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Mit einem speziellen Werkzeug, einem Cater, werden die Weihnachtsbäume geschnitten.

Verkauf

Die Mühe mit den Bäumen vor dem Weihnachtsfest

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Das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen blüht. In fast allen Orten der Region stehen derzeit Händler, um Nordmanntannen oder Blaufichten an den Mann oder die Frau zu bringen. Einer der Weihnachtsbaum-Verkäufer ist der Hintermeilinger Georg Gröschen, der gemeinsam mit Peter Schäfer eine Schonung betreibt.

Seit dem 15. Jahrhundert wird in Europa an Weihnachten in den eigenen Stuben ein Christbaum aufgestellt und festlich geschmückt. Ob der erste Weihnachtsbaum in der lettischen Hauptstadt Riga stand, ob erstmals in Dresden Bäcker die Idee hatten, einen Baum in ihrem Geschäft aufzustellen und diesen mit süßen Plätzchen zu schmücken – darüber gibt es viele Geschichten. Tatsache ist: Die Bäume müssen angepflanzt, gepflegt und gehegt werden, ehe sie verkauft werden können. So wie am Ortsrand von Hintermeilingen, wo die Kunden sich ihren Weihnachtsbaum bei Georg Gröschen aussuchen und sich anschließend in der kleinen Stube des Händlers aufwärmen können.

Die Hitze schadete den Setzlingen.

Doch das Geschäft oder besser die Arbeit mit den Weihnachtsbäumen beginnt für Georg Gröschen und seine Mitarbeiter nicht erst im Dezember. Für ihn ist auf seinen zahlreichen Schonungen das ganze Jahr über die Arbeit mit den Weihnachtsbäumen verteilt. Der Ansturm auf den grünen Zimmerschmuck verläuft in Wellen. Zunächst wollen die Großhändler bedient werden. Für sie müssen Grö-schen und seine Mitarbeiter tausende Bäumen schneiden, in Netze verpacken und ausliefern. „Das sind Bäume, die sich die Großhändler schon im August ausgesucht haben. Die werden jetzt ausgeliefert“. Für seine Privatkunden, die bei ihm vorbeikommen, wird Georg Grö-schen aber die Bäume kurz vor Weihnachten schlagen, „damit der Kunde einen frischen Baum hat“. Allerdings können sich die Käufer in der Schonung auch einen Baum aussuchen, der dann an Ort und Stelle geschlagen wird.

Hauptsache kein Spätfrost

Das ganze Jahr über Arbeit bedeutet, im Frühjahr die Setzlinge auf den Schonungen zu setzen. Die haben in diesem Jahr wegen der Hitze sehr gelitten. „Am Schlimmsten für die Setzlinge ist aber der Spätfrost im Mai“, berichtet Georg Gröschen. Aber auch ein Pilz kann den Bäumen zusetzen, oder wenn es einem Reh gelingt, auf die Schonung zu kommen. Dann werden die Bäume angeknabbert und damit für den Verkauf unbrauchbar gemacht. Seine Gedanken hat Georg Gröschen aber derzeit ganz auf das Schlagen der Bäume ausgerichtet. So ist einer seiner Mitarbeiter dabei, mit einem Cutter Bäume zu schlagen und sie anschließend mit einer Kettensäge sauber für den Verkauf herzurichten. Dann kommt die große Netzmaschine zum Einsatz, mit der die Bäume in ein Netz gezogen werden. Mit einem von Georg Gröschen konzipierten Lagen werden sie dann aufgeladen. „Auf den Ladewagen passen bis zu 50 Bäume drauf“. Dann werden die Bäume zum Transport auf einen Lkw geladen und auch zum Verkauf angeboten.

Jeder Baum wird transportfähig verpackt.

Und die Arbeit geht den Mitarbeitern gut von der Hand – trotz Minusgraden. „Man darf nicht stehen bleiben, dann wird einem kalt“. Froh sind die Arbeiter auch, dass kein Schnee liegt. Denn es ist für sie kein Vergnügen, durch einen halben Meter Schnee zu waten, um einen Baum zu schlagen.

Auf seinen Schonungen hat Georg Gröschen zum größten Teil Deutschlands liebsten Weihnachtsbaum gepflanzt: Die Nordmanntanne. Doch es gibt noch andere Sorten, die auf seinem Grundstück zu finden sind. Dazu gehören auch Korktannen, Blaufichten, Rotfichten oder Congolor. Sein ganzer Stolz ist aber die Frasertanne. Eine amerikanische Sorte, die nach den Worten des Hintermeilingers nicht nadelt und, anders als die Nordmanntanne, auch gut riecht. Sie braucht aber viel Pflege und muss geschnitten werden. Wenn sie dann die richtige Weihnachtsbaumgröße hat, dann kommen Gröschen zufolge sogar aus Frankfurt, Wiesbaden oder Darmstadt Käufer nach Hintermeilingen. Dann reicht es am Ende vielleicht für einen Glühwein.

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