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„Nachtreten“ gilt nicht

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Von: Anken Bohnhorst

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Karl-Heinz Schuchardt aus Dorchheim sorgt für Unruhe, denn er hat Flugblätter verteilt, in denen er Vorstandsmitglieder des Sportvereins und der Kirmesgesellschaft verunglimpft. Die Beschuldigten wehren sich und haben eine Unterlassungsklage eingereicht.

Karl-Heinz Schuchardt hat eine Mission. Er will beweisen, dass der Sportverein Sportfreunde Dorchheim sowie die dortige Kirmesgesellschaft jahrelang betrogen wurden – von Mitgliedern der eigenen Vorstandsriege. Diese Männer will Schuchardt deshalb vor einer möglichst breiten Öffentlichkeit an den Pranger stellen. Auf dem Sportplatz würde man das „Nachtreten“ nennen und den Spieler dafür hart bestrafen. Karl-Heinz Schuchardt aus Elbtal droht nun eine zivilrechtliche Strafe. Denn es stehe ihm nicht zu, die Reputation anderer Personen zu ruinieren, lassen die von ihm beschuldigten Vereinsvertreter durch ihren Rechtsanwalt mitteilen und haben eine Unterlassungsklage angestrengt.

Aber Karl-Heinz Schuchardt lässt nicht locker. Seit Jahren fordert er Gerechtigkeit, im Dezember vergangenen Jahres schrieb er sämtliche Vorwürfe gegen mehrere Vereinsmitglieder noch einmal auf. Von veruntreutem Vereinsvermögen, Manipulationen und Fälschungen der Kassenbücher und Protokolle sowie von Falschaussagen berichtet er in einem mehrseitigen Pamphlet, das er an ein paar hundert Haushalte seiner Heimatgemeinde verteilte. Auch im Internet werde er die von ihm zusammengestellten Daten veröffentlichen, kündigte er an.

Straftaten vertuscht

Alle Anschuldigungen könne er belegen, betont er noch immer. Schließlich habe er selbst sowohl beim Sportverein, als auch bei der Kirmesgesellschaft im Vorstand mitgearbeitet und dabei angeblich mitbekommen, wie Geld systematisch unterschlagen und diese Straftaten anschließend vertuscht worden seien. Bereits im Jahr 2008 habe er für die zurückliegenden Berichtszeiträume neue Kassenprüfungen verlangt.

Dass Schuchardt erneute Prüfungen und Kontrollen forderte, bestätigen auch die jetzigen Vorstandsmitglieder. Sogar eine externe Untersuchung sei vorgenommen worden. Kriminelle Machenschaften, wie Schuchardt sie unterstellte, seien dabei allerdings nicht zum Vorschein gekommen. Karl-Heinz Schuchardt reichte dieses Ergebnis nicht. Er erstattete Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Limburg. Die prüfte die Vorwürfe und stellte das Ermittlungsverfahren ein. Schuchardt legte daraufhin Beschwerde ein. Doch auch die Beschwerde wurde verworfen, was für Karl-Heinz Schuchardt beweist, dass sich auch „die Staatsanwaltschaft der vorsätzlichen Beihilfe zu strafbaren Handlungen“ schuldig gemacht habe. Er spricht von „Rechtsbeugung zum Schutz der eigentlichen Täter“ und davon, „dass es angebracht ist, Kritik zu üben an einem mächtigen Rechtssystem“. Auch die Möglichkeit, sich an den Petitionsausschuss des Bundestages zu wenden, ziehe er Erwägung, sagt Schuchardt.

Denn er wolle nicht mehr, als den Sportverein und die Kirmesgesellschaft retten, insistiert Karl-Heinz Schuchardt. Und von dieser Mission lasse er sich nicht abbringen, auch wenn sich in seiner Wahrnehmung die Vereinsvorstände und Justizbehörden gegen ihn verschworen haben. Die Verantwortlichen des Elbtaler Vereins wollen dagegen nur ihre Ruhe. Fest steht nämlich, dass die Staatsanwaltschaft zu keiner von Schuchardts Behauptungen Beweise gefunden hat. Deswegen wollen sie nicht hinnehmen, dass sie öffentlich verunglimpft werden. Sie wollen die Mission von Karl-Heinz Schuchardt beenden.

Ob der Unterlassungsklage der Sportfreunde stattgegeben wird, und welche Konsequenzen das für Karl-Heinz Schuchardt haben könnte, wird am Mittwoch im Landgericht bekannt gegeben.

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