfahrungen des Gesundheitsamtes im bisherigen Pandemieverlauf hat man sich im Westerwaldkreis dazu entschlossen, am siebten Tag nach Einreise einen verpflichtenden zweiten Test anzuordnen.“

Dieser sei im Fall der Oberstufenschülerin dann positiv gewesen. Daraufhin habe das Gesundheitsamt zusammen mit dem Mons-Tabor-Gymnasium umgehend gehandelt. „Oberste Zielsetzung dabei ist, die Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen und die Ausbreitung so noch effektiver einzudämmen“, sagt der Sprecher des Westerwaldkreises.

Zwei Tests für jeden Corona-Betroffenen in Gymnasium in Montabaur geplant

So wurden nach Bekanntwerden des positiven Falls die Kontaktpersonen der jungen Frau ermittelt und für diese Quarantäne angeordnet. Die Kontakte sind nach Aussage von Haubrich „in allen Fällen zeitlich und personenbezogen klar klassifizierbar“. Es handelt sich um etwa 60 Schüler und Lehrer des MTG. Sie wird das Gesundheitsamt zwischen dem fünften und siebten Tag nach dem Kontakt testen und dann noch einmal nach weiteren sieben Tagen. Das wäre Mitte kommender Woche.

Die aktuell angeordnete Quarantäne für die Kontaktpersonen in der Schule läuft bis 31. August. „Nach aktuellem Stand liegen die Testergebnisse jeweils ein bis zwei Tage nach dem Abstrich vor“, sagt Tobias Haubrich. Das Gesundheitsamt werde die getesteten Personen „zeitnah über das jeweilige Ergebnis“ informieren. Über die Corona-Warn-App habe man das Ergebnis sogar noch schneller, sagt der Sprecher des Westerwaldkreises.

Westerwaldkreis: Corona-Alarm an Gymnasium in Montabaur - Masken auch im Unterricht

„Den Schulstart hätten wir uns in der Tat anders vorgestellt“, sagt Schulleiter Armin Pleis. „Dennoch sind wir zuversichtlich, die Lage unter Kontrolle zu halten. Besonnenheit und ein klarer Kopf sind nun gefragt.“ Daher habe man entschieden, dass „alle 1300 Schülerinnen und Schüler für die nächsten zwei Wochen auch im Unterricht prophylaktisch Masken tragen werden, um das Ansteckungsrisiko insbesondere durch Reiserückkehrer zu minimieren“.

Bei den Schulen im Kreis Limburg-Weilburg war bis Redaktionsschluss kein derartiger Fall bekannt, sagt Dirk Fredl vom zuständigen Staatlichen Schulamt. Auch sei im Kreis derzeit kein Quarantäne-Fall bekannt. Es gebe jedoch in Hessen zwei Standorte, an denen Schulklassen zu Beginn des Schuljahres wegen infizierter Schüler nach Hause geschickt worden seien.

Weitere Corona-Infektion bereits zuvor im Kreis Westerwaldkreis gemeldet

Dass es „auch in unserem Landkreis infizierte Schüler gibt“, sei indes klar. Nur seien deren Covid-19-Infektion bereits vor Schulbeginn gemeldet worden und die Kinder zu Hause geblieben, berichtet Dirk Fredl. Die aktuelle Stand sei „sehr erfreulich“, und natürlich hoffe er, dass es möglichst so bleibt. Rund 280 Lehrer seien mit Beginn des neuen Schuljahres vom Präsenzunterricht befreit worden, sagt Dirk Fredl. Das entspricht etwa fünf Prozent. „Wir gehen davon aus, dass alle anderen zur Arbeit erschienen sind.“

Von Kindern, die vorsorglich zu Hause geblieben seien, wisse er nichts, sagt der Sprecher des Staatlichen Schulamts. Trotzdem müsse man damit rechnen, dass auch an einer Schule im Kreis Limburg-Weilburg ein bestätigter Corona-Fall gemeldet werde, erklärt Dirk Fredl. Dann profitiere man von der engen Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern, betont er. (Von Anken Bohnhorst)

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