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Einen Hauch rheinländischen Karneval brachte die Prinzengarde Köln Hürth gestern nach Limburg.

Fastnachtssaison  eröffnet

Die Narren sind wieder los

Um 11.11 Uhr wurde mit einem Kanonenschuss die diesjährige Fastnachtssaison eingeleitet. Bevor sich der Vorhang lüftete für die neue Tollität oder Tollitäten, gab es noch ein buntes, rheinländisches Karnevalsprogramm.

Die Spannung war groß. Seit gefühlt Stunden jagte ein Programmpunkt den nächsten, doch eigentlich wollten alle Gäste im Vereinsheim der Blauen Funker nur wissen, wer den Dreierbund in der Session 2018/19 regieren wird. Der Vorhang schloss sich und als er sich mit Fanfarenklängen wieder öffnete, saß eine Prinzessin auf einem Thron und an ihrer linken Seite stand ein Prinz. Karin Knapp und Peter Hauer werden als Prinzessin Karin I. und Prinz Peter II. von Limburg zu Nassau-Oranien den Dreierbund regieren. „Manche haben es erhofft, manche befürchtet und wir haben es uns erträumt“, so Peter Hauer zu seiner Regentschaft.

Ein wenig Wehmut klang beim alten Prinzenpaar Christian und Christina aus Hadamar mit, die ihre Insignien an das neue Paar übergeben mussten. Sie wünschten dem neuen Paar viel Freude und Frohsinn während der Kampagne. Karin und Peter seien Fastnachter durch und durch, so Manfred Thomé, der Präsident der Blauen Funker in seiner Laudatio. Sie, in Frickhofen geboren, sei durch ihre Arbeit als Altenpflegerin mit der nötigen sozialen Kompetenz ausgestattet. Seit vielen Jahren Fan der Kölner Fastnacht, sei sie die passende Lieblichkeit. An ihrer Seite steht ihr Lebensgefährte Peter Hauer, gebürtig aus Hadamar und Maschinenbautechniker. Seit 2009 ist er im Herrenelferrat und seit vergangenem Jahr Ministerpräsident. Zu seiner Leidenschaft zählen Kölsche Fastnachtslieder.

Spenden für die DKMS

Und so regieren zwei Vollblut-Fastnachter den Dreierbund in der kommenden Saison. Da Karin ihren ersten Mann Peter Schick schon mit jungen Jahren durch Krebs verloren hat, ist es dem Prinzenpaar ein Anliegen, auf Gastgeschenke zu verzichten und stattdessen Spenden für die DKMS zu sammeln. „Sie ist für die Finanzierung der Typisierungsaktionen auf Spenden angewiesen und vielleicht entschließt sich ja auch der eine oder andere, sich registrieren zu lassen“, so Karin Knapp in ihrer Ansprache.

Da beide große Fans des rheinländischen Karnevals sind, war der ganze Vormittag ein wenig an diesen angelehnt und bot Größen aus Mainz und Rüdesheim. Während Harry Borgner, der „Mann mit den 1000 Stimmen“ das Lied „Wo sind all’ die Blumen hin“ als Heino, Grönemeyer oder Udo Lindenberg wiedergab, gab Gerd Brömser einen Einblick in damals und heute und was sich alles verändert hat.

Prinzengarde rockt Bühne

Ein Höhepunkt war auch der Auftritt der Prinzengarde Köln-Hürth, die mit Spielmannszug, Tanzmariechen und Garde die Bühne rockten und den Kölner Karneval ins Vereinsheim der Funker brachten. Aus dem Publikum war oft ein großes Lob an den Ring Limburger Carneval (RLC) zu hören, die dieses Programm mitorganisiert haben. Dies sei mal was Neues gewesen und sehr kurzweilig.

Nach der Inthronisation und der Zepterübergabe gratulierten die Karnevalsvereine der Region dem Prinzenpaar. Sie wünschen den beiden eine tolle Zeit, sie sollen leben, Spaß haben und die Zeit genießen. Auch die Städte des Dreierbundes mit Bürgermeister Michael Ruoff aus Hadamar, dem Ersten Stadtrat Michael Stanke aus Limburg sowie Dr. Kurt Stein aus Diez überbrachten die städtischen Grüße. Das Prinzenpaar bedankte sich für alle Glückwünsche. Das galt auch für ihre Arbeitgeber, die durch ihren Rückhalt die Aufgabe erst ermöglicht hätten. Das Paar verabschiedete sich mit ihrem Prinzenlied: „Komm wir halten die Welt an, um Geschichte zu schreiben.“

Heike Lachnit

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