Kunstrasenprojekt

Müssen die Birken am Sportplatz in Offheim weichen?

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Was passiert mit den 120 Birken am Offheimer Sportplatz? Dass sie für den neuen Kunstrasen schädlich sein können, ist klar. Dennoch ist über eine Fällung noch nicht entschieden.

Der Vorstand des Sport-Clubs (SC) Offheim wollte die Bürger am Donnerstagabend im Bürgerhaus über den aktuellen Stand seines Sportplatzprojektes informieren. Letztendlich entbrannte aber vor allem eine Diskussion darüber, ob die Birken am Sportplatz verschwinden sollen. Zum Thema Fällung der Bäume sagte Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU): „Entschieden ist noch gar nichts.“ Am Ende müsse der Ortsbeirat darüber entscheiden, der für die Gestaltung des Platzes zuständig sei.

Stanke berichtete, dass die Bäume in den Parkplatz hineinwachsen würden, dieser beschädigt sei und auf perspektivische Sicht erneuert werden müsse. Dabei sei zu überlegen, ob die Bäume gefällt werden. Sie würden aber auf jeden Fall ersetzt, wenn auch nicht durch die gleiche Baumanzahl. Denn die Birken seien dort früher viel zu dicht gepflanzt worden.

Holger Diefenbach, Schatzmeister des SC Offheim, machte deutlich, dass dem Verein durch die Birkenpollen ein erheblicher finanzieller Schaden entstehen könnte. Durch solche Verunreinigungen könne sich die Lebensdauer des neuen Kunstrasenplatzes von 15 auf zehn Jahre verringern.

Ortsbeiratsmitglied Helmut Münz (SPD) machten die Aussagen zornig. Bisher habe nie jemand gesagt, dass der Parkplatz schlecht sei. Er fragte sich, ob das jetzt nur behauptet werde, um die Bäume wegzukriegen. Münz mutmaßte auch, dass Beschädigungen am Parkplatz durch dort abgestellte Baufahrzeuge entstanden seien und die Verursacher des Schadens dafür haftbar gemacht werden könnten. Stanke erwiderte, dass die Schäden bereits vorher vorhanden gewesen seien. „Die Bäume waren immer unser größtes Heiligtum“, sagte Münz. Und nun sollten hier auf einen Schlag 120 Birken weg, ärgerte sich der frühere Ortsvorsteher. Ihm würden viele Bürger a sagen: „Ihr habt sie doch nicht alle.“

SC-Vorsitzender Kai Diefenbach entgegnete: „Wo sind denn die Leute, die das sagen? Das sind vielleicht fünf Mann.“ Der SC Offheim wolle ja wieder aufforsten und keinen Kahlschlag. Aber der Planer sage dem Verein schon seit drei Jahren, dass sich Birken und ein Kunstrasenplatz nicht miteinander vertragen würden.

Ortsvorsteher Arne Piecha (CDU) meinte, es sei ein starkes Stück zu behaupten, dass alle Offheimer wie Münz denken würden. In erster Linie sollte man sich über die Investition in die Zukunft durch die Schaffung des Kunstrasenplatzes freuen. Auch Michael Stanke meinte, es sei dem Stadtparlament vor allem darum gegangen, einem Verein weiterzuhelfen, der mit seiner Jugendarbeit aus allen Nähten platze.

Kay Seyffert sagte, er finde es in Ordnung, dass der SC Offheim einen Kunstrasen für die Fußballer bekomme. Der Verein solle aber so ehrlich sein, dass es sich um eine reine Fußballanlage handele und mit dem Umbau weder den Leichtathleten noch der Grundschule ein Gefallen getan werde. Was wolle man mit einer 50-Meter-Bahn, die nicht mehr sei, als der Anlauf für eine Sprunggrube, fragte der Sportlehrer. Kai Diefenbach merkte an, dass der SC Offheim nichts anderes behauptet habe. Der Turnverein habe selbst in einem Schreiben erklärt, dass er sich nicht mehr an dem Projekt beteiligen wolle.

Münz erklärte, dass dies geschehen sei, weil der TV 180 000 Euro Beteiligung habe zahlen sollen. Stanke stritt das entschieden ab. Es habe eine Kostenschätzung gegeben, dass die Leichtahletikanlagen 180 000 Euro kosten sollten. Es habe aber niemals eine Forderung der Stadt an den Turnverein gegeben, diese Kosten komplett aus eigener Tasche zu zahlen. Was die Anforderungen an Leichtathletikunterricht angehe, habe die Stadt den Landkreis extra gefragt, was auf dem Platz für die Grundschule benötigt werde. Dann sei in den Planungen genau das umgesetzt worden, was der Kreis gewünscht habe.

Im Mai kommenden Jahres sollen auf der Fläche des bisherigen Naturrasen ein großer Kunstrasenplatz sowie ein kleiner für Jugendspiele fertiggestellt sein, sagte Kai Diefenbach. Die Ausschreibung sei abgeschlossen. Am 8. Oktober solle der Umbau des Platzes starten.

Am heutigen Samstag wollen Aktive des SC bereits mit Demontagearbeiten beginnen. Auch die Pflasterarbeiten wollen sie später in Eigenregie durchführen. 23 000 Euro sollen durch Eigenleistungen eingespart werden. Der Verein hofft auch noch auf 10 000 Euro aus einer Spendenaktion, möglichst mehr, da noch ein Multifunktionsgebäude zur Unterbringung von Gerätschaften und für den Essens- und Getränkeverkauf bei Spielen sowie ein Kunstrasenpflegegerät und ein Rasenmähertraktor angeschafft werden sollen.

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